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Jerry Stackhouse spielt seit 2004 bei den Dallas Mavericks © getty

Mit Hass will Coach Carlisle die als zu weich verschrienen Dallas Mavericks zu "harten Hunden" und einem Titelkandidaten machen.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Rick Carlisle hat seine Vorstellungen wie er die Dallas Mavericks zum Titel führen will.

Er setzt vermehrt auf Fast-Breaks und nicht wie sein Vorgänger auf den statischen Halbfeldangriff.

Und noch etwas will der neue Coach ändern. Aus den als zu weich verschrienen Mavericks sollen harte Hunde werden, eine "echte Arschlochtruppe".

"Ich suche ein paar richtige Arschlöcher", schockte der Trainer die Medienvertreter nach der Trainingseinheit am Mittwoch.

Hassen wie Larry Bird

Was der Trainer damit meint, hatte er bereits in seinen ersten Amtstagen verdeutlicht, als er von "Einsatz", "Intensität", "Einstellung" und "Garstigkeit" gesprochen hatte.

Und der Coach hatte gleich ein paar Tipps für seine Spieler parat, wie man es schafft, ein richtiges A...loch zu werden. "Du musst den Gegner hassen. Wenn du den Gegner hasst, ist das schon die beste Voraussetzung", sagte der ehemalige Spieler der Boston Celtics und nannte gleich ein Beispiel aus seiner aktiven Zeit. "Larry Bird hat jeden gehasst."

Beste Aussichten auf den "A...loch-Posten" haben laut Carlisle Jerry Stackhouse und Josh Howard. Sie würden seine Philosophie tragen, meinte der 48-Jährige.

"Stack" und "Damp" zu Beginn vorne

Stackhouse gehörte auch zu den beiden Spielern, die sich nach den ersten drei Übungseinheiten ins erste Team gespielt haben. ?Stack ist ein hervorragender Spieler?, lobte der Coach den 33-Jährigen.

Doch damit nicht genug. Sobald es um die Besetzung der Shooting-Guard-Position ging, nannte Carlisle Stackhouse stets vor Jason Terry. Aber auch für Terry hatte der Trainer lobende Worte übrig. "Terry ist für jeden Gegner ein Problem. Er ist schnell, er wirft unglaublich gut."

Der andere Spieler, der die ersten Trainingseinheiten zu seinen Gunsten genutzt hat, ist Erick Dampier. Angeblich soll sich Carlisle bereits auf den 33-Jährigen als Center festgelegt haben.

Zwar sagte er, er werde voraussichtlich immer wieder Mal zwischen Dampier und DeSagana Diop wechseln, bisher hat der Coach allerdings nur Dampier als Center bei Spielen im First Team gebracht.

Halbe Mannschaft gegen Johnson

Nicht nur Carlisle, auch Mavericks-Besitzer Mark Cuban sorgte für große Aufregung. Bereits vor ein paar Tagen hatte er öffentlich zugegeben, dass Spieler nach dem Playoff-Aus zu ihm gekommen waren und ihn um einen Trade gebeten hatten, sollte Avery Johnson ein weiteres Jahr Coach der Dallas Mavericks sein.

Ging man zu Beginn noch von vereinzelten Spielern aus, ist das Ausmaß viel dramatischer, als bisher angenommen: Die halbe Mannschaft soll sich gegen den Trainer ausgesprochen haben.

Als Cuban von einem Reporter gefragt wurde, um wie viele Spieler es sich denn handelte und ob es mehr als fünf gewesen seien, antwortete er: "Ja." Auf die Schätzung des Reporters von sieben, sagte Cuban: "Das war schon nah dran."

Um wen es sich bei den sechs bis acht Spielern gehandelt hat, die bei ihm vorstellig geworden sind, wollte der Mavs-Besitzer nicht verraten.

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