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Raptors-Topscorer Chris Bosh (l.) kassiert 2009/10 knapp 15,8 Millionen Dollar © getty

Commissioner David Stern kündigt in einem Memorandum an, das Salary Cap in den kommenden Jahren drastisch kürzen zu wollen.

Von Robert Gherda

München - Die Wirtschaftskrise macht auch vor der NBA nicht halt:

Wie Commissioner David Stern den 30 Teams in einem Memorandum am Mittwoch mitteilte, wird das Salary Cap für die kommende Saison 2009/2010 um eine Million von 58,7 auf 57,7 Millionen Dollar gesenkt.

Noch drastischer müssen die Vereine dann ab der Saison 2010/2011 sparen. Dann würde sich die Gehaltsobergrenze nur noch zwischen 50,4 und 53,6 Millionen bewegen, sagte die Liga voraus.

Gewinneinbrüche zwingt Liga zum Sparen

Das Salary Cap erlaubt den Mannschaften gemeinsam 51 Prozent des Ligaerlöses für Spielergehälter auszugeben.

Zu erwartende Gewinneinbrüche von bis zu fünf Prozent zwingen die Liga allerdings nun, den Rotstift auszupacken.

Anders als Vereine in der NHL oder NFL, die die jeweiligen Salary Caps keinesfalls überschreiten dürfen, haben Teams unter dem mit der Spielergewerkschaft ausgehandelten "Collective Bargaining Agreement" der NBA einige Ausnahmeregelungen, die es ihnen erlauben, das Gehaltslimit zu übersteigen.

"Soft Cap" in der NBA

Das Salary Cap der NBA wird deswegen auch weitläufig als "soft cap" bezeichnet.

Allerdings existieren auch hier Grenzen:

Ab einem bestimmten Betrag muss der Verein für jeden ausgegebenen Dollar einen weiteren Dollar als Luxussteuer an die Liga abtreten. In der vergangenen Saison lag dieser Wert bei 71,15 Millionen über dem Salary Cap.

Sieben Vereine zahlen Luxussteuer

In der vergangenen Saison gab es insgesamt sieben Teams, die Geld an die Liga zahlen mussten:

Die New York Knicks (23,7 Millionen Luxussteuer), Dallas Mavericks (23,6 Millionen), Cleveland Cavaliers (13,7 Millionen), Boston Celtics (8,3 Millionen), Los Angeles Lakers (7,2 Millionen), Portland Trail Blazers (5,9 Millionen) und die Phoenix Suns (4,9 Millionen).

2010 viele Stars zu haben

Diese Entwicklungen kommen für viele Vereine denkbar ungünstig, denn im kommenden Sommer kommen Superstars wie Dwayne Wade, Chris Bosh und allen voran LeBron James auf den Markt der Free Agents, die sich ihren arbeitgeber aussuchen dürfen. 122892(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Allen voran die New York Knicks bereiten sich seit über zwei Jahren darauf vor, im Sommer 2010 mehrere Superstars in den "Big Apple" zu holen. Wenn diese ersten Prognosen wirklich eintreten sollten, haben die "Knickerbockers" nun weit weniger Geld zu Verfügung als ursprünglich angenommen und können sich nun bestenfalls einen Starspieler leisten.

Verlängern LeBron Co.?

Es erscheint mittlerweile aber auch durchaus denkbar, dass die Superstars bei ihren bisherigen Vereinen verlängern könnten.

Dem aktuellen Verein werden nach heutigen Regeln weit mehr finanzielle Möglichkeiten eingeräumt als anderen Interessenten, was die Jagd nach Free Agents betrifft.

Rollenspieler leiden am meisten

Auf der anderen Seite ist auch zu befürchten, dass die Spirale zwischen arm und reich immer größer wird.

Denn so genannte Rollenspieler leiden unter einem niedrigeren Salary Cap bei Weitem mehr als die Stars der Liga, um die meistens ein Wettbieten veranstaltet wird.

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