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Ron Artest wurde 1999 als 16. in der Draft akquiriert © getty

Dallas ist ein preisgekrönter Verteidiger angeboten worden. Doch die Mavericks wollen ihren Small Forward Josh Howard offenbar unbedingt halten. Zwei andere Stammspieler waren der Gegenseite zu wenig.

München - Die Dallas Mavericks sind offenbar nicht gewillt, ihren Kader nach dem zweiten Erstrunden-Aus nacheinander substanziell zu verändern.

Ron Artest wurde 1999 als 16., Josh Howard (l.) 2003 als 29. in der Draft akquiriert

Dabei hatte das Team des Vorjahres-MVP Dirk Nowitzki die Chance, den Verteidiger des Jahres 2004 zu bekommen: Ron Artest.

Doch die Mavericks sind nicht bereit, ihren Small Forward Josh Howard im Tausch für den 28-Jährigen an die Sacramento Kings abzugeben.

Das berichten die Dallas Morning News unter Berufung auf eine Quelle in der NBA. Damit sei ein Artest-Trade nach Dallas endgültig vom Tisch, heißt es. Mavs-Eigner Mark Cuban wollte sich dazu nicht äußern.

Bass und Stackhouse zu wenig

Zuvor hatte der Finalist von 2006 den Kings offenbar Brandon Bass und Jerry Stackhouse angeboten.

Doch der junge Power Forward Bass und der zweimalige All-Star Stackhouse waren den Kings zu wenig: Sie wollten Howard.

Der hatte den Mavericks einen Bärendienst erwiesen, als er in den Playoffs zunächst in einem Radiointerview über seinen Marihuana-Konsum in der Sommerpause plauderte und nach einer Niederlage ungerührt zu einer Geburtstags-Sause im Nachtklub einlud.

Rekordstrafe nach Gemenge

Doch die Troublemaker-Vita des Ron Artest ist bedeutend länger: Der All-Star von 2004, der in Indiana zwei Spielzeiten lang unter Dallas' neuem Trainer Rick Carlisle spielte, wurde in der Saison 2004/05 von diesem für zwei Spiele suspendiert.

Angeblich hatte er um einen Monat Pause gebeten, da er von der Promotion eines Albums seines Labels müde sei.

Zweifelhaften Ruhm brachte Artest das Gemenge von Auburn Hills ein, eine Schlägerei beim Gastspiel in Detroit, bei der auch Zuschauern mitmischten. Artest wurde für den Rest der Saison (73 Spiele) gesperrt.

Wegen häuslicher Gewalt hinter Gittern

Nach seinem Trade nach Sacramento geriet er auch mit dem Gesetz in Konflikt. Tierschützer beschuldigten Artest, seinen Hund falsch zu füttern. Die Deutsche Dogge wurde tierärztlich beschlagnahmt. Einen Monat später bekam er sie zurück.

Im März 2007 wurde er verurteilt, weil er in seinem Haus eine gewaltsame Auseinandersetzung mit einer Frau hatte, und musste daraufhin zehn Tage hinter Gitter. Die NBA sperrte den Forward für sieben Spiele in der folgenden Saison.

Doch seinen Wert auf dem Spielfeld hat er mit Karrierewerten von 16 Punkten, 5,1 Rebounds und 2,1 Steals im Schnitt pro Spiel eindrucksvoll belegt.

So viele Punkte wie nie

Daher war er seit Wochen Mittelpunkt von Tradegerüchten. Die Kings sollen mit dem Vizemeister Los Angeles Lakers über einen Tausch mit Lamar Odom gesprochen haben.

Auch die Phoenix Suns und die San Antonio Spurs signalisierten Interesse für den 2,01-m-Mann, dessen Punkteschnitt in der Vorsaison (20,5) so hoch wie noch nie lag.

Howard kam 2007/08 auf 19,9 Punkte und sieben Rebounds pro Partie. Sein Verdienst liegt in der kommenden Spielzeit mit 9,95 Milionen Dollar deutlich über Artests Salär in Sacramento (7,4 Millionen).

Michael Spandern

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