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Trotz zahlreicher Auszeichnungen: Ein NBA-Titel blieb Allen Iverson bisher verwehrt © getty

Der MVP der Saison 2000/2001 muss sich schon wieder einen neuen Arbeitgeber suchen. Doch ein Klub zeigt an A.I. Interesse.

Von Matthias Fiedler

München - Es ging schneller als gedacht und kam für viele Beobachter wenig überraschend. Nach nur zwei Monaten ist Allen Iverson bei den Memphis Grizzlies schon wieder Geschichte.

In beiderseitigem Einvernehmen lösten die Grizzlies und der zehnmalige Allstar den bis zum Saisonende laufenden Vertrag auf. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Dabei stand A.I.s Engagement von Beginn an unter keinem guten Stern - und das, obwohl die Fans der Grizzlies ihn bei seiner ersten Pressekonferenz herzlich begrüßten.

Schlechter Start in Memphis

Erst zerrte sich Iverson eine Sehne im linken Oberschenkel und verpasste die gesamte Vorbereitung.

Dann kam er im ersten Spiel gegen Sacramento am 2. November hinter dem erst 22-jährigen Spielmacher Mike Conley "nur" von der Bank und insgesamt 18 Minuten zum Einsatz.

Für Iverson ein Tiefschlag, den er für sich als nicht hinnehmbar beurteilte:

"Ich bin kein Bankspieler und werde auch nie einer sein. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Ich bin nun einmal kein Reservist und habe nicht vor, das zu ändern", polterte der 34-Jährige nach dem Spiel.

Zu einem ähnlichen Statement hatte sich A.I. bereits in Detroit hinreißen lassen, als ihn sein damaliger Coach Michael Curry von der Bank brachte.

Iverson nur zweite Wahl

Der vierfache NBA-Topscorer wollte mehr. Memphis-Coach Lionel Hollins gab ihm mehr, allerdings lediglich mehr Minuten - 28 gegen die Warriors und 21 gegen die Lakers.

Ohne je vor heimischer Kulisse aufgelaufen zu sein, nahm sich Iverson am 7. November wegen "persönlicher Probleme" eine Auszeit auf unbestimmte Zeit ? der Anfang vom Ende in Memphis.

Grizzlies "nicht das Richtige"

Das junge Team der Grizzlies und der erfolgsverwöhnte Superstar passten nicht zusammen. Angeblich habe Iverson keinen wirklich guten Draht zu Trainer und Management gefunden und das Angebot der Grizzlies nur angenommen, weil kein anderes Team an einer Verpflichtung interessiert war.

Über die Rolle, die A.I. im Team zugedacht war, habe nie wirklich jemand mit ihm gesprochen.

Die Trennung kommt beiden Seiten wohl nicht ganz ungelegen, obwohl Starter Conley nach sich nach eigenen Angaben auch mit der zweiten Geige zufrieden gegeben hätte:

"Ich bin ein Teamspieler und will auf dem Platz immer das Beste für die Mannschaft. Ob ich als Starter oder Bankspieler komme, ist mir deshalb egal."

Tinsley kommt

Allen Iverson war das nicht egal. Für ihn verpflichteten die Grizzlies nun Jamaal Tinsley, ebenfalls ein erfahrener Spielmacher, von dem sich Memphis-Besitzer Michael Heisley und Coach Hollins erhoffen, dass er mehr Routine in das junge Team bringt.

Der 34-Jährige hat allerdings seit Mitte der Saison 2007/2008 nicht mehr gespielt und wurde von den Indiana Pacers ausgebootet, da er in eine Bar-Schlägerei mit anschließender Schießerei verwickelt war.

Ob Tinsley nach seiner turbulenten Zeit bei Indiana die erhoffte Ruhe und Erfahrung nach Memphis bringt, bleibt deshalb abzuwarten.

Knicks zeigen Interesse

Allen Iverson hingegen weckt bereits Begehrlichkeiten bei einem neuen Bewerber. Angeblich hätten die New Yorks Knicks Interesse an ihm.

Wie die "New York Daily News" berichtet, wolle sich der Club in den nächsten Tagen über eine Verpflichtung von Iverson beraten und ein Treffen vereinbaren.

Knicks-Präsident Donnie Walsh wollte noch nichts bestätigten, sagte aber der "Daily News": "Wir haben ein Auge auf ihn geworfen. Im Moment kann ich noch nichts Genaueres sagen. Wir werden sehen."

A.I. nicht abgeneigt

Wie das Blatt weiter schreibt, wäre ein Engagement in New York auch für Iverson ein verlockendes Angebot, da ihm vor allem das temporeiche Spielsystem von New York-Coach Mike D'Antoni sehr zusage.

Die Knicks wiederum brauchen dringend einen Scorer, der sie nach zuletzt sechs Pleiten in Folge aus dem Keller der Atlantic-Division holt.

Sieht fast danach aus, als hätten sich Zwei gefunden.

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