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Rick Carlisle war zuvor bei den Indiana Pacers und Detroit Pistons Head Coach © getty

Der neue Coach Carlisle macht beim Trainingsauftakt der Mavericks klar, was anders wird. Vorab verletzt sich der erste Spieler.

Von Michael Spandern

München - Die Ära Avery Johnson hallt noch mit Misstönen nach, da gibt der neue Trainer seinen Startschuss bei den Dallas Mavericks ab.

Und Rick Carlisle machte schon beim Auftakt des Training Camp am Dienstag in University Park deutlich, dass er Dirk Nowitzki und Co. Beine macht - schnelle.

Anders als sein Vorgänger setzt Carlisle auf Fast-Breaks - und damit auf die große Stärke von Jason Kidd.

Denn der Mann, der in Peking die USA zu Gold führte, lenkt den Schnellangriff auch im Alter von 35 Jahren so effizient wie kaum ein anderer.

In der Magic-Johnson-Klasse

"Er ist ein Basketball-Computer", pries Carlisle seinen Regisseur. "Er sieht und reagiert auf Dinge, bevor sie passieren. Seine Übersicht ist vielleicht die beste, die ich je gesehen habe. Da zählt er zur Klasse von Larry Bird und Magic Johnson, Steve Nash und John Stockton."

Der Coach kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: "Wenn Kidd den Ball hat, wärest du ein Idiot, wenn du nicht aufs Rennen setzt, weil er dich sieht und dich im Rhythmus und am rechten Ort einsetzt."

Auch Nowitzki lenkte nach dem ersten Tag, an dem vor allem das Umschalten von Abwehr auf Angriff und umgekehrt eingeübt wurde, die Aufmerksamkeit auf Regisseur Kidd.

"Wir versuchen defensiv weiterhin, solide zu agieren und die Dinge zu verbessern, die wir in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut haben", sagte der Würzburger. "In der Offensive steuert Kidd den Fast-Break, bewegt den Ball und die Spieler: Das ist der Stil, den wir spielen wollen", umriss er das Alternativprogramm zum statischen Halbfeld-Angriff unter Avery Johnson.

Jones verletzt sich vor dem Training

Johnson hatte in Nowitzkis Augen "eine kleine Dikatatur" in Dallas errichtet. Klubbesitzer Mark Cuban zufolge hatten sogar einige Spieler einen Trade verlangt, sollte der "Kleine General" weiter auf dem Trainerstuhl sitzen.

Auch Carlisle achtet streng auf körperliche Fitness - als Voraussetzung fürs schnelle Spiel. "Das war kein leichtes Training", räumte er am Dienstag ein. "Aber die Jungs sind bereit, sie wussten, dass harte Arbeit ansteht."

Noch bevor die Lauf- und Sprintübungen anstanden, zog sich allerdings Eddie Jones eine Oberschenkel-Zerrunge zu - auf dem Stand-Fahrrad. Der 36-Jährige wurde schon in der Vorsaison von Knie- und Oberschenkel-Blessuren zurückgeworfen.

Coach Carlisle entschied kurzfristig, statt zwei kürzerer jeweils eine längere Trainingseinheit am Tag anzusetzen. "Ich glaube alle Spieler über 30 sind froh, dass nur einmal täglich trainiert wird ", atmete der im Sommer 30 Jahre alt gewordene Nowitzki auf.

Beim ersten Testspiel gegen die Uni Washington am kommenden Dienstag dürften die Mavericks trotzdem schwere Beine haben.

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