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Allen Iverson war 1999, 2001, 2002, und 2005 bester Korbjäger der NBA © getty

"The Answer" rechnet mit Detroit ab: Der Coach habe ihn belogen, die Spieler hätten ihn isoliert. Dennoch habe er geschwiegen.

Von Michael Spandern

München - Allen Iverson behält die Saison bei den Detroit Pistons als "das schlimmste Jahr meiner Karriere" in Erinnerung.

Der zehnmalige All-Star rechnete nun im Interview mit "ESPN" mit den Pistons und deren im Juli geschassten Coach Michael Curry ab.

Curry und das Management hätten ihn belogen, als sie Iverson einen Starterjob versprachen. Und nach einer Revolte der Spieler wären sie kläglich eingeknickt.

"So respektlos wären wir nie"

"Sie sagten mir anfangs: 'Allen, wir wären dir und deiner Karriere gegenüber niemals so respektlos', dass ich nur eingewechselt würde", sagte der 34-Jährige.

"Das haben sie mir ins Gesicht gesagt. Und ich habe mir keine Gedanken mehr darüber gemacht. Doch dann kamen sie zu mir und sagten, es sei 'das Beste für das Team', wenn ich als Ersatz für Richard Hamilton von der Bank käme."

Vor seinem Wechsel nach Detroit war Iverson in 824 von 829 als Starter in Spiel geschickt worden und hatte in keiner Saison weniger als durchschnittlich 22 Punkte erzielt. (Der komplette Spielplan)

Verschwörung der Pistons-Spieler?

Doch anscheinend drängten die Pistons-Spieler, ein verschworener Haufen "Bad Boys" darauf, dass Iverson sich hinten anstellen muss: Der Trainer hätte ihm mitgeteilt: "'Falls ich nicht bereit wäre, von der Bank zu kommen, wolle das Team überhaupt nicht mit mir spielen.'"

"Als Curry mir das sagt, fühlte ich, dass der Wechsel nach Detroit der schlechteste Schritt meiner Karriere war", erzählt Iverson.

"Ich war niemals in einem Team, dessen Coach mir erklärte, die Mitspieler hätten mich abgeschrieben. Und ich habe das die ganze Zeit mit mir rumgeschleppt, weil ich nichts Schlechtes über die Jungs sagen wollte", führt er aus.

Abstriche in Memphis

"Aber wie kann ein Head Coach dann glauben, dass ich gern mit diesen Kerlen zusammen bin?", fragt sich der MVP von 2001. (MOBILE: US-Sport-News auf Ihr Handy!)

Dabei sei der 1,83-m-Wirbelwind bei Bekanntwerden seines Trades von den Nuggets zu den Pistons im November noch froh gewesen - und auch sein Onkel und Manager Gary Moore hätte den Wechsel positiv beurteilt.

Nun geht seine Reise nach Memphis, wo er im September einen Vertrag über ein Jahr und 3,1 Million Dollar Gehalt - 17,7 Millionen weniger als 2008/09 - unterzeichnete.

Garantie für den Aufschwung

Sollten sich die Grizzlies - die in der Vorsaison nur 24 von 82 Spielen gewannen - nicht verbessern, sei dies eine Situation in der sowohl Iverson als auch der Klub verlieren, betonte der Shooting Guard.

Doch er werde "nicht zulassen, dass dies passiert". Im Gegenteil: Er will das Team von Trainer Lionel Hollins zu einem Playoff-Anwärter machen.

Mehr als das: "Ich werde mich nicht damit begnügen, in die Playoffs einzuziehen. Ich will das alle wissen lassen. Und wenn uns jemand herauswirft, hat der eine erfolgreiche Saison, ich aber nicht."

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