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Die Saison 1986/87 ist eine besondere für "Magic". Zum dritten Mal in vier Jahren treffen die Lakers in den Finals auf die Celtics um Larry Bird. Und wieder haben die Kalifornier das bessere Ende für sich und gewinnen in sechs Spielen. Zudem sichert sich Johnson den ersten Saison-MVP-Titel seiner Karriere
Earvin "Magic" Johnson wurde insgesamt dreimal zum wertvollsten Spieler der NBA gekührt © getty

Eine NBA-Legende wird 50: Heute liegen "Magic" Johnson der Kampf gegen AIDS und Sozialarbeit mehr am Herzen als jeder Meistertitel.

München - Die 50 möchte man ihm nicht abnehmen.

Wenn Earvin "Magic" Johnson im amerikanischen Fernsehen über Basketball doziert, will man den immer noch blendend aussehenden Superstar am liebsten gleich wieder auf's Feld schicken.

"Die Liebe meiner Frau und die Liebe zum Sport", erklärt Johnson sein Erfolgsgeheimnis, bei dem auch 18 Jahre nach seiner Infizierung mit dem HIV-Virus keine Anzeichen von AIDS aufgetreten sind. Am Freitag macht der ehemalige Point Guard der Los Angeles Lakers das halbe Jahrhundert voll. (L.A. feiert den 15. Titel)

"Blinde" Pässe und Genialität

13 Jahre lang (1979 bis 1991 und 1996) setzte Johnson in der NBA Maßstäbe. Unvergessen sind seine "blinden" Pässe, sein geniales Spielverständnis und vor allem seine elektrisierenden Showdowns mit seinem Kumpel Larry Bird (Boston Celtics), die Amerika ein aus sportlicher Sicht - und damit politisch durchaus korrektes - Duell "Schwarz gegen Weiß" bescherte.

Am Ende einer schillernden Karriere standen Werte, mit denen bestenfalls ein anderer "M.J." - Michael Jordan - konkurrieren kann: 17.707 Punkte, fünf Meisterschaften mit den Gold-Blauen, 12 Berufungen ins Allstar-Team, olympisches Gold in Barcelona und die folgerichtige Aufnahme in die Hall of Fame (2002).

"Magic" seit der Highschool

Seinen berühmten Beinamen erhielt Johnson übrigens schon vor seinem Einstieg ins Profigeschäft. Als 15-Jähriger erzielte er in einem Spiel der Lansing s Everett High School (US-Bundesstaat Michigan) 36 Punkte, 16 Rebounds und 16 Assists, was einen Sportjournalisten der dortigen Tageszeitung zum heute weltweit bekannten Prädikat "Magic" inspirierte. ("Magic" Johnson setzt auf LeBron James)

Finanziell hat der Mann mit dem Zahnpasta-Lachen längst ausgesorgt. 105 Starbucks-Kaffeehäuser, zwölf Fitness-Zentren, zehn Kino-Paläste und 20 Burger-King-Restaurants tragen heute den Namenszug von Johnson.

Dem Entrepreneur wurden aufgrund seiner geschäftlichen Erfolge nach dem Basketball - viele davon fanden ihren Ursprung in den Slums von Los Angeles - zahlreiche Auszeichnungen verliehen.

Kampf gegen AIDS

Doch es ist das Thema AIDS, bei dem Johnson wahre Leidenschaft zeigt. "Wir sind noch nicht am Ziel. Die Medizin von heute hat zwar enorme Fortschritte gemacht, doch der letzte Durchbruch steht noch aus."

Johnsons Frau Cookie erinnert sich mit gemischten Gefühlen an den 7. November 1991, als ihr Gatte zum Schock der Welt-Öffentlichkeit seine Infizierung mit dem HI-Virus bekannt gab und vom Basketball zurücktrat.

"Ich war total dagegen. AIDS war immer noch ein Außenseiter-Thema. Aber er wollte es machen, weil es seiner Ansicht nach die einzige Chance war, mehr Aufmerksamkeit zu wecken und damit Leben zu retten. Earvin hat seine eigene Reputation aufs Spiel gesetzt. Das macht ihn für mich zum Helden."

HIV nicht mehr nachweisbar

Heute ist der HI-Virus laut Johnson, der täglich Medizin einnimmt, in seinem Körper nicht mehr nachweisbar. Sein Vermögen will der dreifache Vater weiterhin in den Neubau von Krankenhäusern und in Selbsthilfegruppen investieren, die Stadtteile von Jugendkriminalität befreien sollen.

In Los Angeles kaufte er gerade Hunderte von Schachbrettern und platzierte diese in seinen Starbucks-Läden. "Endlich gibt es wieder ein Gefühl von Heimat und Verbundenheit. Aufgrund meiner und anderer Projekte sank die Kriminalität oft in zweistelligen Raten. Das ist mehr wert als jede Meisterschaft."

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