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Der extrovertierte Referee Joe Crawford (l.) ist in der NBA umstritten © getty

Nach gescheiterten Verhandlungen sperrt die Liga vorerst ihre Referees aus. Nun müssen wie 1995/96 Aushilfs-Schiris ran.

Chicago - Im Schiedsrichter-Streit der NBA hat die Liga die Muskeln spielen lassen und die Unparteiischen für die Testspiele in der Vorsaison ausgesperrt.

Zugleich wurden die Tarifverhandlungen mit der Schiedsrichter-Vereinigung NBRA am Freitag vorerst abgebrochen. Die Spiele der Pre-Season werden nun von Nachwuchs-Schiedsrichtern aus unteren Ligen geleitet.

Sollte es bis zum Saisonbeginn am 27. Oktober zu keiner Einigung mit der NBRA kommen, sei der Einsatz der Reserverve-Schiris auch in den regulären Spielzeit möglich, teilte die NBA mit. (Der komplette Spielplan)

370.000 Euro für die Altgedienten

Zuletzt war das wegen eines Schiedsrichterstreiks in der Saison 1995/96 der Fall. Die 57 Profi-Schiris hatten zuvor angekündigt, nicht an einem Trainingscamp der NBA teilzunehmen.

Die Schiedsrichter fordern, dass die Liga ihre rigiden Kürzungspläne für Zahlungen nach Ende der aktiven Spielleiter-Laufbahn überarbeitet. Die Liga will zudem Prämien und Reisekostenregelungen verändern.

Zu Beginn einer NBA-Karriere erhält ein Unparteiischer derzeit umgerechnet rund 100.000 Euro pro Jahr, Senior-Referees bis zu 370.000 Euro. "Es ist sehr enttäuschend, dass die NBRA die ökonomische Realität ignoriert und uns keine Wahl lässt, Ersatz-Männer zu verpflichten", sagte der enttäuschte NBA-"Vize" Rick Buchanan.

Nachweisbares Leistungsgefälle

Die NBA-Schiris können auf den Rückhalt der Profis zählen. Vor 14 Jahren gab es von Spielerseiten massive Kritik an den Leistungen der Reserve-Referees.

Einer Dokumentation zufolge sind 1995/1996 während der Aussperrung innerhalb eines Monats durch Schiedsrichter-Entscheidungen Geldbußen in Höhe von 200.000 Dollar und 26 Sperren fällig geworden. Dagegen hatte es in der gesamten Vorsaison bei Entscheidungen der Profi-Schiedsrichter Geldbußen von 147.000 Dollar und nur 22 Sperren gegeben.

Die Schiedsrichter-Gewerkschaft teilt der Liga zudem per Memorandum mit, dass Verletzungen von Chris Webber und Shaquille O'Neal zu vermeiden gewesen wären, hätten die Aushilfs-Schiris der Eskalation der Härte entgegengewirkt.

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