vergrößernverkleinern
Rafer Alston (l.) wurde nach der Verletzung von Jameer Nelson nach Orlando geholt © getty

Vor dem für die Magic alles entscheidenden Spiel 5 geht Orlandos Point Guard auf seinen Coach los. Bryant sieht seine Zukunft in L.A.

Von Rainer Nachtwey

München/Orlando - Ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel des Jahres, dem fünften Finale gegen die Los Angeles Lakers (ab 2 Uhr LIVESCORES), sorgt Rafer Alston für einen Eklat bei den Orlando Magic (STATISTIK: Der NBA-Playoffbaum).

Wie der "Toronto Star" berichtet, soll der Point Guard des Finalisten Trainer Stan Van Gundy gedroht haben. Er habe Freunde, "die bereit sind, herzufliegen und ihm den Hals umzudrehen", zitiert die kanadische Zeitung den 32-Jährigen.

Alston ist immer noch wütend auf den Coach, dass der ihn bei der 91:99-Niederlage in Spiel 4 (Lakers kurz vor dem Titel) während des kompletten letzten Viertels und der Overtime auf der Bank hat schmoren lassen.

Kein Vier-Augen-Gespräch gesucht

Auf ein Gespräch unter vier Augen mit dem Trainer verzichtete Alston bisher. "Das ist nicht mein Ding. Da explodier ich zu schnell. Es könnte sein, dass er mir etwas erzählt, was in meinen Augen keinen Sinn macht und so weit möchte ich es nicht kommen lassen", sagt der Aufbauspieler.

"Ein Turnover, er hat mich nach einem Turnover runter genommen", regt sich Alston auf, rudert dann aber gleich zurück und zeigt sogar Verständnis für Van Gundy: "Er ist der Coach. Er versucht halt alles, um Spiele zu gewinnen." (DATENCENTER: Ergebnisse)

Es würde dabei nicht um einzelne Spieler gehen, sondern immer nur ums Team. "Ich darf es nicht als etwas Persönliches auffassen", führt Alston aus.

Nelson enttäuscht

Dennoch darf er wohl auch im fünften Finale als Starter auflaufen. Der wieder genesene Jameer Nelson, den Van Gundy anstelle Alstons in der Schlussphase brachte, war alles andere als überzeugend.

Im Angriff hielt er sich sehr zurück, nahm in den letzten 15 Minuten keinen einzigen Wurf, und Derek Fisher (Ein Mann für gewisse Sekunden) nutzte Nelsons laxe Abwehrarbeit mit einem Dreier zum 87:87-Ausgleich 4,6 Sekunden vor Ende der Partie, der die Verlängerung bedeutete (116901Die Bilder zu Spiel 4).

Dabei war laut Van Gundy Nelsons einzige Aufgabe das Verhindern eines Dreiers.

Johnson schaut nur zu

Nach den schwachen Auftritten ihrer Point Guards fordern Orlandos Fans nun Oldie Anthony Johnson. Der 34 Jahre alte Routinier erhielt in den Finals von Van Gundy noch keine einzige Sekunde Einsatzzeit.

Dass sich Van Gundy mit der Hereinnahme Nelsons nach dessen viermonatiger Verletzungspause ein Gefallen getan hat, ist zu bezweifeln.

Schließlich riss er ein funktionierendes Point-Guard-Duo mit einer klaren Hierarchie auseinander, mit dem er die scheinbar übermächtigen Cleveland Cavaliers aus dem Rennen geworfen hatte.

Bryant schwört Lakers die Treue

Während es bei den Magic mächtig brodelt, scheinen die Lakers die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Kobe Bryant kündigte auf der Pressekonferenz vor Spiel 5 an, dass er seine Zukunft in L.A. sieht.

Auf die Frage, ob er sich denn vorstellen könne, in den nächsten Jahren für einen anderen Klub als die Lakers aufzulaufen, antworte Bryant mit einem knappen "No".

Bryant steht bei den Kaliforniern noch bis Ende der Finals unter Vertrag mit einer Spieleroption für 2010, wenn auch die Kontrakte von LeBron James in Cleveland, Dwyane Wade in Miami, Chris Bosh in Toronto, Amare Stoudemire und Steve Nash in Phoenix sowie Dirk Nowitzki in Dallas - mit Spieleroption für 2010/2011 - auslaufen.

Auch Odom will bleiben

Mit Bryants Bekenntnis zu Lakers können sich General Manager Mitch Kupchak und Besitzer Jerry Buss darauf konzentrieren, Trainer Phil Jackson und die beiden Leistungsträger Lamar Odom und Trevor Ariza weiterhin an den Klub zu binden.

Forward Odom hat bereits sein Interesse signalisiert, in L.A. zu verlängern.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel