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Vor seiner Auswechslung erzielte Dirk Nowitzki fünf Punkte in zehn Minuten © getty

Der All-Star zieht sich gegen Houston eine blutende Wunde zu und muss raus. Dallas rettet sich in die Overtime, verliert aber.

Von Christoph Haas

Dallas/ München - Knockout für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks: Im Spiel gegen die Houston Rockets musste der deutsche Superstar bereits im zweiten Viertel verletzt vom Platz.

Und sein Team verlor das Texas-Derby nach Verlängerung mit 108:116. Damit ist die Serie des Spitzenreiters der Southwest Division von zuletzt fünf Siegen gerissen.

Rund zehn Minuten vor der Halbzeit setzte Nowitzki zum Wurf an und wurde dabei von Houstons Carl Landry regelwidrig gestoppt. Gleichzeitig erwischte Nowitzki seinen Gegenspieler mit dem Ellenbogen im Gesicht.(DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Freiwürfe mit links

Nach der heftigen Kollision konnten beide Spieler nicht weitermachen. Landry wurde daraufhin direkt in die Notaufnahme eingeliefert, er verlor drei Zähne. Ein Zahn steckte in Nowitzkis Ellenbogen.

Der Würzburger kam mit einer tiefen Schnittwunde davon, die noch in der Kabine mit drei Stichen genäht werden musste.

Auf einem Röntgenbild konnte keine schwerere Verletzung festgestellt werden, doch sein Einsatz am Sonntag gegen die Cleveland Cavaliers ist fraglich. Bevor Nowitzki ausgewechselt wurde, verwandelte er noch einen seiner zwei Freiwürfe mit der schwächeren linken Hand.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Spiel ausgeglichen, nach dem ersten Viertel führten die Mavericks mit 24:19. Doch in Nowitzkis Abwesenheit zogen die Rockets mit einem 18:5-Lauf davon.

Thomas trifft Dreier zum Ausgleich

Zur Halbzeit lagen die Gäste mit 49:41 in Front. Auch Im dritten Viertel blieben die Rockets vorne, Dallas rückte aber näher heran und hatte zwischenzeitlich nur noch einen Punkt Abstand.

Drei Minuten vor dem Ende des Spiels hatten die Rockets wieder einen komfortablen Zehn-Punkte-Vorsprung herausgespielt. Doch die Mavs zogen das Tempo nochmals an.

19 Sekunden vor der Sirene stand es nur noch 99:97 für Houston. Aaron Brooks hatte mit zwei Freiwürfen die Chance alles klar zu machen. Doch er verwandelte nur einen und Power Forward Tim Thomas brachte die Mavs mit einem Dreier 10,5 Sekunden vor Schluss zum 100:100 und in die Verlängerung.

Dort fand Houston wieder ins Spiel zurück. Den Gästen merkte man an, dass ihnen eine Topscorer wie Nowitzki, der in dieser Saison bisher 26,1 Punkte pro Spiel machte, fehlte.

Lowry mit persönlichem Rekord

Rockets-Coach Rick Adelman war nach dem Spiel zufrieden: "Meine Jungs sind am Ende der regulären Spielzeit etwas ins Straucheln geraten. Aber durch die gute Leistung in der Overtime war es ein verdienter Sieg."

"Es war eine hitzige Partie. Wir haben gekämpft und hätten auch als Sieger vom Platz gehen können", sagte Shawn Marion. J.J. Barea, mit 23 Punkten bester Dallas-Werfer, war da anderer Meinung: "Wenn ein Star wie Dirk ausfällt, muss jeder eine Schippe drauflegen. Das haben wir nicht geschafft."

Bei den Rockets ragte der von der Bank gekommene Kyle Lowry heraus. Mit 26 Punkten schaffte er eine neue persönliche Bestmarke und setzte noch zehn Assists oben drauf.

Kidd: "Kein Ein-Mann-Team"

Brooks erreichte 25 Zähler, allein neun davon in der Verlängerung. Auch Luis Scola machte ein gutes Spiel und schaffte mit 19 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double. Auf Seiten der Mavericks machten Josh Howard und Marion jeweils 17 Zähler.

Dallas' Point Guard Jason Kidd sah die Verletzung von Nowitzki eher gelassen:

"Das ist hier kein Ein-Mann-Team und das ist auch das Schöne an dieser Mannschaft: Wir haben viele Jungs, die punkten und gut Basketball spielen können", sagte Kidd.

Mavs-Besitzer Marc Cuban fühlte sich unterdessen von den Schiedsrichtern benachteiligt und wird laut der "Dallas Morning News" Protest wegen "falscher Regelauslegungen" einlegen.

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