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Dirk Nowitzki erzielte gegen die Warriors zum neunten Mal in Folge mehr als 20 Punkte © getty

Mit nur sechs Spielern bezwingt Golden State die Mavericks und beendet damit die Siegesserie der Texaner. Drei Warriors überragen.

Von Matthias Fiedler

Dallas/München - Das hatte bei den Dallas Mavericks wohl keiner kommen sehen - und das obwohl die Golden State Warriors seit dem Erstrunden-Aus in den Playoffs 2007 eigentlich der Angstgegner der Mavs sind.

Der Underdog und Tabellenletzte der Pacific Division wurde seiner Rolle nun wieder einmal gerecht, kam ins American Airlines Center, sah und siegte mit nur sechs Spielern 111:103. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

"Es gib diese unheimlich schlechten Niederlagen - und das war eine von ihnen", gestand eine niedergeschlagener Dirk Nowitzki nach der Partie und ergänzte:

"Wir waren sechs Minuten vor Schluss schon davongezogen, bekamen dann aber nichts mehr auf die Reihe und waren in der Verteidigung immer einen Schritt zu langsam."

Ein Trio überragt

Dass die Mavs mit den Beinen kaum hinterherkamen lag vor allem an Golden States Erfolgstrio Monta Ellis, Anthony Morrow und Stephen Curry.

Ellis legte mit 37 Punkten seine bisherige Saison-Bestleistung aufs Parkett und erzielte allein 13 Zähler im letzten Viertel. Seine rekordverdächtigen 13 Ballverluste fielen da fast gar nicht ins Gewicht. Ebenfalls eine persönliche Bestmarke stellte Teamkollege Anthony Morrow mit 27 Punkten auf.

Curry mit Riesenendspurt

Rookie Curry fasste sich vor allem in den letzten vier Minuten der Partie ein Herz und verbuchte in dieser Zeit elf seiner insgesamt 18 Zähler.

"Im ersten Viertel habe ich noch zu viel nachgedacht, aber dann hat mir der Coach einfach den Auftrag gegeben, noch mehr zu werfen ? das habe ich dann gemacht", erklärte Curry.

Nelson nur vor dem Fernseher

Sein Trainer war an diesem Abend nicht Don Nelson, sondern Assistenzcoach Keith Smart, der stellvertretend für den an einer Lungenentzündung erkrankten Nelson an der Linie stand.

"Dieser Sieg war für Don, der das Spiel leider vor dem Fernseher verfolgen musste", erklärte Smart überglücklich und sprach seiner Mannschaft ein großes Kompliment aus:

"Unsere Jungs haben richtig Charakter gezeigt, sich zusammengerissen und die richtigen Entscheidungen getroffen."

Zu sechst gegen Dallas

Mehr als sich zusammenzuraufen wäre den Warriors auch nicht übrig geblieben. Mit nur acht Spielern angetreten, von denen lediglich sechs zum Einsatz kamen, mussten die Kalifornier u.a. auf Biedrins, Bell, Azubuike, Watson und Turiaf verzichten.

Aber Ellis und Co wollten Ausfälle und Krankheit nicht als Entschuldigung gelten lassen. Mitte des letzten Abschnitts kämpften sich die Warriors nach einem Neun-Punkte-Rückstand noch mal heran und übernahmen zwei Minuten vor Schluss sogar die Führung.

Hatte bis dahin vor allem Monta Ellis sein Team im Spiel gehalten, war es nur Youngster Curry, der mit wichtigen Frei- und Dreipunktewürfen den zweiten Sieg in Folge für die Warriors klar machte.

Starter fehlen

Die Mavericks hatten in Nowitzki mit 28 Zählern und zehn Rebounds zwar erneut ihren besten Scorer und konnten sich auch auf Jason Terry verlassen, der 21 Punkte beisteuerte, aber reichen sollte es diesmal dennoch nicht. Denn bis auf Drew Gooden (14 Zähler) kam vom Rest der Mannschaft zu wenig.

"In solchen Partien fehlen uns unsere drei Starter Marion, Howard und Dampier natürlich besonders. Aber das kann keine Entschuldigung sein, schließlich hatte auch Golden State erheblich mit Ausfällen zu kämpfen", analysierte Nowitzki.

"Zu viele Brüche"

Auch Dallas-Trainer Rick Carlisle war mehr als unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mavs: "Wir hatten einfach zu viele Brüche in unserem Spiel - so gewinnt man keine engen Partien."

Zu sehr grämen müssen sich die Mavericks allerdings nicht. Immerhin stehen sie weiter an der Spitze der Southwest Division. Und schon morgen kann sich Nowitzkis Team bei den Rockets für die bittere Pleite gegen die Warriors revanchieren.

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