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In ihrer 30-jährigen Geschichte konnten die Utah Jazz noch nie die NBA-Krone gewinnen © getty

Utah besiegt Cleveland in den letzten Sekunden. Ein Rookie sorgt für die Entscheidung. Chicago setzt sich in Boston durch.

Von Olaf Mehlhose

Utah/München ? Rookie Sundiata Gaines hat den Utah Jazz buchstäblich in letzter Sekunde einen 97:96 (40:47)-Heimerfolg gegen die Cleveland Cavaliers beschert.

Mit dem ersten erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf seiner gerade mal fünf Spiele währenden NBA-Karriere sorgte der Rookie 5,6 Sekunden vor Ende des Spiels für die Entscheidung. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

32,5 Sekunden vor der Schlusssirene hatten die Cavaliers noch mit sechs Punkten geführt, nachdem das Team von LeBron James im letzten Viertels einen 22:4 Zwischenspurt eingelegt hatte.

Doch dann versagten den Cavs die Nerven an der Freiwurf-Linie. Als Zydrunas Ilgauskas nur einen von zwei Versuchen versenken konnte, benötigte Utah zwei Punkte für ein Unentschieden oder einen Dreier für den einen Sieg.

Entscheidung durch Drei-Punkte-Wurf

Dann schlug die Stunde von Gaines: Nach Zuspiel von Ronnie Price netzte der Rookie einen spektakulären Dreier zum Spielgewinn ein. Insgesamt kam Gaines, der erst letzte Woche nach einer Handgelenks-Verletzung von Deron Williams einen 10-Tages-Vertrag bei Utah unterschrieben hatte, auf neun Punkte.

"Ich wusste, dass ich es versuchen würde, wenn ich den Ball fange", sagte Gaines. "Als er meine Hand verlassen hat, hatte ich ein gutes Gefühl. Es ist gut, Cleveland zu schlagen, das war ein großes Spiel."

Bester Akteur bei den Jazz war Ex-Cavalier Carlos Boozer, der auf 19 Punkte, 13 Rebounds und sechs Assists kam.

James ist enttäuscht

Der Top-Scorer des Spiels hieß jedoch einmal mehr LeBron James. Der 25-jährige Small Forward kam auf 36 Punkte und neun Rebounds. Allerdings konnte sich der Superstar nicht so recht über seine Leistung freuen.

"Meine individuellen Statistiken bedeuten nichts. Alles was ich geschafft habe, fliegt mit der Niederlage zum Fenster raus", so James.

Größter Schwachpunkt im Spiel von Cleveland war das Passspiel. Dem derzeit besten Team des Ostens unterliefen 23 Turnover - ein Negativ-Rekord in der laufenden Saison.

Nach seinem entscheidenden Wurf begruben die Utah-Spieler Gaines in einer Jubeltraube. "Sie fielen alle über mich her", sagte der Rookie. "Es war großartig."

Bulls siegen in Boston

Zuvor hatten die Chicago Bulls ein wenig überraschend mit 96:83 (47:39) bei den Boston Celtics gewonnen.

Die Entscheidung zugunsten des sechsmaligen NBA-Champions fiel 3:50 Minuten vor Ende der Partie:

Nachdem Paul Pierce mit einem Dreier auf 80:86 verkürzt hatte, gewann Boston nur einen der nächsten neun Punkte.

Bereits im ersten Viertel waren die Bullen auf 29:18 davon gezogen. Einen Vorsprung, den sie im gesamten Spiel nicht mehr abgaben. Die einzige Führung konnte der NBA-Rekord-Champion beim Stand von 2:0 verzeichnen.

Deng und Noah ragen heraus

Ausschlaggebend für die Führung nach der ersten Hälfte waren vor allem die 16 Punkte von Top-Scorer Luol Deng. Im gesamten Spiel kam der Small Forward auf 25 Punkte.

"Wir haben versucht das Tempo hochzuhalten", sagte Deng später. "In der zweiten Hälfte ist uns das sehr gut gelungen. Wir wussten, dass sie direkt versuchen würden ranzukommen, aber wir haben einen guten Job gemacht."

Neben Deng ragte noch Joakim Noah aus dem starken Team der Chicago Bulls heraus. Dem Sohn von Tennis-Legende Yannick Noah gelang das 19. Double-Double der Saison (15 Punkte, 11 Rebounds).

Für Chicago war der Sieg in Boston der dritte Sieg in Folge.

Rivers mit Vorahnung

Boston-Coach Doc Rivers ahnte bereits im dritten Spielabschnitt, dass es für seine Mannschaft eng werden würde.

"Das Warnsignal kam im dritten Viertel", sagte der Trainer. "Wir haben direkt nach der Pause Dampf gemacht, aber länger als zwei bis drei Minuten haben wir es nicht durchgehalten. Ich war mir nicht sicher, dass wir verlieren, aber ich wusste, dass es hart wird."

Womöglich waren die Celtics auch einfach nur müde. Immerhin bestritten sie das vierte Spiel in fünf Tagen.

"Wir wussten, dass sie in den letzten fünf Nächten vier Mal gespielt haben. Deshalb war es wichtig, sie nicht zur Ruhe kommen zu lassen", sagte Noah später.

Garnett und Wallace schmerzlich vermisst

Vor allem unter den Körben machte sich beim Champion von 2008 das Fehlen der beiden Stars Kevin Garnett und Rasheed Wallace bemerkbar.

In der Rebound-Statistik lagen die Bulls mit 50-39 klar vorne. Rasheed Wallace, der wegen Schmerzen im linken Fuß ausfiel, wird wahrscheinlich am Montag gegen die Dallas Mavericks wieder dabei sein.

Garnett verpasste wegen einer Knieverletzung schon das achte Spiel nacheinander und kann frühestens am kommenden Freitag gegen Portland wieder ins Geschehen eingreifen.

Bester Punktesammler bei den Celtics war Paul Pierce mit 20 Punkten, Rajon Rondo kam auf 15 und Kendrick Perkins auf 14 Punkte.

Perkins gelangen außerdem noch zehn Rebounds und fünf Blocks.

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