vergrößernverkleinern
Kobe Bryant wurde zum MVP der NBA-Finals gewählt © getty

Die Lakers siegen in Spiel fünf deutlich gegen die Orlando Magic und holen die Meisterschaft. Jackson setzt neue Maßstäbe.

Von Nikolai Kube

München/Orlando - Die Los Angeles Lakers haben es geschafft: Das Team von Coach Phil Jackson hat zum 15. Mal in der Vereinsgeschichte den NBA-Titel gewonnen (DATENCENTER: Ergebnisse).

Angeführt von einem überragenden Kobe Bryant, der nach dem Spiel zum Finals-MVP gewählt wurde, besiegte L.A. die Orlando Magic in Spiel fünf mit 99:86 und entschied damit die "Best-of-seven"-Serie vorzeitig mit 4:1 für sich (STATISTIK: Der NBA-Playoffbaum).

Für Jackson war es ein ganz besonderer Erfolg: Der 63-Jährige ist nun der erfolgreichste NBA-Trainer aller Zeiten (117761Die Bilder zu Spiel 5).

Kobes vierter Titel

Durch seinen zehnten Titel, sechs mit den Chicago Bulls und vier mit den Lakers, überholt er die bereits verstorbene Legende Red Auerbach, der in seiner Karriere neunmal die Meisterschaft holte.

"Ich werde heute Abend eine Zigarre in Gedanken an Red rauchen. Er war ein toller Mensch", so Jackson nach dem Triumph.

Doch nicht nur für den Coach war es vielleicht der bedeutendste Titel der Karriere.

Kobe Bryant holte seine vierte Meisterschaft als Spieler ? seine erste allerdings seit Shaquille O'Neal nicht mehr das Trikot der Lakers trägt.

Magic mit besserem Start

O'Neal gratulierte fair: "Kobe, du hast es verdient. Du hast klasse gespielt, genieß es mein Junge", so der Center.

Der Shooting Guard war wieder einmal der überragende Akteur in Spiel fünf. Bryant erzielte 30 Punkte, pflückte sechs Rebounds und gab fünf Assists. Vor allem als es darauf ankam, lief Kobe heiß.

Denn die Magic waren anfangs das bessere Team und gingen mit einer 28:26-Führung in die erste Viertelpause.

Starke Mannschaftsleistung

Anschließend machten die Lakers ernst. Mit einem 16:0-Lauf im zweiten Viertel zogen sie Orlando den Zahn und waren auf dem Weg zum Titel nicht mehr aufzuhalten.

Neben Bryant überzeugten die Lakers erneut durch ihre starke Teamleistung: Für Pau Gasol standen am Ende 14 Punkte und 15 Rebounds zu Buche. Auch Lamar Odom (17), Trevor Ariza (15) und Derek Fisher (13) (Ein Mann für gewisse Sekunden) punkteten im zweistelligen Bereich.

Für Dwight Howard und Co. blieb bei den ganzen Feierlichkeiten nur die Zuschauerrolle. Die Magic konnten in kaum einer Partie der Finals an die Form der Serien zuvor anknüpfen ? auch nicht in Spiel fünf.

Van Gundy verzweifelt

Dementsprechend verzweifelt zeigte sich Coach Stan Van Gundy: "Ich finde, meine Jungs haben hart gekämpft. Aber die Lakers hatten irgendwie immer die bessere Antwort."

Der "Superman" Howard, der in der Partie zuvor durch seine vergebenen Freiwürfe kurz vor Schluss zu Pechvogel wurde (Lakers kurz vor dem Titel), erzielte elf Punkte und schnappte sich zehn Rebounds.

Insgesamt setzte er nur zu neun Würfen an. Ein Indiz dafür, dass er nicht wirklich in Schwung kam.

Howard blickt optimistisch in die Zukunft

Rashard Lewis markierte 18 Punkte, traf allerdings nur drei seiner zwölf Dreierversuche. Hedo Türkoglu, Courtney Lee und Rafer Alston erzielten jeweils 12 Zähler für die Gastgeber.

"Es tut sehr sehr weh", so der traurige Howard. Doch bei all der Enttäuschung war sein Blick schon wieder in die Zukunft gerichtet.

"Man kann aus Niederlagen lernen. Manchmal muss man erstmal eine schwere Pleite einstecken, um irgendwann mal der Gewinner zu sein."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel