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Am 30. November treffen sich Allen Iverson und die Verantwortlichen der Philadelphia 76ers, um erste Details einer möglichen Verpflichtung zu klären. Zwei Tage später akzeptiert Iverson ein Angebot über einen Ein-Jahres-Vertrag
Allen Iverson führte Philadelphia 2001 erstmals seit 1983 wieder in die Finals © getty

Allen Iverson soll vor einem Comeback bei den Philadelphia 76ers stehen. Ein konkretes Angebot liege bereits vor.

Von Matthias Fiedler

München - Noch halten sich die Verantwortlichen bedeckt, aber es sieht ganz danach aus, als würde Allen Iverson schon bald wieder die Schuhe für sein ehemaliges Team der Philadelphia 76ers schnüren. (178386Iversons Karriere in Bildern)

Wie eine Quelle des Vereins dem US-Sportsender "ESPN" bestätigte, sollen die Sixers Iverson bereits einen Vertrag für ein Jahr und rund 650.000 Dollar angeboten haben.

A.I. habe diesen noch nicht unterzeichnet. Eine Entscheidung seinerseits wird Mitte der Woche erwartet. Vorher müsse er sich noch einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.

Bereits von 1996 bis 2006 ging A.I. für die Sixers auf Korbjagd und führte sie 2001 bis in die NBA-Finals gegen die L.A. Lakers.

Rücktritt vom Rücktritt?

Zwar hatte "The Answer" noch vor einer Woche seinen Rücktritt angekündigt, doch zwischen den Zeilen bereits durchblicken lassen, dass "er sich immer noch zutraut, auf höchstem Level mithalten zu können". (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Jetzt scheint Iverson diesen Worten Taten folgen zu lassen.

Iverson mit 76ers in Kontakt

Vor Philadelphias Spiel gegen die Dallas Mavericks (102:104) hatte sich Iverson und sein Agent Leon Rose sowie sein Business-Manager Gary Moore mit einer Delegation der 76ers getroffen, um in einem zweistündigen Gespräch erste Details zu klären.

Obwohl sich Sixers-Manager Ed Stefanski betonte, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, sieht es ganz danach aus, als würde ein Comeback des vierfachen NBA-Scoring-Königs unmittelbar vor der Tür stehen.

"Er wird zurückkommen"

Wie die interne Vereinsquelle "ESPN" weiter sagte, sei eine Verpflichtung beschlossene Sache: "Kein Zweifel, er wird zurückkommen."

Um den Deal mit dem ehemaligen Publikumsliebling so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu bringen, soll Philadelphias Co-Trainer Aaron McKie sogar schon vorzeitig vom derzeitigen Auswärtstrip der 76ers heimreisen, und Iverson für die Partie gegen Denver am kommenden Montag vorbereiten.

Sixers kommen gelegen

Dass Iverson ausgerechnet nach Philadelphia zurückkehren würde, war nach der Trennung von den Sixers, die ihn 2007 zu den Nuggets schickten, nicht unbedingt zu erwarten. Vor allem, weil Iverson zu 76ers-Vorstand Ed Snider nicht unbedingt das beste Verhältnis hatte.

Doch nachdem A.I. bei den Memphis Grizzlies in dieser Saison nicht glücklich wurde und auch der Deal mit den New York Knicks platzte, scheint ihm sein alter Klub wie gerufen zu kommen.

Der könnte wiederum von Iverson profitieren, fehlt Philadelphia doch Spielmacher Lou Williams aufgrund eines gebrochenen Kiefers noch mindestens acht Wochen. Zudem gingen in der Liga die letzten sieben Partien verloren.

"Iverson wäre eine echte Waffe"

"Allen hat eine aggressive Scorer-Mentalität und hat die Fähigkeit, Spiele an sich zu reißen. Er hat Erfahrung, gehörte zu den besten Akteuren der NBA und stand in den Finals. Iverson wäre eine echte Waffe für uns. Ich werde mit ihm reden", sagte Sixers-Coach Eddie Jordan und ließ keinen Zweifel daran, wie gern er den 34-Jährigen in seiner Mannschaft sehen würde.

Auch Philadelphias Spieler zeigten sich von einer möglichen Verpflichtung des MVPs von 2001 angetan. "Ich denke nicht, dass A.I. ein Problem für uns wäre. Wir wollen doch alle gewinnen. Er ist ein großartiger Spieler und soll ein exzellenter Teamkollege sein", sagte Ersatzspielmacher Royal Ivey.

Zweifel bleiben

Und dennoch: Zweifel, dass Iverson wirklich ins Mannschaftsgefüge der 76ers passt, dürften nicht unberechtigt sein. So beanspruchte A.I. doch in jedem Team, für das er bisher auflief, eine Starterrolle.

Das ging bereits in Memphis schief und könnte sich wiederholen, wenn Lou Williams zurück zur Mannschaft stößt. Zudem könnte Iverson Jordans Team-Basketball-Mentalität irgendwann ein Dorn im Auge sein.

Vor allem für die Entwicklung der jungen Spieler wie Jrue Holiday oder Thaddeus Young wäre die Unruhe, die dadurch entstehen würde, nicht besonders förderlich.

"Kein typischer Rollenspieler"

Doch die Sixers haben derzeit einen Engpass. Und selbst Andre Iguodala, der nicht die besten Erinnerungen an Iversons Abgang aus Philadelphia hat, gibt, wenn auch nicht ganz ohne Bedenken, zu:

"Wir müssen jetzt einfach mal ein paar Spiele gewinnen. Unser Offense-System ist sicherlich komplex, aber ich denke da wird er sich rein finden. Auch wenn Allen Iverson nicht gerade dafür bekannt ist, ein typischer Rollenspieler zu sein."

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