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Brook Lopez (unten) wurde 2008 an zehnter Stelle von den Nets gedraftet © getty

New Jersey verliert ein Spiel nach dem anderen und langsam gehen Coach Lawrence Frank die Spieler aus. Indiana profitiert.

Von Rainer Nachtwey

München/East Rutherford - 1988/89. 1998/99. 2009/2010? Mit einer einjährigen Verschiebung droht der NBA ein neuer Niederlagen-Startrekord.

21 Jahre nach dem Negativbestwert der Miami Heat und elf Jahre nach dem der Los Angeles Clippers schicken sich die New Jersey Nets an, einen neuen Höchstwert an Pleiten zu einem Saisonstart aufzustellen.

Nach dem 83:91 gegen die Indiana Pacers beträgt die Anzahl der Niederlagen bereits elf. Zu den Bestmarken der Heat und Clippers fehlen nur noch sechs, um die Vorgabe einzustellen.

Nach einem Auswärtstrip nach Milwaukee, Denver, Portland, Sacramento und zu den Los Angeles Lakers, mit kurzem Zwischenstopp in New Jersey am Samstag gegen die New York Knicks haben die Nets beim Heimspiel gegen die Dallas Mavericks am 2. Dezember die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse).

Najera der nächste Ausfall

Die Chancen dafür stehen recht gut, standen Coach Lawrence Frank gegen die Pacers nur acht Spieler zur Verfügung. Mit Eduardo Najera meldete sich der dritte Starter mit einer Rückenverletzung ab.

Hoffnungsträger Devin Harris, der aufgrund von Leistenbeschwerden seit zweieinhalb Wochen pausiert, fehlt ebenso wie der im Tausch für Vince Carter aus Orlando verpflichtete Courtney Lee. Auch den Shooting Guard plagt eine Verletzung in der Leistengegend.

Lopez' Leistung reicht nicht

Einzig Small Forward Chris Douglas-Roberts und Center Brook Lopez blieben von Verletzungen bisher verschont. Und das Duo hielt die Nets lange im Rennen.

Douglas-Roberts stellte mit 27 Punkten einen Karriere-Bestwert auf, und Lopez war mit 26 Zählern, 16 Rebounds, 5 Blocks, 3 Assists und 1 Steal der überragende Mann auf Seiten der Nets.

"Die ganzen Zahlen bedeuten mir nichts, wenn wir nicht gewinnen", gab sich Douglas-Roberts nach der Partie trotz persönlicher Bestmarke enttäuscht. "Die Zahlen sind egal, weil du als Verlierer abgestempelt wirst. Die interessieren doch niemanden. Mich zumindest nicht."

Früher Rückstand

Trainer Frank hatte den Grund der Niederlage schnell ausgemacht. "Wir können es uns nicht leisten, 31 Punkte in einem Viertel abzugeben. Vor allem, wenn einem nur acht Spieler zur Verfügung stehen", analysierte der Coach. "In der zweiten Hälfte waren wir auf Augenhöhe, aber dieses erste Viertel können wir uns nicht noch einmal leisten."

Die Nets gerieten früh durch einen Dreier von Danny Granger zum 9:19 mit zehn Zählern in Rückstand, kämpften sich kurz vor der Pause auf vier heran, um dann doch 46:54 in die Pause zu gehen.

Watson macht Sack zu

Und auch in die zweite Hälfte legten die Nets einen Fehlstart hin, die Pacers zogen in den ersten drei Minuten auf 61:46 davon, um anschließend die Nets wieder aufschließen zu lassen. Näher als auf fünf Punkte kamen die Nets nicht mehr heran.

2:19 Minuten vor Ende der Partie hatte Lopez die Chance, auf vier Zähler zu verkürzen, sein Wurf aus drei Metern verfehlte aber das Ziel. Im Gegenzug versenkte Earl Watson einen Dreier, die Partie war entschieden.

Sport1.de fasst weiteres Geschehen aus der NBA zusammen:

Miami Heat - Oklahoma City Thunder 87:100

38 Spiele benötigten die Oklahoma City Thunder letzte Saison um sechs Saisonsiege einzufahren. Diese Saison dauerte es lediglich magere elf Spiele.

Mit 101:87 setzte sich die Truppe von Coach Scott Brooks bei den Heat durch setzt den Aufwärtstrend zum Ende der letzten Saison, als die Mannschaft um Hoffnungsträger Kevin Durant 17 der verbliebenen 34 Spiele gewinnen konnte, weiter fort.

Durant war mit 32 Punkten, 9 Rebounds und 5 Assists wieder einmal der überragende Mann auf dem Parkett und erhielt durch Russell Westbrook mit 24 Zählern und 7 Vorlagen Unterstützung.

Sacramento Kings - Chicago Bulls 87:101

Nach vier Siegen in Folge haben die Sacramento Kings wieder eine Niederlage kassiert. Gegen die Chicago Bulls unterlagen die Kalifornier mit 87:101.

Ausgerechnet Ex-King John Salmons, der zur Trading Deadline von Sacramento nach Chicago gewechselt war, war hauptverantwortlich für die fünfte Saisonniederlage der Gastgeber. Der Flügelspieler beendete mit einer Quote von 9 aus 18 seinen schwachen Saisonstart, als nur 31 Prozent seiner Würfe im Korb versenkte.

Neben 23 Punkten schnappte sich Salmons noch fünf Rebounds und vier Steals.

"Es war sehr angenehm hierher zurückzukehren und so herzlich empfangen zu werden", sagte Salmons. "Die Leute erkennen meine Verdienste der letzten Jahre an. Als ich nach Philly zurückgekehrt bin, haben sie mich ausgebuht."

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