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In die Hall of Fame aufgerückt: TV-Kommentator Dick Vitale © getty

Fernseh-Kommentator Dick Vitale stiehlt Olajuwon, Ewing und Co. bei der Aufnahme in die Hall of Fame die Show. Er sagt hingegen, er stehle Geld - und bekommen dafür vier Monate Urlaub.

Von Michael Spandern

München - Sie gehen als die beiden erfolgreichsten Center ihrer Zeit in die Hall of Fame ein:

Hakeem Olajuwon und Patrick Ewing kamen zusammen in der NBA auf 52.000 Punkte und über 25.000 Rebounds. Olajuwon blockte zudem 3,830 Würfe - ein unerreichter Rekord.

Am Freitag wurden sie gemeinsam mit Erfolgscoach Pat Riley (mittlerweile nur noch General Manager bei den Miami Heat), Adrian Dantley, Bill Davidson, dem Besitzer der Detroit Pistons and Shock sowie Cathy Rush, ehemals Coach der Immaculata University, in die Ruhmeshalle in Springfield aufgenommen.

30 Minuten am Mikro

Nummer sieben der Geehrten war ein Fernseh-Kommentator, der mit seiner Reibeisen-Stimme und seinen kauzigen Gesichtszügen eher wie ein Erzähl-Onkel daherkommt.

Und genau so gab sich der 69-jährige Dick Vitale auch, als er wie die anderen für einige Dankesworte ans Mikro trat.

Da sprach er nun 30 Minuten gewohnt leidenschaftlich über Basketball, Übertragungen und über seinen Vater, der tagsüber Mäntel bügelte und nach als Sicherheitsmann arbeitete.

Genug von jammernden Spielern

Sein eigener Beruf, der "Dickie V" während der Saison fast jeden Tag quer durchs Land treibt, sei dagegen ein Klacks.

"Ich stehle mein Geld, indem ich über ein Spiel spreche und dafür bezahlt werde. In welchem anderen Job bekommst du vier Monate Urlaub?"

Daher breche es ihm auch das Herz, wenn sich NBA-Spieler über die Belastung von 82 Saisonspielen weinen. Schließlich gäbe es Flugzeuge, und selbst die Profis, die kaum spielen könnten, verdienten Millionen.

Vitale ist die Stimme des College-Basketballs, geliebt für seine mitreißenden, von Sympathie für das Spiel und die jungen Amateure getragenen Kommentare oder Ausrufe.

2000 Punkte mehr als Ewing

Er war es, der Olajuwon den Spitznamen "The Dream" gab. "Ein Traum, der wahr wird", war für Olajuwon am Freitag die Aufnahme in die Hall of Fame.

Der in Nigeria aufgewachsene Center erzielte 27.000 Punkte - 2000 mehr als Ewing, der dafür zwei Olympische Goldmedaillen mit den USA holte, "The Dream" eine.

In den NBA-Finals 1994 behielten Olajuwons Houston Rockets in sieben Spielen die Oberhand über Ewings New York Knicks und holten ihren ersten Titel.

Endlich Respekt für Dantley

Pat Riley, gewann allein als Head Coach fünf NBA-Meisterschaften, vier mit den L.A. Lakers und 2006 mit den Miami Heat im Finale gegen die Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki.

Riley hatte auch als Spieler und Assistenztrainer Titel geholt.

Dantley blieb dies versagt, obwohl er es bei sieben NBA-Teams versuchte. Der Scorer, der in seiner Karriere auf 23.000 Punkte, klagte hernach, dass ihm zu wenig Respekt entgegengebracht werde.

Nun ist er, nachdem er zuvor sechsmal nominiert, aber gescheitert war, ein Mitglied der Ruhmeshalle.

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