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Ricky Rubio debütierte in der spanischen Liga ACB bereits im Alter von 14 Jahren © getty

Der Wechsel des Spaniers in die NBA steht auf der Kippe: Minnesota darf nicht, Wenigverdiener Rubio kann nicht genug zahlen.

Von Björn Seitner

München - Der Transfer von Ricky Rubio zu den Minnesota Timberwolves für die kommende Saison steht weiter auf Messers Schneide.

Wie der 18-jährige Spanier "ESPN" bereits mitteilte, ist er gewillt zu wechseln. Doch nur ein Stapel Geld kann den Handel über die Bühne bringen.

5,75 Millionen Euro müsste Rubio aufbringen, um seinen bis 2011 laufenden Vertrag bei Joventut Badalona vorzeitig zu beenden.

Ein Betrag, den sich Rubio angesichts seines Jahreseinkommens von 70.000 Euro in der vergangenen Spielzeit wohl kaum leisten kann.

Regel schränkt T'wolves ein

Der Spanier, der bereits mit 14 Jahren sein Debüt in der spanischen Liga ACB feierte, wurde von den Timberwolves an Position fünf gedraftet (Draft 2009: Rubio nur Nummer 5, Dallas holt Beaubois).

Nach dem unerwarteten Coup an der Talentbörse kündigte Minnesotas Präsident David Kahn bereits an: "Wir werden Ricky und seiner Familie volle Unterstützung leisten. Wenn es irgendetwas gibt, mit dem wir behilflich sein können, und das innerhalb des Regelwerks liegt, werden wir das tun."

Viele Möglichkeiten haben die Timberwolves allerdings nicht. Eine Regelung, welche die NBA im Verhandlungsabkommen festgeschrieben hat, erlaubt Minnesota im Höchstfall etwa 350.000 Euro von den geforderten 5,75 Millionen Euro zu übernehmen. (Gewinneinbruch: NBA schnallt Gehaltsgürtel enger)

Kahn will nach Spanien fliegen

Nun bleibt Kahn offenbar nichts anderes übrig als abzuwarten.

Er erklärte, dass das Team bereit wäre, ein Jahr oder sogar zwei zu warten, falls Rubio keine Einigung mit Badalona erzielen könne. 122892(DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Laut "Associated Press" will Kahn aber noch einen Versuch unternehmen, die geforderte Ablösesumme zu drücken. In der nächsten Woche will der gelernte Anwalt nach Spanien fliegen, um persönlich mit den Verantwortlichen von Joventut zu reden.

Ablöse unverhältnismäßig zum Gehalt

Für die kommende Saison steigt das Jahresgehalt Rubios auf 125.000 Euro.

Angesichts der immensen Ablösesumme sagte sein Vater Esteban zum Gebaren der Katalanen: "Die Bestimmungen, nach denen wir Ricky freikaufen können, sind unverhältnismäßig zu seinem Gehalt. Joventut hat ein Recht darauf bezahlt zu werden, aber was sie kassieren wollen, steht in keinem Verhältnis zu dem, was er verdient."

Esteban Rubio hatte ebenso den Versuch unternommen, mit Joventut neu zu verhandeln, "konnte aber keine Einigung erzielen".

Falls der Streitfall nicht geklärt werden könne, kündigten die Rubios eine zivilrechtliche Klage als nächsten Schritt an.

Einwände vom Joventut-Boss

Ein Schritt mit dem Jordy Villacampa, Präsident von Joventut, sich nicht anfreunden könnte.

"Ich weiß nicht, ob es ethisch einen guten Eindruck machen würde, wenn ein Spieler, der uns verklagt, weiter für Joventut spielt. Es ist wirklich merkwürdig", sagte Villacampa.

Ob Ricky Rubio nun bereits zur kommenden Spielzeit für die Timberwolves auflaufen kann, wird auch an den Gesprächen zwischen Kahn und Joventut liegen.

Dessen Erfahrung als Anwalt wird ihm in einer, wie er sie nennt, "heiklen Rechtslage" aber sicherlich helfen.

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