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Nathan Jawai (M.) wechselte im Sommer von den Toronto Raptors nach Dallas © getty

Nathan Jawai kämpft unterliegt im ozeanischen Final-Rückspiel. Dass "Aussie-Shaq" überhaupt spielt, macht den Mavs-Zugang stutzig.

Von Michael Spandern

München - Nathan Jawais wundersame Sommer-Reise ist am Dienstagabend zu einem unglücklichen Ende gekommen.

Australien verspielte im Final-Rückspiel der Ozeanien-Meisterschaft durch eine 78:100 (40:38)-Auswärtsschlappe in Wellington gegen Neuseeland den Titel.

Und Center Jawai - als Beigabe im Shawn-Marion-Trade im Juli von den Toronto Raptors zu den Dallas Mavericks geschickt - war trotz 17 Punkten und neun Rebounds einer der tragischen Figuren.

"Tall Blacks" zu ausgebufft

Denn "Aussie-Shaq", mit 125 kg das Schwergewicht auf dem Parkett, war zu unerfahren, um den Frontcourt der gastgebenden "Tall Blacks" in Schach zu halten.

Unter den Körben dominierten die Neuseeländer Mika Vukona, gerade mal 1,98 m groß, mit 25 Punkten und 12 Rebounds sowie Alex Pledger (15 und 13).

Zudem steuerte Shooting Guard Kirk Penney, 2007/08 einige Monate bei ALBA Berlin aktiv, 24 Punkte, zehn Assists und sieben Rebounds zum höchsten Sieg aller Zeiten über den ozeanischen Rivalen bei.

Scola die Show gestohlen

Die "Tall Blacks" wendeten das Blatt im dritten Viertel, das sie mit 36:15 gewannen. Reservist Mike Fitchett traf mit der Pausensirene einen weiten Dreier zum 74:55. Verspielt war Australiens 84:77-Vorsprung aus dem Hinspiel in Sydney, das die "Boomers" auch dank 17 Punkten und elf Rebounds von Jawai gewonnen hatten.

Der 22-Jährige, 2008/09 in seiner ersten NBA-Saison nur zu 19 Spielminuten für die Raptors gekommen, spielte einen konstant starken Sommer im Nationalteam, verbuchte durchschnittlich 17,1 Punkte.

In zwei Partien gegen Argentinien stahl er seinem Gegenspieler Louis Scola, immerhin Stammspieler der Houston Rockets, mit zusammen 46 Punkten und 15 Rebounds die Show.

Planen die Mavs ohne Jawai?

Doch dass er überhaupt für sein Land auflaufen durfte, ist erstaunlich, mussten doch Dirk Nowitzki und der Puertoricaner J. J. Barea auf Wunsch von Mavericks-Boss Mark Cuban die jeweiligen Kontinentalmeisterschaften absagen.

Jawai hingegen, glauben viele, spielt in den Planungen der Texaner höchstens eine Randrolle - wenn überhaupt.

Auch er selbst ist skeptisch: "Es ist schwer, einen Kerl im Kader zu haben, den du noch nicht spielen gesehen hast und über den du nicht viel weißt", sagte er der australischen Zeitung "Cairns Post". "Was auch immer passiert, geschieht. Bis jetzt haben sie noch nicht mit mir gesprochen."

Keine Highlights in der Summer League

Dem wiederum trat Cuban entgegen. In einer E-Mail an die "Dallas Morning News" schrieb der Milliardär: "Ich habe Nathan in der Summer League gegrüßt." Um scherzhaft anzufügen: "Vielleicht wusste er nicht, wer ich war..."

Besonders beeindruckt aber wird auch Cuban nicht gewesen sein: Im der einzigen der fünf Summer-League-Partien, in welcher der Australier zum Einsatz kam, erzielte er einen kümmerlichen Punkt.

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