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Bei Brad Millers Treffer war nach Ansichten der Schiedsrichter die Spielzeit abgelaufen © getty

Brad Millers Buzzer-Beater gegen Denver in der Schlusssekunde wird annuliert. Miamis Dwyane Wade legt eine Galavorstellung hin.

Von Matthias Fiedler

München - Dieses Spiel gegen die Denver Nuggets werden die Chicago Bulls wohl nicht so schnell vergessen: Im Gipfeltreffen der Division-Leader von Central (Chicago) und Northwest (Denver) erzielten die Bulls zwar in letzter Sekunde den Siegtreffer, doch am Ende durften die Nuggets jubeln. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Und so kam es dazu:

Carmelo Anthony hatte die Nuggets mit einem Jumper aus dem Feld 13 Sekunden vor Spielende mit 89:87 in Führung gebracht. Chicagos Coach Vinny Del Negro reagierte und nahm eine Auszeit.

Anscheinend hatte Del Negro die richtigen Worte gefunden.

Denn kurz darauf zog Bulls-Spielmacher Derrick Rose ein Foul und verwandelte beide Freiwürfe zum 89:89-Ausgleich.

Doch anstatt in der letzten Sekunde die Hände aus dem Spiel zu lassen und alles auf eine Verlängerung zu setzen, foulte Chicagos Kirk Heinrich noch einmal Denvers Chauncey Billups, der dankend annahm und an die Linie ging.

Noah rettet die letzte Chance

Billups erzielte 0,6 Sekunden vor Ende mit dem ersten Wurf die 90:89-Führung, den zweiten verwarf er absichtlich, um die restliche Spielzeit verstreichen zu lassen. Doch den Sieg machte er damit nicht perfekt, denn Chicagos Joakim Noah schnappt sich den Rebound und erhielt 0,3 Sekunden vor Ende eine Auszeit.

In der Folge bekamen die Bulls noch einmal Einwurf an der Seitenauslinie.

Miller trifft in letzter Sekunde

Hinrich passte auf Center Brad Miller, der den Ball knapp vor der Dreierlinie annahm, und im Drehen, halb fallend auf den Korb warf - drin! Jubelnd drehte Miller ab, hatte aber die Rechnung nicht mit den Schiedsrichtern gemacht.

Nach Ansicht der Videobilder entschieden die Referees, dass die Zeit bereits abgelaufen war, bevor der Ball Millers Hand verlassen hatte.

"Nach meinem Verständnis reichen 0,3 Sekunden aus, um den Ball zu fangen und zu werfen. Aber möglicherweise berührten seine Fingerspitzen noch den Ball", sagte ein enttäuschter Del Negro. "Die Refs haben nach 20 Wiederholungen so entschieden."

Glücklicher Billups

"Als ich den Ball von Miller in der Luft sah, wusste ich, dass der reingeht. Dann musste ich einfach nur lachen, weil sich Chicagos Jungs wie die kleinen Kinder freuten und ausgelassen übers Feld tanzten. Aber wir hatten letztendlich das bessere Ende für uns", sagte ein überglücklicher Chauncey Billups.

Der Spielmacher und seine Nuggets hatten allen Grund zur Freude. Denn bis zu den turbulenten letzten Sekunden sahen die Zuschauer im United Center eine enge Partie.

Enge Partie

Keines der beiden Teams konnte sich entscheidend absetzen. Zur Halbzeit hatte Denver mit 46:43 die Nase nur hauchdünn vorn.

Dass weder Chicago noch die Nuggets davonziehen konnte, lag vor allem an der bescheidenen Wurfquote von der Dreierlinie. Die Bulls verwandelten lediglich vier von 18 Versuchen. Die Nuggets machten es kaum besser und erzielten 5 von 16 Dreiern.

Martin mit Double-Double

Denvers Carmelo Anthony musste sich mit "nur" 20 Punkten zufrieden geben ? der "schlechteste" Saisonwert für ihn bisher. Dafür bekam er Schützenhilfe von Chauncey Billups, der 17 Zähler markierte. Kenyon Martin steuerte mit 15 Treffern und 10 Rebounds einen Double-Double bei.

Bei den Bulls ragten Derrick Rose mit 22 und Luol Deng mit 21 Punkten heraus.

Denver festigt mit dem knappen Sieg Platz eins in der Northwest-Division. Chicago fällt von der Spitze in der Central-Division hinter Milwaukee zurück.

Sport1.de fasst das weitere Geschehen in der NBA zusammen:

Charlotte Bobcats - Orlando Magic 81:93

Obwohl Superstar Vince Carter, augrund von Schmerzen im linken Knöchel nur von der Bank kam, schlugen die Magic die Bobcats.

Dwight Howard und Brandon Bass führten ihr Team mit 15 und 12 Punkten zum Auswärsterfolg. Carter steuerte 15 Zähler bei.

Für die Bobcats waren Spielmacher Raymond Felton und Boris Diaw mit 18 und 14 Punkten am erfolgreichsten.

Miami Heat ? Washington Wizards 90:76

Keine Probleme vor heimischer Kulisse hatten die Heat mit den Wizards. Miami machte mit einem starken vierten Viertel (25:14) den Sack zu. Damit rangieren die Heat weiterhin auf Platz eins der Southeast-Division.

Erfolgsgarant für den Sieg war Dwyane Wade, der eine Galavorstellung aufs Parkett zauberte. Der Heat-Forward erzielte insgesamt 41 Punkte, allein 29 in der zweiten Halbzeit.

Auf Seiten der Washington Wizards waren Gilbert Arenas mit 21 und Caron Butler mit 19 Zählern die besten Werfer.

Memphis Grizzlies ? Portland Trail Blazers 79:93

Die Grizzlies kamen ohne Allen Iverson auch im heimischen FedEXForum nicht aus dem Abwärtsstrudel heraus und verloren ihr sechstes Spiel in Folge.

Zwar erzielten Marc Gasol und O.J. Mayo jeweils 20 und 17 Punkte ? für den Sieg reichte das aber trotzdem nicht.

Bei den Blazers konnten sich Spielmacher Brandon Roy und LaMarcus Aldridge mit jeweils 20 und 16 Punkten in die Scorer-Liste eintragen. Portland steht damit weiter auf Platz zwei der Northwest-Division hinter den Denver Nuggets.

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