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Josh Smith gewann 2005 den NBA-Slam-Dunk-Wettbewerb © getty

Die Hawks ringen Portland in der Verlängerung nieder. Den Bobcats gelingt trotz eines Neuzugangs kein Befreiungsschlag.

Von Matthias Fiedler

München ? Die Atlanta Hawks sind im Moment einfach nicht aufzuhalten. Das Team von Coach Mike Woodson beendete mit einer Aufholjagd die Siegesserie der Portland Trail Blazers, die bis dato sechs Mal in Folge erfolgreich waren. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Noch im dritten Viertel lagen die Hawks mit 12 Punkten zurück. Auch zu Beginn des vierten Abschnitts bestimmte Portland das Spiel, führte mit 9 Zählern.

Dann jedoch schlug die Stunde von Joe Johnson. Atlantas Starspieler erzielte insgesamt 35 Punkte, zehn davon allein im vierten Viertel. Die Hawks waren wieder dran, erkämpften sich durch Johnsons Freiwürfe vier Sekunden vor Schluss sogar eine Drei-Punkte-Führung.

Verlängerung muss entscheiden

Aber Portlands Rudy Fernandez, der mit 19 Zählern bester Blazer war, schlug mit einem Buzzer-Beater-Dreier zurück. Die Verlängerung musste die Entscheidung bringen.

Johnson machte dort weiter, wo er zuvor aufgehört hatte und sammelte nochmals acht Punkte.

"Spitze fühlt sich gut an"

Den Hawks gelang damit der entscheidende Befreiungsschlag. Am Ende stand ein verdienter 99:95-Erfolg zu Buche. Für Atlanta war es nunmehr der fünfte Sieg in Folge.

"Es fühlt sich gut an, an der Spitze der Division zu thronen", meinte Woodson zufrieden und blickte positiv auf die Entwicklung seines Teams zurück:

"Dass wir die letzten zwei Jahre in den Playoffs waren, hat die Mannschaft völlig verändert. Jetzt gehen sie raus aufs Feld und wissen, dass sie gegen jeden eine Chance haben zu gewinnen."

Smith zufrieden

Neben Johnson war es allen voran Josh Smith, der mit 20 Punkten und 16 Rebounds von der Bank großen Anteil an der Aufholjagd der Hawks hatte.

"Noch vor drei oder vier Jahren hätten wir so eine Partie nicht mehr gewonnen. Aber jetzt sind wir in der Lage, solche Dinger noch zu drehen", stellte Smith fest.

Müde Blazers

Die Blazers hingegen schienen nach dem vierten Auswärtserfolg in Serie ausgelaugt.

"Wir haben gut gespielt, aber die letzten Partien, in denen wir den Gegner immer unter 85 Punkten gehalten haben, sind kräftezehrend gewesen. Wir waren einfach müde", resümierte Portlands Topscorer Fernandez.

Neben dem Spanier überzeugten bei den Trail Blazers LaMarcus Aldridge und Brandon Roy, die jeweils auf 18 und 17 Punkte kamen.

Schlechtes Reboundverhalten

"Atlanta hat nicht nur das Spiel, sondern auch das Duell unter den Körben für sich entschieden. Ich hatte mir von meiner Mannschaft eine bessere Leistung beim Rebound gewünscht", analysierte Portlands Trainer Nate McMillan.

Groß traurig sein müssen die Blazers trotz der Niederlage allerdings nicht. Immerhin stehen sie hinter den Denver Nuggets auf Platz zwei der Northwest-Division.

Bobcats verlieren trotz Neuzugang

Viel dramatischer sieht die Lage bei den Charlotte Bobcats aus, die bei den Orlando Magic mit 91:97 ihr fünftes Spiel in Serie verloren.

Auch Neuzugang Stephen Jackson, der erst Stunden zuvor von den Golden State Warriors verpflichtet wurde, konnte mit seinen 13 Punkten und neun Rebounds den Bobcats nicht zum ersehnten Erfolgserlebnis verhelfen.

Trotzdem war Charlottes Coach Larry Brown zufrieden mit Jacksons Einstand: "Ich liebe sein Spiel. Er macht uns viel flexibler. Was wir jetzt noch brauchen ist Organisation", erklärte Brown.

"Wir müssen einfach lernen, noch besser zusammenzuspielen und den Ball zu den richtigen Leuten zu bringen", blies Neuling Jackson ins gleiche Horn.

Aufholjagd nicht erfolgreich

Seine Teamkollegen Ronald Murray und Boris Diaw erzielten zwar 31 und 21 Zähler, konnten dem Spiel aber nicht die entscheidende Wende geben.

Nach einem Dreier von Rashard Lewis zu Beginn des vierten Abschnitts waren die Magic schon auf zwölf Punkte davongezogen. Aber Charlotte ließ sich nicht abschütteln, kam durch Diaws Jumper noch mal auf 87:90 heran.

Dann war es allerdings Vince Carter, der mit seinem Dreier 57 Sekunden vor Schluss Orlando außer Schlagdistanz brachte. Carter brachte es insgesamt auf 15 Zähler. Teamkollege Dwight Howard verbuchte 14 Punkte.

Lewis erstmals wieder dabei

Für Orlandos Rashard Lewis war es das erste Spiel seit langem gewesen, nachdem er die letzten zehn Begegnungen aufgrund eines erhöhten Testosteronwertes eine Strafe absitzen musste.

Nach einigen Startschwierigkeiten wusste der Forward vor allem Ende des dritten Viertels zu überzeugen und die Magic nach vorn zu schießen. Am Ende hatte Lewis zehn Punkte auf dem Konto.

"Es war spannend endlich wieder auf dem Feld zu stehen. Ich wusste, dass ich wohl ein bisschen eingerostet bin. Aber da muss ich durch und mich wieder zurück zu alter Form arbeiten", gab Lewis nach seinem ganz persönlichen Auftaktsieg zu Protokoll.

Magic mit Personalsorgen

Lewis Comeback stand stellvertretend für die angespannte Personalsituation bei den Magic. Coach Stan Van Gundy musste wegen Verletzungen und Sperren zuletzt öfter die Startaufstellung vollkommen umstellen.

"Es ist verrückt im Moment. Wir hatten heute mit Rashard Lewis, Ryan Anderson und Brandon Bass wieder drei vollkommen andere Spieler in der Starting-Five als im vergangenen Spiel. Aber zum Glück ist es noch mal gut ausgegangen", zeigt sich Van Gundy erleichtert.

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