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Tracy McGrady ist mit über 23 Millionen Dollar Jahresgehalt NBA-Topverdiener © getty

Tracy McGradys Flucht vor dem Spiel in New Jersey überstrahlt den Rockets-Sieg. Die Lakers machen gegen die Kings Überstunden.

Von Matthias Becker

München - Die Houston Rockets feierten den siebten Sieg aus den letzten zehn Spielen, doch das Sportliche spielte am Samstagabend kaum eine Rolle.

Rund um den 98:93-Erfolg der Texaner bei den New Jersey Nets drehte sich alles nur um einen Namen: Tracy McGrady.

Der mit über 23 Millionen Dollar Jahresgehalt bestbezahlte Spieler in der NBA flog noch vor Spielbeginn nach hause.

Nach einer langwierigen Knieverletzung wurde sich der Shooting Guard mit Coach Rick Adelman nicht über seine Rolle im Team einig ? und spielte dann gleich gar nicht.

Durchsichtige Erklärung der Rockets

Welche Konsequenzen McGradys Abflug haben wird, ist noch unklar. Nach offizieller Lesart der Rockets wurde McGrady die Heimreise erlaubt, um dem Geburtstag seines Sohnes Laymen beizuwohnen.

Dieses Statement war aber so offensichtlich vorgeschoben, dass sich die beteiligten Akteure gar nicht erst die Mühe machten, um den heißen Brei herumzureden.

"Ich versuche es hinzubekommen, dass wir Fortschritte machen, ohne die Entwicklung der übrigen Spieler zu gefährden", sagte Adelman und stellte fest: "Das ist ein Balanceakt und ich habe keine magische Antwort darauf, auch wenn ich sie gerne hätte."

Nur Kurzeinsätze nach Knieverletzung

McGrady, der nach einer Knieoperation Ende Februar in den vergangenen sechs Partien der Rockets zu Kurzeinsätzen gekommen war, hatte gefordert, mehr als sieben oder acht Minuten spielen zu wollen.

"Ich will keine Konfrontation heraufbeschwören, aber als Sportler habe ich nun einmal so empfunden", erklärte McGrady, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft.

Er werfe dem Spieler seinen Ehrgeiz nicht vor, zeigte sich Adelman teilweise verständnisvoll: "Er will mehr, aber im Moment weiß ich nicht, wie das gehen soll."

Am Montag, wenn die Kollegen vom Auswärtsspiel bei den Cleveland Cavaliers zurückkehren, muss McGrady zum Rapport antreten.

Teamkollegen unbeeindruckt

Das Team der Rockets ließ sich von den Wirrungen um seinen langzeitverhinderten Superstar nicht beeindrucken.

Gegen die Nets, mit einer Bilanz von nun zwei Siegen bei 28 Niederlagen die Schießbude der Liga, fuhren die Texaner angeführt von Carl Landry (27 Punkte, neun Rebounds) einen Arbeitssieg ein.

"Einen Schönheitspreis gibt es dafür nicht, aber wir nehmen den Sieg gerne mit", sagte Adelman. Houston belegt mit 18 Siegen bei zwölf Niederlagen Platz zwei der Southwest Division hinter den Dallas Mavericks. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Sacramento Kings ? Los Angeles Lakers 103:112 n.V.

Platz eins in der Liga holten sich vorübergehend die Los Angeles Lakers zurück.

Dabei musste sich der Meister bei den Sacramento Kings aber ziemlich strecken. Einen Tag nach der enttäuschenden 87:102-Heimpleite gegen die Cleveland Cavaliers benötigten die Lakers zwei Verlängerungen, um die Kings mit 112:103 niederzuringen.

Bryant sorgt für Vorentscheidung

Pau Gasol vergab 23 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 94:94 zwei Freiwürfe und damit die erste Siegchance.

Diesen Fehler machte der Spanier am Ende der ersten Verlängerung aber wieder gut, als er mit einem Tip-In in letzter Sekunde die zweite Overtime erzwang.

Dort sorgte dann Kobe Bryant mit zwei Dreiern binnen 45 Sekunden für die Vorentscheidung. Bryant war mit 38 Punkten und sieben Rebounds bester Spieler der Lakers.

Kings wieder in Overtime geschlagen

Für die Kings war es die zweite Overtime-Niederlage gegen ein Spitzenteam binnen vier Tagen.

Am 23. Dezember hatte Sacramento gegen die Cleveland Cavaliers mit 104:117 nach Verlängerung den Kürzeren gezogen.

Bester Werfer im jungen Kings-Endsemble war Point Guard Beno Udrih mit 23 Punkten. Bankspieler Omri Casspi überzeugt mit einem Double-Double (15 Punkte, zehn Rebounds).

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