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Menschlich knirschte es zwischen ihnen gewaltig: Dirk Nowitzki und Ex-Coach Avery Johnson © getty

Solche Worte kennt man gar nicht von ihm: Dirk Nowitzki schimpft seinen Ex-Coach bei den Dallas Mavericks einen Diktator.

Von Christian Paschwitz

München - Harte Wochen und Monate liegen hinter Dirk Nowitzki. Nicht nur, dass der deutsche NBA-Superstar in Diensten der Dallas Mavericks die Olympischen Spiele in Peking als große Enttäuschung verbuchen musste, nachdem er mit der Nationalmannschaft bereits vorzeitig in der Gruppenphase ausschied.

Und dabei im letzten Gruppenspiel gegen die USA beim 57:106 die zweithöchste Niederlage des Deutschen Basketball-Bunds aller Zeiten erlebte.

Auch im Klub lief es zuletzt alles andere als berauschend für Nowitzki: In den Playoffs (1:4 gegen die New Orleans Hornets) kam das Aus erneut in der ersten Runde - und im Mai auch für den in der Kritik stehenden Trainer Avery Johnson.

Was jetzt erst offiziell bekannt wurde: Die Entlassung des Coachs, für den Rick Carlisle kam, ist möglicherweise entscheidend dafür, dass Nowitzki überhaupt noch spielt bei den Mavs.

Mangelnde Kommunikation

Der fand nun unerwartet harsche Worte für Johnson. "Ich hätte mir manchmal gewünscht, dass wir mehr miteinander gesprochen hätten", kritisierte der 30-Jährige seinen vorherigen Trainer via "Dallas Morning News".

Mehr noch: "Wir alle wissen, dass Avery hier eine kleine Diktatur errichtet hat. Aber ich denke, die NBA ist immer noch eine Liga der Spieler, keine Liga der Trainer."

Schon seit längerem hatte es Gerüchte gegeben, dass "the German Wunderkind" in tiefem Groll stand zu Johnsons System- und Führungsstil. Jetzt bestätigte sie der Power Forward und meinte: "Es war ein hartes Jahr." Auch wegen des abermals hinter den Erwartungen zurückbleibenden Auftritts der Mavericks in den Playoffs.

Nicht nur Kritik

Immerhin machte Nowitzki den Ex-Coach für das dortige Ausscheiden nicht direkt verantwortlich: "Avery hat uns in die Finals gebracht (2006, Anm. d. Red.) und einen phänomenalen Job gemacht. Er hat bei uns Feuer und Enthusismus entfacht."

Dass Johnson und seine Akteure kein auf gegenseitigem Respekt beruhendes Gespann abgaben, konnte aber auch das nichts ändern.

Während sich Nowitzki hinsichtlich seiner Nationalmannschafts-Zukunft weiter bedeckt hält und seine Teilnahme bei der EM 2009 in Polen für "schwer vorstellbar" empfindet, wird der gebürtige Würzburger in punkto NBA konkreter.

Irgendwann doch noch zu ALBA?

"Ich würde es lieben, meine Karriere hier in Dallas zu beenden. Es wäre großartig, die Meisterschaft zu gewinnen in den nächsten drei Jahren."

Exakt so lange hat Nowitzki auch noch einen Vertrag bei den Mavs - was dann kommt, lässt er ungewiss. Auch was eine Rückkehr nach Deutschland angeht. Nur soviel ließ er durchblicken: "Es gibt einen großen Klub in Deutschland, der jedes Jahr bei mir anfragt. Dessen Traum es ist, mich einmal in seinem Trikot zu sehen, bevor ich zurücktrete."

Die Rede ist von ALBA Berlin.

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