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Shaquille O'Neal zählt zu den Superstars, die sich keiner neuen Technik verschließen © getty

Zwitschern und telefonieren ist nun zu bestimmten Zeiten tabu - aber nicht für alle. Cuban will sich nicht einschränken lassen.

New York - Die Nutzung von Handys und Einträge bei sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook sind in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA künftig während der Spiele tabu. (MOBILE: US-Sport-News auf Ihr Handy!)

Das teilte die Liga den 30 Klubs in einem Memo mit. Das Verbot beginnt 45 Minuten vor Spielbeginn und dauert bis nach den letzten Pressegesprächen an. Auch in der Halbzeitpause dürfen elektronische Medien nicht genutzt werden. (Der komplette Spielplan)

Die Maßnahme gilt für Spieler, Trainer und Teambetreuer. Welche Strafen Zuwiderhandlungen nach sich ziehen, gab die NBA nicht bekannt.

Untergraben der Anti-Korruptions-Regeln

Die NBA stellt den Teams frei, intern noch schärfere Regeln aufzustellen.

Rund 1,4 Millionen Menschen verfolgen den Liga-Zweig von Twitter, und viele Spieler berichten auf eigenen Zweigen in den 140-Zeichen-Nachrichten über Sportliches und Privates.

Das Thema Twitter hatte bereits bei den US Open für Schlagzeilen gesorgt. Die Veranstalter des Tennisturniers hatten in der Players Lounge mit Zetteln vor der Nutzung des sozialen Netzwerks gewarnt.

Die Anti-Korruptions-Regeln könnten durch "Insider-Informationen" untergraben werden.

Teamintern oft schärfere Vorschriften

Experten gehen davon aus, das Coaches und Sportliche Leiter das Verbot gutheißen, da sie die zunehmende private Mobil-Kommunikation ihrer Spieler missbilligen.

Die Miami Heat, Toronto Raptors, Milwaukee Bucks und Los Angeles Clippers haben den Aktivitäten ihrer Profis in sozialen Netzwerken in dieser Woche bereits engere Grenzen als nun die NBA gesetzt.

Ligasprecher Tim Frank bestätigte allerdings bei "ESPN", dass leitende Angestellte, die das Spiel in den Zuschauerrängen verfolgen, sich auch währenddessen via Twitter oder Facebook äußern dürfen.

Cuban unbeeindruckt

Mavericks-Boss Mark Cuban, in der Regel während der Partien des Dirk-Nowitzki-Teams nahe an der Bank, kündigte prompt an, sich in keiner Weise einschränken zu lassen.

Er war im März der Erste, der wegen Twitterns zu einer Geldstrafe verdonnert wurde:

Als Cuban sich in der Viertelfinalserie zwischen Dallas und Denver über einen ausgebliebenen Pfiff der Referees gegen Nuggets-Guard J.R. Smith beschwerte, musste der Selfmade-Milliardär 25.000 Dollar zahlen.

O'Neal nicht betroffen?

Einer der aktivsten Twitterer ist Shaquille O'Neal, dessen Seite angeblich 2,3 Millionen User hat.

Die neuen Regeln "betreffen mich nicht", reagierte O'Neal gelassen. Er schreibt seine Einträge meistens, wenn er sich nicht beim Team aufhält.

Ein Auslöser für die neue Bestimmung dürfte auch Charlie Villanueva, Neuzugang der Detroit Pistons sein. Der Power Forward twitterte in der Vorsaison, als er noch für die Milwaukee Bucks auflief, in der Halbzeit aus der Kabine. Nun bezeichnet er das Verbot stolz als "Villanueva-Regel".

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