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Kareem Abdul Jabbar heißt mit bürgerlichem Namen Ferdinand Lewis Alcindor © getty

Nach der Bekanntgabe seiner Erkrankung gibt sich der 62-Jährige optimistisch. "Ich kann trotz allem ein erfülltes Leben führen."

Von Rainer Nachtwey

München/New York - Schock in der NBA-Gemeinde: Bei Kareem Abdul-Jabbar wurde Blutkrebs festgestellt.

Wie der beste Punktesammler der NBA-Geschichte mitteilte, liegt ihm die Diagnose bereits seit letztem Dezember vor (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Die Ärzte wollten dem mittlerweile 62-Jährigen zwar nicht garantieren, aber er habe "gute Chancen", die chronische myeloische Leukämie (CML), so die genaue Bezeichnung der seltenen Form von Blutkrebs, zu überleben.

"Ich muss deswegen meinen Lebensstil nicht komplett ändern", sagte der einstige Center der Milwaukee Bucks und Los Angeles Lakers auf einer Pressekonferenz in Manhattan.

"Es fällt mir nicht leicht, darüber zu reden. Schließlich war ich nie einer, der sein Privatleben in der Öffentlichkeit dargestellt hat", führt Abdul-Jabbar aus.

Erstes Anzeichen Schweißanfälle

Erste Beschwerden habe er im vergangenen Jahr gespürt, als Schweißanfälle zur Gewohnheit wurden. "Das war nicht normal, auch nicht für mein Alter", sagt Abdul-Jabbar.

Daraufhin habe er sich einer Untersuchung an der Uniklinik der UCLA unterzogen, wo die niederschmetternde Diagnose festgestellt wurde.

Sein Leukozyten-Wert hätte sich dabei in schwindelerregender Höhe befunden, wodurch die Ärzte recht schnell zu der Erkenntnis gekommen wären.

"Wie lange werde ich noch leben?"

"Als erstes habe ich nur die Diagnose ?Leukämie? vernommen. Ich hatte Angst. Ich dachte Leukämie ist Leukämie und ich hätte nur noch wenige Monate zu leben."

Die Ärzte hätten ihn darauf beschwichtigt und ihm gesagt, dass man die Krankheit durch Medikamente und genaueste Beobachtungen behandeln könne.

"Meine erste Frage war: 'Wie lange werde ich es noch machen?'", sagte Abdul-Jabbar. "Aber es gibt Hoffnung. Ich kann trotz allem ein produktives und erfülltes Leben führen. Ich bin der lebende Beweis dafür. Ich darf sogar thailändisch essen."

Männer im Alter ab 60 Jahren

CML ist eine der häufigsten Formen der chronischen Leukämie. Dabei ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen, speziell von Granulozyten und dessen Vorstufen, im Blut und im blutbildenden Knochenmark stark erhöht.

Diese Form des Blutkrebs? tritt meist bei Männern im Alter ab 60 Jahren auf. Jedes Jahr erkranken laut dem Barbara Ann Karmanos Cancer Institute der Wayne State University School of Medicine in Michigan 16 von 1.000.000 Menschen an der erblich bedingten Krankheit.

Menschen können Heilungsprozess mitverfolgen

Abdul-Jabbar will mit öffentlichen Auftritten auf CML aufmerksam machen und über die Webseite CMLearth.com die Menschen an seinem Heilungsprozess Teil haben lassen.

Er will ähnlich wie sein früherer Lakers-Teamkollege Earvin "Magic" Johnson, der mit seiner HIV-Infektion das Bewusstsein für Aids stärkte, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf seine Erkrankung lenken: "Es ist eine Verpflichtung für mich, darüber zu reden."

Als Sprecher für einen Schweizer Pharmakonzern, der Medikamente zur Behandlung von CML herstellt, werde er weiterhin auf Konferenzen auftreten, um über die Krankheit zu sprechen.

"Vielleicht habe ich dadurch die Möglichkeit, Menschen das Leben zu retten", sagte Abdul-Jabbar.

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