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Drew Gooden begann seine NBA-Karriere bei den Memphis Grizzlies © getty

Vor Dallas' Trainingsauftakt sind vier Männer für die Mitte im Gespräch - auch Nowitzki. Verliert Dampier seinen Starterjob?

Von Michael Spandern

München - Als der komplizierte Deal in trockenen Tüchern war, begannen die Puzzlespiele.

Wie ist der viermalige All-Star Shawn Marion, den die Mavericks in einem Tausch vierer Teams von Toronto nach Dallas holten, in die Startformation zu integrieren?

Vor dem Trainingsauftakt am Dienstag (Der komplette Spielplan) ist die Frage weiterhin ungelöst - oder zumindest nicht eindeutig.

Small Ball - ein Zuschauermagnet

Der 31-jährige Marion agierte zuletzt bei den Raptors als Power Forward - jene Position, auf der Dirk Nowitzki der vielleicht beste Basketballer der Welt ist.

Dennoch glaubt Nowitzki selbst, dass er sich ins Getümmel unter den Körben stürzen wird. "Wir sind ein gefährliches Team und können varieren. Bei einer großen Formation spielt 'Damp' auf der 5, wenn wir es mit der kleinen Variante versuchen, spiele ich auf der 5 und Marion auf der 4", glaubt Nowitzki.

Doch die "Small-Ball"-Variante - abgesehen von Nowitzki wäre dabei kein Akteur größer als 2,01 Meter - hat zwar in der Vergangenheit andernorts viele Fans gewonnen, aber noch nie eine Finalserie.

Goodens Metamorphose

Hoffähig gemacht haben den Small Ball die Phoenix Suns, bei denen Spielmacher Jason Kidd sowie die Neuzugänge Marion und Tim Thomas einst aufliefen.

Ein dritter Neuer eröffnet den Mavs allerdings eine etwas größere, massigere und daher wehrhaftere Aufstellung: Drew Gooden. 28091(DIASHOW: Coach Carlisle mistet aus)

Der 28-Jährige, der in seiner achten Saison beim siebten Team anheuert, begann zwar seine Karriere als Small Forward, überzeugte jedoch zu Anfang der vorigen Saison auch als Center der Chicago Bulls (13,1 Punkte, 8,6 Rebounds pro Spiel).

Strafversetzung für Dampier?

Der Sohn einer Finnin hat zwar mit 2,08 Metern kein Gardemaß für die Fünf, doch mit dem China-Riesen Yao Ming und Koloss Shaquille O'Neal haben sich die größten Brocken in dieser Saison in die Reha bzw. in die Eastern Conference verabschiedet.

Bei der Vorstellung der Neuzugänge erhielt Gooden viel Lob vom Mavericks-Sportdirektor Donnie Nelson: "Mit Drew haben wir jemanden, der jeden auf seiner Position in Grund und Boden rennen kann." (Mavericks-Coach: Viertelfinale ist zu wenig)

Um dann dem etatmäßigen Starter die Verbannung auf die Ersatzbank anzukündigen: "Und dann kommt Erick Dampier als Ersatz, der genau die Rolle ausfüllt, die wir brauchen."

Dieselbe Attitüde wie jedes Jahr

Dampier war in den vergangenen fünf Jahren trotz seiner phlegmatischen Spielweise in 309 von 369 Spielen Starter.

Seine Durchschnittswerte in dieser Zeit - 6,6 Punkte und 7,6 Rebounds - sind akzeptabel, stehen aber in keinem Verhältnis zu den 12,1 Millionen Dollar, die Dampier 2009/10 einstreicht.

Auf seine drohende Versetzung auf díe Bank reagiert Dampier gewohnt ungerührt: Er werde mit derselben Attitüde wie jedes Jahr ins Trainingscamp gehen.

Dampier im letzten Vertragsjahr

"Ich ziehe keine voreiligen Schlüsse", zitieren die "Dallas Morning News" Dampier. "Wenn die sagen, der Starterjob ist noch nicht vergeben, werden wir beide hart dafür arbeiten und schauen, wer gewinnt."

Allerdings glaubt er, noch für "zwei oder drei Jahre" als Starter gut zu sein.

Womöglich nicht in Dallas: Nicht wenige rechnen damit, dass die Mavs den 34-Jährigen noch während der Saison und vor seinem Vertragsende im Sommer für einen Hochkaräter eintauschen.

Offense mit vielen Rochaden

Dann könnte auch die Bewerbung eines 2,01-Meter-Manns für den Center-Spot Erfolg haben: Marion kündigte an, er werde außer Small und Power Forward unter Umständen auch Center spielen.

"So wie unser Angriff nun aussieht, werde ich dort manchmal agieren", sagte "The Matrix". Allzu viel Bedeutung habe das aber nicht: Die Mavs wollen in der Offense viel rochierten, "und dann sind die Positionen quasi aufgelöst".

Neben Dampier steht noch ein zweiter gelernter Center im 15er-Kader: Nathan Jawai. Bei dem Australier ist allerdings noch unklar, ob er zeitweise in die unterklassige D-League abgeschoben oder sogar weggetauscht wird.

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