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Elton Brand war gleich in seinem ersten NBA-Jahr Rookie of the Year © getty

Chris Kaman, Elton Brand und der neu verpflichtete Baron Davis sollten die Clippers nach oben führen. Doch nun wird Brand aus L.A. weggelockt.

München - Der neu-deutsche Center Chris Kaman, Elton Brand und der jüngste Transfer-Coup Baron Davis: Es waren die drei Namen, die die so oft verspotteten Los Angeles Clippers in eine neue, bessere Zeit führen sollten.

Doch das Traum-Trio ist auseinandergerissen, bevor es auch nur eine gemeinsame Trainingseinheit bestritten hat

Der Star-Forward Elton Brand steht vor der Unterschrift eines Mega-Deals mit den Philadelphia 76ers - und lässt sein Team im Zorn zurück.

Der 29-Jährige hat einem Fünf-Jahres-Vertrag mit Philly, der ihm 82 Millionen Dollar einbringen wird, mündlich zugestimmt, wie "ESPN" unter Berufung auf Insider in der NBA-Chefetage berichtet.

Offiziell ist der Deal noch nicht, denn bis Mittwoch lief noch ein Stillhalteabkommen, in dem in der Liga keine Verträge unterschrieben werden durften.

Letzte Details am Dienstag geklärt

Allerdings wurde Brand am Dienstagabend schon in Philadelphia gesichtet, wo er letzte Details mit seinem neuen Arbeitgeber klärt.

Dabei ist es erst eine Woche her, dass Brand öffentliche seine "Absicht, hier zu bleiben erklärte.

Sein Agent David Falk meinte sogar, dass ihm ein Deal mit Los Angeles vorschweben würde, mit dem sein Schützling "seine Karriere bei den Clippers beenden" würde.

Golden State bot 90 Millionen

Mit der Verpflichtung Davis' lieferten die Clippers Brand auch ein gutes Argument dafür - mit dem Point Guard an seiner Seite hätte Brand in Los Angeles vielleicht ganz oben mitspielen können.

Brand war es auch, der seinem Team erst den finanziellen Spielraum für den 65-Millionen-Deal gab, indem er aus seinem letzten Vertragsjahr mit den Clippers ausstieg.

Doch kaum war der Davis-Deal unter Dach und Fach, legte Davis' altes Team - die Golden State Warriors - plötzlich ein 90-Millionen-Dollar-Angebot für Brand auf den Tisch.

Deal mit Minnesota schuf Spielraum

Die 76ers zogen dann nach. Zuvor hatten sie noch einen Trade mit den Minnesota Timberwolves eingefädelt, der ihnen die Möglichkeit gab, Brand zu verpflichten, ohne das Salary Cap zu sprengen.

Forward Rodney Carney, Center Calvin Booth und ein künftiger Erstrunden-Draft-Pick gehen daher nun an die Wölfe, damit Philly Brand bezahlen kann.

Verzweiflungs-Angebot vergebens

Die Clippers sollen Brand laut "ESPN" dann noch ein Verzweiflungs-Angebot unterbreitet haben.

Finanziell soll es annähernd an den 76ers-Deal herangereicht und außerdem eine Klausel beinhaltet haben, dass Brand nicht getradet werden durfte - ein Privileg, das in der Liga sonst nur Liga-MVP Kobe Bryant genießt.

Alles vergebens: Brand zieht es nach Philadelphia - auch aus familiären Gründen. Brands Verwandtschaft lebt an der Ostküste und seine Frau erwartet ihr erstes Baby.

Identifikationsfigur und Leistungsträger

Die Clippers dagegen gucken in die Röhre: Sie verlieren eine Identifikationsfigur und einen konstanten Leistungsträger.

Seit Brand 2001 von den Chicago Bulls zu den Kaliforniern gewechselt war, sorgte er als Führungsfigur seines Teams stets zuverlässig für Punkte (20,3 im Schnitt) und Rebounds (10,3).

weiter Mit dem zweimaligen All-Star standen und fielen die Clippers: Als er 2005/06 seine beste Saison mit einem Punkteschnitt von 24,7 spielte, feierte das Team seine beste Saisonbilanz aller Zeiten.

In der vergangenen Saison, als Brand mit einem Achillessehnenriss fast durchgehend ausfiel, war auch sein Team so schlecht wie seit Brands Verpflichtung nicht mehr.

Super-GAU bleibt Clippers erspart

Eine Bilanz von nur 23 Siegen weckte schon wieder Erinnerungen an die düsteren 90er Jahre, in denen die Clippers alle Negativ-Rekorde brachen und zum Lieblings-Spottobjekt von Late-Night-Talker Jay Leno wurden.

Brands Abgang wirft die Clippers nun erneut zurück - aber ihnen bleibt wohl zumindest der Super-GAU erspart.

Arenas: Immer noch gut genug

Baron Davis, dessen Verpflichtung durch das Transfer-Moratorium ja auch noch nicht offiziell ist, wird seine Zusage an die Clippers offenbar nicht überdenken.

Für Gilbert Arenas von den Washington Wizards ist das verbleibende Duo immer noch stark genug: "Auch wenn Elton Brand die L.A. Clippers verlassen sollte, wird Kaman an der Seite von Baron Davis in der nächsten Saison ordentlich punkten können", ist sich der Point Guard im Gespräch mit Sport1.de sicher.

Martin Hoffmann

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