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Dirk Nowitzki wurde 2007 zum MVP der NBA gewählt. © getty

Nach einem famosen Schlussspurt besiegen die Dallas Mavericks die Utah Jazz. Nowitzki stellt dabei einen Franchise-Rekord auf.

Von Robert Gherda

München/Dallas - Drei Viertel lang hielt sich Dirk Nowitzki gegen die Utah Jazz vornehm zurück. Die Dallas Mavericks lagen zu diesem Zeitpunkt zu Hause bereits mit 52:67 zurück, trafen nur 32 Prozent ihrer Würfe und drohten auch ihr zweites Heimspiel der Saison zu verlieren.

Anders jedoch als bei der Niederlage gegen die Washington Wizards versuchten die Mavericks gegen die Jazz die Offensivlast auf mehrere Schultern verteilen.

Was bei den Auswärtssiegen in Los Angeles gegen die Lakers und Clippers auch wunderbar funktionierte, klappte jedoch gegen die Jazz gar nicht. (DATENCENTER: Der Spielplan)

Neuer Franchiserekord für Nowitzki

Im Schlussabschnitt riss der Forward das Spiel an sich, zog bei jeder Gelegenheit zum Korb und führte die Mavericks doch noch zum dritten Saisonsieg.

Nowitzki erzielte allein in den letzten 12 Minuten 29 Punkte und sorgte dafür, dass die Mavs aus einem 15 Punkte-Rückstand noch einen souveränen 96:85-Sieg machten.

Damit stellte Nowitzki einen Franchise-Rekord für die meisten Punkte in einem Viertel auf. Bisher hatte Mark Aguirres Bestmarke von 24 Punkten aus dem Jahr 1984 Bestand. 170226(Die Bilder)

Insgesamt kam der Deutsche auf 40 Punkte, 11 Rebounds, 5 Assists, 5 Blocks, 2 Steals und leistete sich keinen einzigen Ballverlust. Nach dem Spiel zeigte sich der Matchwinner jedoch ganz bescheiden:

"Es war ein hässliches Spiel. Drei Viertel lief es bei uns gar nicht. Wir waren sehr langsam", erklärte der 31-Jährige: "Wir haben nach einer offensiven Initialzündung gesucht und glücklicherweise konnte ich das heute liefern."

"Er war nicht zu stoppen"

Shawn Marion, der zehn Punkte und acht Rebounds beisteuerte, ergänzte: "Wir haben ihn einfach immer weiter gefüttert. Es lief einfach bei ihm. Er war einfach nicht zu stoppen."

Auch Jason Terry war voll des Lobes: "Er hat heute eindrucksvoll gezeigt, warum er es zum MVP gebracht hat", lobte der Guard

Knapp zehn Minuten vor dem Ende lagen die Mavericks nach einem Korbleger von Wes Matthews bereits mit 56:72 zurück, aber dank eines 19:6-Laufs glich Dallas 2:41 vor Spielschluss zum 83:83 aus und holte wenig später erstmals in der zweiten Halbzeit die Führung, die das Team auch nicht mehr abgab.

Carlisle fassungslos

Coach Rick Carlisle war nach der Partie immer noch fassungslos: "Ich bin seit 25 Jahren im Geschäft und habe eine Menge unfassbarer Sachen gesehen", sagte er: "Aber um ehrlich zu sein: Es sah nicht wirklich gut aus für uns. Wir brauchten einige gute Offensiv-Aktionen und es kam dann glücklicherweise auch so."

Neben Nowitzki zeigte auch Spielmacher Jason Kidd eine starke Vorstellung. Der Point Guard kam auf 19 Punkte und verwandelte fünf seiner acht Dreipunkte-Würfe.

Boozer restlos bedient

Die Gäste hatten in Deron Williams (22 Punkte, fünf Rebounds, fünf Assists) ihren besten Akteur, war aber nach der Partie restlos bedient.

"Es ist hart, weil wir acht Minuten vor dem Ende noch mit 15 Punkten vorne lagen", haderte Forward Carlos Boozer, der zwölf Punkte erzielte: "Und danach folgte nur noch Freiwurf auf Freiwurf auf Freiwurf."

Sloan ein fairer Verlierer

Gäste-Trainer Jerry Sloan präsentierte sich als fairer Verlierer und zollte Nowitzki Respekt:

"Offensichtlich konnten wir gegen Nowitzki nichts ausrichten", resümierte Sloan: "Er war sensationell. Er hat jeden Wurf getroffen und ging an die Freiwurflinie. Aber das das Wichtigste war, dass er immer in der Lage war, zum Korb zu ziehen."

Durch die Niederlage weisen die Jazz nach vier Spielen erst einen Sieg auf und starteten damit so schlecht in die Saison wie seit der Spielzeit 2002/2003 nicht mehr.

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