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Kobe Bryant (r.) gewann vergangene Saison seinen vierten NBA-Titel © getty

Der Titelverteidiger geht als Topfavorit in die neue Saison. Doch es gibt einige Teams, die sich Hoffnungen auf den Titel machen.

Von Robert Gherda

München - Mit einem absoluten Topspiel startet die NBA in der Nacht auf Mittwoch (ab 0.30 Uhr LIVESCORES) in die neue Saison. Die Cleveland Cavaliers mit den Superstars LeBron James und Shaquille O'Neal empfangen die Boston Celtics.

Beide Teams haben nur ein Ziel: Die Los Angeles Lakers vom Thron stoßen.

Die Lakers, die sich im Winter mit Small Forward Ron Artest von den Houston Rockets verstärkt haben, gelten bei den Experten jedoch weiterhin als Favorit auf den Titel.

Dennoch verspricht die neue Saison reichlich Spannung, denn viele Mannschaften dürfen sich Hoffnungen auf die Trophäe machen. (DATENCENTER: Der Spielplan)

Sport1.de macht den Favoritencheck (Weiter zu Teil zwei der Vorschau: Der erweiterte Kreis der Titelanwärter):

Die Favoriten:

Los Angeles Lakers:

Wichtige Neuzugänge: Ron Artest (Houston Rockets)

Wichtige Abgänge: Trevor Ariza (Houston Rockets)

Einziger Neuzugang beim Titelverteidiger ist Ron Artest. Der Defensivspezialist ist bekannt dafür, seine Gegenspieler in den Wahnsinn zu treiben, aber die Verpflichtung birgt durchaus auch Risiken.

Artests Ego ist überdurchschnittlich ausgeprägt, und es bleibt abzuwarten, wie das Zusammenspiel mit Kobe Bryant funktioniert.

Denn klar ist, dass Bryant auch in der kommenden Saison den Ton bei den Lakers angeben wird. Kritiker Artests bemängeln zudem, dass er defensiv trotz aller Aggressivität nachgelassen hat und auch abseits des Spielfeldes eine tickende Zeitbombe ist.

Positiv bei den Lakers ist aber auf jeden Fall zu verzeichnen, dass Lamar Odom seinen Vertrag um vier Jahre verlängerte. Der Power Forward wird den Lakers mit seiner Vielseitigkeit helfen.

Geht das "Artest-Experiment" auf, werden die Lakers mit Bryant, Artest, Pau Gasol, Andrew Bynum, Derek Fisher und Lamar Odom nur ganz schwer zu stoppen sein.

Sport1.de-Tipp: Ganz heißer Finals-Kandidat.

Boston Celtics:

Wichtigste Neuzugänge: Rasheed Wallace (Detroit Pistons), Marquis Daniels (Indiana Pacers)

Wichtigste Abgänge: Leon Powe (Cleveland Cavaliers), Stephon Marbury (ohne Verein)

Der Champion von 2008 gewann in der vergangenen Saison 27 seiner ersten 29 Spiele und schien auf dem besten Weg, seinen Titel zu verteidigen.

Doch eine langwierige Verletzung von Superstar Kevin Garnett warf die Celtics zurück und man musste sich schließlich in der zweiten Runde der Playoffs den Orlando Magic in sieben Spielen geschlagen geben.

In dieser Saison unternimmt Boston wohl einen vorerst letzten Anlauf auf den Titel, denn die meisten Leistungsträger sind bereits weit jenseits der 30 Jahre. Rasheed Wallace wird Garnett in der kommenden Saison mehr Verschnaufpausen ermöglichen und ist vor allem defensiv eine Verstärkung.

Zudem verstärkt sich das Team mit Marquis Daniels in der Breite. Daniels ist vor allem in Spielen wichtig, wenn Ray Allen einen schlechten Tag erwischt. Der wichtigste Neuzugang ist jedoch wohl Garnett selbst, dessen Leaderqualitäten das Team vergangene Saison schmerzlich vermisste.

Bleiben die Stars wie Paul Pierce, Allen, Garnett und Wallace trotz ihres Alters dieses Jahr von Verletzungen verschont, ist mit den Celtics auf jeden Fall zu rechnen.

Sport1.de-Tipp: Ganz heißer Finals-Kandidat.

Orlando Magic:

Wichtigste Neuzugänge: Vince Carter (New Jersey Nets), Brandon Bass (Dallas Mavericks)

Wichtigste Abgänge: Hedo Türkoglu (Toronto Raptors), Rafer Alston (New Jersey Nets)

Kaum jemand hatte die Magic in der letzten Saison auf dem Zettel, wenn es um die Favoriten ging. Doch nach dem Finaleinzug können die Magic kaum noch überraschen und zählen zu den Meisterschaftsanwärtern.

Das Team um Dwight Howard musste zwar Hedo Türkoglu via Free Agency ziehen lassen, doch mit Vince Carter wurde adäquater Ersatz verpflichtet.

Mit Carter und Scharfschütze Rashard Lewis verfügt Coach Stan Van Gundy über zwei ausgezeichnete Flügelspieler in der Starting Five.

Das Spiel soll wieder Jameer Nelson machen und dabei vor allem auch Howard unter dem Korb füttern. Überraschenderweise ist auch der Pole Marcin Gortat noch in Orlando.

Die Mavericks wollten den Center unbedingt haben und boten 34 Millionen. Aber die Magic gingen das Angebot mit und verfügen somit nach wie vor über zwei starke Center.

Orlando hat eine erstklassige erste Fünf und ist auch in der Breite stark besetzt, aber die Konkurrenz im Osten ist sehr groß.

Sport1.de-Tipp: In den Conference-Finals ist Schluss.

Cleveland Cavaliers:

Wichtigste Neuzugänge: Shaquille O'Neal (Phoenix Suns), Leon Powe (Boston Celtics)

Wichtigste Abgänge: Ben Wallace (Detroit Pistons)

In der vergangenen Saison waren die Cavaliers mit 66 Siegen das beste Team der regulären Saison.

Auch in den Playoffs marschierten die Cavs souverän in die Conference Finals, wo allerdings gegen Dwight Howard und Co. Endstation war.

Gegen den dominanten Center der Magic fanden LeBron James Co. kein Mittel und mussten sich in sechs Spielen geschlagen geben. Damit so etwas in Zukunft nicht wieder vorkommt, sicherte sich Cleveland die Dienste von Shaquille O'Neal.

Shaq soll unter den Körben aufräumen, um James mehr Platz zu verschaffen.

Ob diese Rechnung jedoch aufgeht, erscheint fraglich.

O'Neal schlug sich in den vergangenen Jahren vermehrt mit Verletzungen herum und flößt den Gegnern nicht mehr soviel Angst an, wie noch vor drei Jahren, als er mit den Miami Heat seinen vierten Titel gewann.

Zudem werden die Gerüchte um "King" James, dessen Vertrag nach der Saison ausläuft, anhalten und für Wirbel im Team sorgen.

Sport1.de-Tipp: 2009 sind Boston und Orlando zu stark. Cleveland scheitert in Runde zwei.

(Weiter zu Teil zwei der Vorschau: Der erweiterte Kreis der Titelanwärter)

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