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LeBron James spielt seit 2003 in der NBA für die Cleveland Cavaliers © getty

"King James" überrascht als Autor: In seinem Buch bereut er sein Verhalten in der High School und beklagt sich über eine "Hexenjagd".

Von Felix Götz

München - Der Weg zum Superstar ist steinig.

Wie viele junge Sportler, die quasi über Nacht berühmt wurden, hatte auch LeBron James große Probleme damit, den Hype um seine Person zu Beginn seiner Karriere richtig einzuordnen.

Das verrät der 24-jährige Ausnahmespieler der Cleveland Cavaliers (DATENCENTER: Ergebnisse) in dem Buch "Shooting Stars", in dem es um seinen Weg von einem "Armenviertel" der Industriestadt Akron (Ohio) zu einem der besten amerikanischen Sportler seiner Generation geht. Das Buch kommt im September auf den amerikanischen Markt.

"Wir wurden arrogant und müssen uns dafür schämen", schreibt James über jene Zeit, in der er mit seinem High School Team in Ohio als 17-Jähriger erstmals für Furore sorgte, und sein enormes Potenzial auch bei den Medien Interesse weckte.

Die Medien sind schuld

Er und seine Teamkollegen Dru Joyce, Sian Cotton, Romeo Travis und Willie McGee, die gemeinsam die "Fab Five" genannt wurden, hätten sich wie "Rockstars" gefühlt.

Joyce (ratiopharm Ulm) und Travis (Walter Tigers Tübingen) spielen im Übrigen mittlerweile in der Bundesliga.

Schuld am "Abheben" seien vor allem die Medien gewesen. "Die Erwachsenen haben uns so behandelt, sich dann zurückgelehnt, und zugesehen wie die Selbstzerstörung begann. Jeder Reporter der Welt schien mir hinterher zu laufen", erzählt James, der das Buch gemeinsam mit einem Journalisten verfasste.

Marihuana im Hotelzimmer

"Ich habe mich selbst als den Auserwählten bezeichnet. Eigentlich sollte ich das nicht mehr erzählen, aber so war ich", schämt sich "King James".

Irgendwann sei dann der Druck so groß geworden, dass er und seine Teamkollegen eines Nachts in einem Hotelzimmer Marihuana geraucht hätten.

Auch die Geschichte, als seine Mutter einen Kredit aufnahm um ihrem Sprössling zum 18. Geburtstag einen Hummer H2 zu schenken, greift der "MVP" der vergangenen Saison in seinem Buch auf.

Journalisten als "Schaulustige"

Die Medien hatten damals spekuliert, dass ein NBA-Team oder ein Sportartikelhersteller das Supertalent mit dem Auto locken wollte, was nach den Regeln der High-School-Sportverbände in den USA verboten ist.

"The Chosen One", wie er sich schon damals nennen ließ, fühlte sich von der Presse derart unfair behandelt, dass er Journalisten als "Schaulustige bei einem Autounfall" bezeichnete.

Sperre wegen zwei Trikots

Im Jahr 2003 wurde der 2,03-Meter-Koloss dann wegen Missachtung der Amateur-Regel von der "Ohio High School Athletic Association" vorübergehend suspendiert.

Der Grund: Ein Sportgeschäft in Cleveland wollte Poster von James aufhängen und gab dem zweimaligen Allstar-MVP als Gegenleistung die Originaltrikots von NFL-Legende Gale Sayers und dem ehemaligen Bullets-Center Wes Unseld.

Die Sperre durch die "OHSAA" und deren damaligen Vorsitzenden Clair Muscaro wurmt James noch heute.

"Es war eine Hexenjagd"

Deshalb schlägt er in seinem Buch zurück: "Das war eine Hexenjagd. Diese Ein-Mann-Bande wollte mich ruinieren, mich zum Gespött der Leute machen, in dem Gerüchte verbreitet wurden, dass ich korrupt sei."

Trotzdem seien es gerade solche Vorkommnisse gewesen, die ihn und seine Freunde noch enger zusammengeschweißt hätten und ihn selbst zu einer echten Persönlichkeit haben reifen lassen.

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