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Während Bryant (l.) schon vier Meistertitel gewonnen hat, ist James noch ohne Ring © getty

James und Bryant bitten zum Gefecht. Geschmacklos, meint die Liga. Bryant ist einsichtig, James weist alle Kritik zurück.

Von Olaf Mehlhose

München - Den Waffenskandal um Gibert Arenas und Javaris Crittenton hatte die Liga gerade erst abgearbeitet.

Zwei Tage, nachdem die beiden Wizards-Akteure wegen der Mitnahme von Handfeuerwaffenaffen in die Umkleide-Kabine für die gesamte Saison gesperrt wurden, treten nun die beiden NBA-Megastars martialisch auf die Bühne.

In einer Anzeige des Sportartikelausrüsters "Nike" bitten der amtierende MVP LeBron James und sein Vorgänger Kobe Bryant zum Duell, und eine Anspielung auf Waffen ist kaum zu übersehen.

Anspielung auf Pistolen-Magazin

Die Annonce, die in unter anderem in der "Sports Illustrated" und der Magazin-Ausgabe von "ESPN" abgedruckt wurde, ist Teil der "Prepare for Combat"-Kampagne des Unternehmens.

Sie zeigt James und Bryant in dramatischen Schwarz-Weiß-Fotos und je eine Aussage der Spielers, welche die Härte des Gefechts veranschaulicht.

Stein des Anstoßes ist vor allem der Wortlaut mit dem Lakers-Leader Bryant zitiert wird: "Ich werde alles machen, um das Spiel zu gewinnen. Ich lasse nichts in der Kammer zurück." Der englische Begriff "chamber" spielt dabei sowohl auf die Umkleide als auch auf ein Pistolen-Magazin an.

"Das ist Schwachsinn"

"Nike" rechtfertigte sich damit, dass die Werbung seine Einsatzbereitschaft auf dem Platz demonstrieren solle und "schießen" im Basketball eine üblich gebrauchte Metapher sei.

LeBron James pflichtet dem bei: "Das hat nichts, null, mit Waffen zu tun. Das ist ein Basketball-Begriff. Kobe zu zitieren, und zu behaupten, dass er auf Waffen anspielen wollte, ist Schwachsinn."

Unter James Foto steht der Text: "Gegnerische Teams nehmen nicht zu Kenntnis, dass ich ein Football-Spieler war. Ich kann Schläge einstecken, aber auch austeilen."

Kobe ganz einsichtig

Der Small Forward der Cleveland Cavaliers wies darauf hin, dass beim Basketball häufig martialische Ausdrücke verwendet würden, "aber nichts mit Waffen oder Gewalt gemeint" sei.

Unter James Foto steht der Text: "Gegnerische Teams nehmen nicht zu Kenntnis, dass ich ein Football-Spieler war. Ich kann Schläge einstecken, aber auch austeilen."

Bryant aber zeigte sich einsichtig und stimmte der Einschätzung der NBA zu. "Das war vor Monaten, lange bevor irgendetwas herauskam", sagte der 31-Jährige. "Die Situation hat sich jetzt natürlich geändert. Die Werbung ist unangemessen, das habe ich meinen Business-Partnern mitgeteilt."

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