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Ron Artest wurde 2004 als bester Verteidiger der Liga ausgezeichnet © imago

Ron Artest sorgt mit einem Interview für Aufregung. Der Forward spricht über seinen täglichen Alkoholgenuss zu Karrierebeginn.

Von Rainer Nachtwey

München/Los Angeles - Ron Artest hat in seinen elf Jahren NBA schon für so manchen Skandal gesorgt.

Unvergessen bleibt sein Ausraster in Detroit 2004, als er im Trikot der Indiana Pacers sich mit einem gegnerischen Fan anlegte und es zur Schlägerei mit Fans kam, die ihn zuvor mit Bierbechern beworfen hatten.

Eine Sperre für den Rest der Spielzeit war die Folge.

Nun sorgt der Small Forward der Los Angeles Lakers für erneutes Aufsehen. In einem Interview mit dem "Sporting News magazine" plauderte Artest frei heraus, dass er zu Beginn seiner Karriere bei den Chicago Bulls sich während der Spiele einen Schluck Cognac gönnte.

"Ich war es gewohnt, in der Halbzeitpause Hennessy zu trinken", sagte der 30-Jährige. "Ich hatte ihn in meinem Spind versteckt. Ich bin einfach in den Schnapsladen neben dem Stadion gegangen und habe ihn dort gekauft."

Verhalten eines Ghetto-Zuhälters

An seine Zeit als Starspieler des St. Johns College und als Erstrunden-Draftpick in Chicago hat der in Queensbridge, New York geborene Artest keine guten Erinnerungen.

"Ich war damals 19 Jahre alt und schon Vater. Ich habe mich wie ein Zuhälter aufgeführt", berichtet Artest. "Ich habe täglich getrunken und Marihuana geraucht."

Dass es in Chicago und Indiana zum Bruch kam, nimmt er auf seine Kappe. "Das lag alleine an mir. Ich hatte damals noch das Ghetto-Gefühl in mir, das ich nicht los wurde."

Ellbogencheck von Bryant

Mit der Zeit in Sacramento und Houston sei er dann ruhiger geworden. Dennoch sorgt er auch in jüngster Zeit, in den Western Conference Semifinals 2009 im Trikot der Rockets gegen die Los Angeles Lakers für Ärger.

In Spiel zwei leistete er sich erneut einen Ausraster. Nachdem er Schiedsrichter Joey Crawford mit einer Geste verdeutlicht hatte, einen Ellbogenschlag von Kobe Bryant gegen seinen Hals bekommen zu haben, legte er sich mit ihm an und wurde nach seinem zweiten Technischen Foul zum Duschen geschickt.

Wen interessieren die Rockets?

Sein Ärger war aber durchaus verständlich. Bryant traf Artest wirklich am Hals und Crawfords leistete sich laut Artest eine Aussagen die ein impulsiver Spieler wie Artest nicht einfach schlucken kann.

"Im Grunde genommen hat Joey Crawford gesagt: 'Wen interessieren die Rockets? Kobe Bryant ist auf dem Spielfeld'", warf Artest dem Schiedsrichter vor.

In vier Jahren der erste Boxkampf

Zwar unterschrieb Artest im Sommer bei den Lakers einen Fünf-Jahres-Vertrag, dass er diesen auch erfüllen wird, ist eher unwahrscheinlich.

Denn Artest hat bereits andere Pläne: Spätestens in vier Jahren will er im Boxring stehen - als professioneller Boxer:

"Ich habe vor zwei Jahren mit dem Boxtraining angefangen. Mein Ziel ist es in vier Jahren meinen ersten Kampf zu bestreiten."

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