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Nenad Krstic (M.) erzielte mit 14 Punkten nur unwesentlich weniger als Dwight Howard (20) © getty

Orlandos Coach kritisiert sein Team nach der Pleite in Oklahoma scharf. Bei den Thunder ist das Wort Playoffs noch ein Tabu.

Von Rainer Nachtwey

München/Oklahoma City Thunder - Stan van Gundy war sichtlich angefressen. Mit versteinerter Mine saß er auf der Trainerbank, sein Doppelkinn wölbte sich nach vorne und die Mundwinkel hingen fast bis zum Fußboden.

Dabei ist der Coach der Orlando Magic eher ein impulsiver Typ, der eher zu unüberlegten Äußerungen neigt, denn zu schweigen.

Als der Coach der Ende des letzten Viertels die 74:102-Niederlage seiner Mannschaft bei den Oklahoma City Thunder resigniert verfolgte, hatte er die Phase des Schreiens und Pöbelns bereits hinter sich.

Orlando fehlt Herz und Einsatz

Erst nach dem Spiel fand der Trainer des Vizemeisters zu seiner gewohnten Form, die er bei seinen Spielern vermisste, zurück.

"Diese Mannschaft hat mit viel Herz und Einsatz gespielt", sagte der Coach und bezog sich dabei nicht auf sein eigenes Team, sondern auf den Gegner. "Ich würde es gerne sehen, wenn unser Team so spielen würde. In den letzten Jahren waren wir es, die mit solch einer Intensität gespielt haben. Aber jetzt nicht mehr."

Kein gutes Basketball-Team

Die aktuelle Verletzten-Situation brachte der Coach nicht zur Sprache. Dass mit Vince Carter und Ryan Anderson sich zum noch drei weitere Spiele gesperrten Rashard Lewis in Zivil auf die Auswechselbank gesellten, wollte der Coach nicht als Ausrede gelten lassen (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Vielmehr machte ihm der Einsatz seiner Truppe zu schaffen. "Ganz ehrlich: Wenn wir diese Einstellung nicht ablegen, werden wir noch mehr solcher Spiele erleben. Im Moment sind wir kein gutes Basketball-Team."

Entscheidung kurz nach der Pause

Dass die Thunder eines werden können, ist kein Geheimnis. Das junge Team um Starspieler Kevin Durant, der in seiner dritten Spielzeit mit durchschnittlich 24 Punkten pro Partie glänzt, erzielte gegen die Magic 28 Zähler und erhielt Unterstützung von Russell Westbrook. Der Point Guard kam auf 17 Zähler und 10 Assists.

Der Schweizer Thabo Sefolosha brachte es zudem auf 13 Zähler und sorgte mit drei seiner zehn Rebounds zu Beginn der zweiten Halbzeit, dass OKC ein 8:0-Lauf in die zweiten 24 Minuten gelang und nach einem weiteren 9:0-Run mit 72:49 in Führung ging 170226(DIASHOW: DIe Bilder der 2. Woche).

Dann könnte es was mit den Playoffs werden

"Bei uns hat einfach alles gepasst, vor allem in der Verteidigung", bilanzierte Durant. "Darauf müssen wir aufbauen und hart weiterarbeiten", sagte der Flügelspieler und man wartete auf "dann könnte es was mit den Playoffs werden", doch dies ließ Durant weg.

Das Reden überließ er dann doch lieber Gästecoach Stan Van Gundy.

Los Angeles Lakers - New Orleans Hornets 104:88

Während es beim Vizemeister trotz der 5:2-Bilanz nicht rund läuft, ist der Champion zurzeit kaum zu stoppen, auch nicht von Verletzungssorgen.

Die Los Angeles Lakers setzten sich ohne ihre beiden "Big Men" Pau Gasol und Andrew Bynum gegen die New Orleans Hornets mit 104:88 durch.

Für das angeschlagene Center-Duo sprangen DJ Mbenga und Shannon Brown in die Bresche: der belgische Center Mbenga erzielte zehn Punkte, angelte sich 12 Rebounds und Shooting Guard Brown war mit 15 Zählern zweitbester Scorer der Gastgeber hinter - wie könnte es auch anders sein - Kobe Bryant.

Bryant verpasst drittes 41-Punkte-Spiel

"Wir wussten, dass es ein ganz schweres Spiel wird. Deshalb hatte jeder von uns seine Antennen ausgefahren und voll auf das Spiel konzentriert", sagte Los Angeles' bester Werfer. Der Finals-MVP verpasste es mit 28 Zählern allerdings, seine Serie nach zwei 41-Punkte-Spielen fortzuführen.

"DJ und Shannon haben uns sehr geholfen. Die ganzen Bankspieler haben uns sehr geholfen. Sie waren da als wir sie brauchten. Das wird immer wieder vorkommen, dass wir Probleme haben und dann ihre Hilfe brauchen. Und dann müssen sie bereit sein."

Ganz die alten Lakers

Während L.A. seine Bilanz auf 6:1 ausbaute, war es für New Orleans, das die Dallas Mavericks zuletzt mit 114:107 nach Verlängerung besiegt hatte, die vierte Niederlage im sechsten Spiel.

"Die Lakers sind einfach ein überragendes Team und wir eins im Aufbau", sagte Hornets-Aufbauspieler Chris Paul, der mit 15 Punkten bester Werfer seiner Mannschaft war.

"Sie haben uns in jeglicher Hinsicht geschlagen. Kobe hat sein übliches Spiel gespielt, dazu hat Mbenga großartig aufgespielt. Sie sahen auch ohne Gasol und Bynum wie die alten Lakers aus."

Sacramento Kings - Golden State Warriors 120:107

Bereits der dritte Saisonsieg gelang den Sacramento Kings gegen die Golden State Warriors. Die Kings, die ohne ihren verletzten Starspieler Kevin Martin auskommen mussten, setzen sich im kalifornischen Duell mit 120:107 durch.

Dabei stach Rookie Tyreke Evans mit 23 Punkten heraus. 18 Zähler erzielte der Point Guard dabei allein im zweiten Viertel, als Sacramento seinen Vorsprung auf elf Zähler ausbaute.

Nichts erzwingen

"In den ersten beiden Spielen hatte ich noch Probleme, aber mittlerweile habe ich das Gefühl, wie es läuft", sagte Evans, dem diesmal kein Einziger Ballverlust unterlief. "Ich habe den Rhythmus aufgenommen, warte, bis es läuft und erzwinge nichts mehr."

Bei den Warriors, die mit nur einem Sieg aus fünf Spielen in die Saison gestartet sind, war Stephen Jackson mit 21 Punkten bester Werfer.

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