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So wie ihn jeder Amerikaner sehen will: Howard mit Hand am Herzen und dem Kopf gesenkt © getty

Ganz Amerika ist empört: Dirk Nowitzkis amerikanischer Teamkollege Josh Howard äußert sich der Nationalhymne gegenüber respektlos.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Josh Howard bleibt die Skandalnudel der Dallas Mavericks: Nach seinem Geständnis zum Marihuana-Konsum und einer Verhaftung wegen eines illegalen Autorennens Anfang August hat der Small Forward für weitere Schlagzeilen gesorgt.

Wie jetzt bekannt wurde, äußerte sich Howard bereits im Juli bei einem Charity-Footballspiel von Allen Iverson respektlos gegenüber der amerikanischen Nationalhymne.

"Ich zelebriere den Sch? nicht"

Ein Videomitschnitt während des Footballspiels zeigt Howard, wie er in die Kamera spricht. "Der Star Sprangled Banner" läuft, aber ich zelebriere diesen Sch? nicht. Ich bin schwarz", hört man den Erstrunden-Pick der Mavericks von 2003 sagen.

Für die patriotischen und vor Nationalstolz strotzenden Amerikaner ist dies der Aufreger schlecht hin.

In einem Forum beschwerte sich ein Großteil der User über Howards unverantwortliches Verhalten als NBA-Star.

Hier ein kleiner Auszug:

Dj Go Go Gomez:"Warum sollte dieser aus der Versklavung stammende Amerikaner afrikanischer Herkunft die Nationalhymne respektieren und eine gewisse patriotische Haltung an den Tag legen?Ich geb' euch die Antwort: Weil er hier eine Menge Geld verdient. Wenn er Amerika so sehr hasst, warum bleibt er dann hier? Weil er nirgendswo anders so viel Geld verdient. Wenn unser Geld gut genug für ihn ist, dann sollte auch das Land gut genug sein und dann sollte er sich auch dem Land gegenüber respektvoll verhalten, das ihn zum Multimillionär macht."

Fallin up:"Josh sollte einfach den Mund halten. Dieser Idiot steht bei der Nationalhymne vor jedem Spiel still da. Und er spielt schon eine ganze Weile in der Liga. Und da hat er sich nicht geweigert, das Ganze zu zelebrieren. Sein Geblubber ist nichts als heuchlerischer Sch?Alles schön und gut, soll er das Land hassen, bla, bla, bla. Aber er sollte, wenn man wie er unter einem Mikroskop steht, nicht solch dumme Sachen von sich zu geben."

Justice:"Commissioner Stern muss ihn dafür gar nicht bestrafen, dass werden die Fans bei jedem Auswärtsspiel der Mavericks machen. Bei jedem Auswärtsspiel ist er der Staatsfeind Nummer Eins."

"Videohandys gehören nicht zu deinen Freunden"

Die Dallas Mavericks haben auf den Vorfall bereits reagiert, als ihnen das Video im Juli zugespielt wurde.

"Wir werden im anstehenden Training Camp an seinem Auftreten und seinem Verhalten in den Medien arbeiten", sagte Mavericks-Besitzer Mark Cuban in der "Dallas Morning News". "Ich habe ihm erklärt, dass Videohandys nicht zu seinen Freunden gehören sollten und er sich egal vor welcher Kamera in Acht nehmen sollte, weil es am nächsten Tag im Fernsehen oder im Internet auftauchen könnte."

Ob der Klub Howard eine Strafe aufgebrummt hat, dazu wollte sich Cuban nicht äußern. Und auch von der Liga gab es bisher keine Stellungsnahme dazu.

Eigentlich ein lieber Kerl

Das respektlose Gerede Howards ist nicht der erste Vorfall, bei dem er wider die patriotischen Vorstellungen seiner Landsleute handelt.

2006 lehnte er es ab, für die USA bei den Olympischen Spielen in Peking anzutreten, weil das Vorbereitungscamp mit seinen Plänen für den Sommer kollidierte.

"Josh ist eigentlich ein lieber Kerl mit einem großen Herzen", schwärmt Cuban dennoch von Howard, "aber irgendwie kann er das in der Öffentlichkeit nicht so rüberbringen. Daran müssen wir arbeiten."

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