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Kobe Bryant war mit 35 Punkten erfolgreichster Punktesammler auf dem Court © getty

Cleveland bringt Meister Los Angeles die fünfte Saisonniederlage bei. Kobe Bryant und LeBron James liefern sich ein großes Duell.

Von Rainer Nachtwey

München/Los Angeles - Es war ein riesiges Tamtam um das große Aufeinandertreffen der Superstars:

Mit einem Rapvideo, Kobe Bryant und LeBron James dabei als Stoffpuppen, betrieb der Sponsor der beiden Hauptdarsteller, ein amerikanischer Sportartikelhersteller mit dem Namen der griechischen Siegesgöttin, schon lange vor dem Aufeinandertreffen Werbung für das Duell der Superlative.

Und das Duell hielt, was es versprach, die Partie hingegen nicht.

Kobe Bryant und LeBron James lieferten sich beim 102:87 (23:19, 28:23, 25:17, 26:28) der Cleveland Cavaliers bei den Los Angeles Lakers ein grandioses Schaulaufen.

Zwar stopfte King James während des Spiels nicht über ein Rentier, wie in dem Werbevideo, sein Slam Dunk Mitte des ersten Viertels konnte aber mit jener Aktion durchaus mithalten.

Unterstützung durch Shaq und Moon

Am Ende entschied jedoch nicht der bessere Einzelspieler die Partie, vielmehr war die mannschaftliche Ausgeglichenheit der Cavaliers der Schlüssel zum Erfolg.

Während Bryant mit 35 Punkten bester Werfer seines Teams war, ließ James Mo Williams den Vortritt. Der Point Guard über traf James' 26 Zähler um zwei (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse).

Bei den Cavaliers punkteten zudem Shaquille O'Neal (11) und Jamario Moon (13) zweistellig.

Odom und Bynum enttäuschen

Bryant hingegen fehlte die Unterstützung. Pau Gasol blieb mit 11 Punkten weit unter seinem Leistungsniveau, das ihm eine Vertragsverlängerung über 57 Millionen Dollar eingebracht hatte. Odom (6 Zähler) und Andrew Bynum (4) waren Totalausfälle.

"Für uns war das ein guter Test hinsichtlich der Playoffs. Die Lakers sind das beste Team der Liga und spielen schon seit einer Ewigkeit zusammen. Wir dagegen sind eine neu zusammen gewürfelte Truppe", freute sich Ex-Laker O'Neal über den Triumph an alter Wirkungsstätte. "Heute haben wir gezeigt, was wir als Team draufhaben."

Cavaliers ziehen davon

Den Lakers gelang der bessere Auftakt, als sie mit 8:2 in die Begegnung starteten. Cleveland schlug insbesondere durch James und Ex-Laker Shaquille O'Neal zurück und baute seinen Vorsprung auf 23:15 aus.

Und auch mit Beginn des zweiten Viertels änderte sich nicht viel. Die Cavaliers in Person von Mo Williams punkteten, während bei L.A. die Genauigkeit im Abschluss fehlte. Folgerichtig die 20-Punkte-Führung (47:27).

Foulprobleme bei den Lakers

Mit ihrer aggressiven Verteidigung behaupteten die Cavs ihren Vorsprung und die Lakers kamen damit überhaupt nicht zurecht. L.A. reagierte mit Härte, technische Fouls und Foulprobleme waren die Folge.

Einzig Bryant mit seinen 35 Punkten war der Grund, warum die Lakers sich länger im Geschäft halten konnten.

Wasserflasche fliegt aufs Spielfeld

Einzig das Publikum war alles andere als Topspiel-reif. Kurz vor Ende der Partie, nach Lamar Odoms Herausstellung wegen seines zweiten technischen Fouls beim Stand von 73:93, warfen die Zuschauer ihre gelben Schaumstofffinger auf das Spielfeld.

20 Sekunden später, als Bryant ein weiteres technisches Foul kassierte flog dann eine Wasserflasche.

"In so einem Moment hoffst du nur, dass niemand von der Flasche getroffen wird, vor allem wenn sie voll ist", zeigte sich James von dem Verhalten der Lakers-Fans irritiert. "Das war ein ganz schönes Geschoss, als sie auf das Spielfeld geflogen ist. Das hätte ins Auge gehen können."

Lieber Schaumstofffinger statt Wasserflasche

Bryant konnte den fliegenden Schaumstofffingern noch etwas Gutes abgewinnen. "Wenn sie schon etwas auf das Spielfeld werfen, dann wenigstens etwas, was niemanden verletzt. So gesehen waren diese Stoffdinger das Beste in der Situation."

Lakers-Coach Phil Jackson konnte mit dem Verhalten L.A.s Anhänger nichts anfangen. "Ich habe das Publikum hier in L.A. noch nie so reagieren sehen. Ich mag ihren Enthusiasmus, aber dieses Verhalten gefällt mir nicht. Die Schiedsrichter waren gut, wir nicht. Deshalb denke ich, war das die Reaktion auf unsere Leistung, und nicht die der Schiedsrichter."

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