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Jason Kidd spielt seit Februar 2008 an der Seite Dirk Nowitzkis in Dallas © getty

Die Dallas Mavericks überraschen die Experten mit einem starken Saisonauftakt. Rookie Beaubois erntet großes Lob.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - "Natürlich die Lakers und San Antonio, die haben stark aufgerüstet": Das waren die Antworten, als vor der Saison nach den Titelfavoriten im Westen gefragt wurden.

"Die Dallas Mavericks? Für die Playoffs sollte es reichen", aber mehr war laut den Experten der Mannschaft aus Texas nicht zuzutrauen.

Nach den ersten 13 Spielen weisen die Mannen von Trainer Rick Carlisle jedoch eine Bilanz von zehn Siegen bei nur drei Niederlagen auf, keine Mannschaft hat seltener verloren.

Nicht zu vergessen, dass die Mavs die beiden großen Favoriten Meister L.A. und den texanischen Rivalen Spurs jeweils schon besiegt haben.

Das Kollektiv überzeugt

"Mir gefällt, dass wir als Kollektiv auftreten. Das beweisen wir jedes Mal bei unseren Spielen", lobt Coach Carlisle seine Truppe.

Carlisle scheint in seiner zweiten Saison als Mavericks-Trainer die richtige Einstellung gefunden zu haben: Seine Spieler machen das, was sie können. Dirk Nowitzki und Jason Terry punkten, Jason Kidd leistet die Vorarbeit, Erick Dampier räumt die Bretter ab und Josh Howard?

Längere Pause für Howard

Howard, ja - das ist einer der wenigen Makel bei den Mavericks. Howard macht nämlich das, was er die vergangene Saison gemacht hat: Verletzt zusehen.

Der Small Forward ist der große Verlierer in Dallas. Nach seiner Sprunggelenks-Operation kam der All Star von 2008 dreimal zum Einsatz, ehe ihn Coach Rick Carlisle aus der Mannschaft nahm. Howard soll seine Blessur völlig auskurieren, bevor er in den Kader zurückkehrt.

Laut "ESPNDallas.com" kann sich dies bis Ende Dezember hinziehen, auch wenn Besitzer Mark Cuban sich auf keinen genauen Zeitpunkt für Howards Rückkehr festlegen will: "Es kann eine Woche oder ein Monat sein."

Dies ließ Cuban vor dem Timberwolves-Match verlauten. Seitdem ist eine Woche vergangen.

Drei Starter verletzt

Aber die Mavericks sind nicht nur durch Howards Verletzung gebeutelt. Mit Erick Dampier, der vor dem Spiel in Detroit wegen grippeähnlicher Symptome ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, Shawn Marion und Howard ist Dallas' Lazarett mit drei Startern gut gefüllt.

Marion knickte gegen die Milwaukee Bucks um und musste das Spiel nach nur 14 Minuten beenden. Wie lange der Neuzugang aus Toronto ausfallen wird, steht noch nicht fest.

"Der Fuß schmerzt noch immer", sagte Marion. "Barfuß geht es schon sehr gut, aber im Schuh fühle ich mich noch unwohl." Allerdings plant er gegen die Warriors (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) wieder anzugreifen.

Mit durchschnittlich 12,6 Punkten und 6,5 Rebounds liefert Marion solide Werte, dennoch haben sich die Mavs von dem Forward mehr versprochen.

Go-to-Guy Nowitzki

Die Leistungsträger der letzten Saison, Dirk Nowitzki und Jason Terry bestätigen hingegen ihre gute Form.

Der Würzburger ist und bleibt der Go-to-Guy der Mavericks. Trotz oder gerade wegen der schwierigen Phase im Sommer mit der Verhaftung und Trennung von seiner Lebensgefährtin Crystal Taylor ist er stark in die Spielzeit gestartet: 40 Punkte gegen Utah - 29 Punkte davon allein in den letzten 12 Minuten -, sein Buzzer-Beater gegen die Bucks, 11 Zähler in der Overtime gegen San Antonio und und und.

Terry hebt ab

Und auch der Jet schwebt nach seiner Auszeichnung zum besten sechsten Mann 2009 weiterhin auf Wolke sieben. Durchschnittlich 17,2 Punkte steuert der Shooting Guard bei.

Er füllt seine Rolle als Energizer von der Bank perfekt aus und zudem ist er zur Stelle, wenn Nowitzki mal einen schwächeren Tag erwischt.

Bestes Beispiel war der 104:102-Sieg über die Sacramento Kings, als er in den letzten fünf Minuten 12 von Dallas' 21 Punkten erzielte.

Rückschlag für Dampier

Zudem gibt es bei den Mavericks zwei positive Überraschungen: Big Man Erick Dampier und Frischling Rodrigue Beaubois:

In den vergangenen Jahren meist nur aufgrund mangelnder Alternativen in der Startformation gestanden, hat sich Center Dampier zu einer festen Größe gemausert. Der 34-Jährige überrascht mit guten Statistiken: In neun Spielen kommt er bereits auf drei Double-Double und fünfmal auf eine zweistellige Reboundausbeute.

Der Rückschlag mit seinem kurzzeitigen Klinikaufenthalt kam zur ungünstigsten Zeit. "Ich hoffe, dass sich in der kommenden Woche etwas entscheidet", sagte Carlisle zu Dampiers Verletztenstatuts am Samstag. "Es müssen aber noch ein paar Tests ausgewertet werden."

Viel Lob für Beaubois

Für einen hat Howards Ausfall einen positiven Aspekt: Rodrigue Beaubois. Fünfmal stand der Franzose in der Starting Five, fünfmal überzeugte er. Der Rookie nutzt seine wenige Einsatzzeit und erntet viel Lob von Coach Carlisle, Nowitzki und der Presse.

"Ich bin von unserem Rookie beeindruckt", sagt Nowitzki. "Jedes Mal, wenn er in der ersten Fünf steht, punktet er regelmäßig zu Beginn des Spiels und des dritten Viertels."

Bestes Beispiel: Als die Mavericks gegen Detroit das 40:46 zur Halbzeit in eine 58:57-Führung drehten, war der Franzose an 12 der 18 Punkte direkt beteiligt.

Alley-oop-Anspiel auf Marion

Zudem hat Beaubois in Jason Kidd, der weiterhin das Spiel lenkt und zu den unabdingbaren Stützen der Mavericks gehört, den bestmöglichen Lehrmeister an seiner Seite, um dessen Job in den kommenden Jahren zu übernehmen.

Dass er dies beherrscht, bewies nicht zuletzt beim Spiel in Detroit, als er Shawn Marion ein Sahnezuspiel servierte, das der Forward per Slam Dunk abschloss.

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