All-Star-Game statt Turtel-Trip
Von Martin Hoffmann
München - Der nachträgliche Ritterschlag für Chris Kaman hat zwei Leidtragende.
Zum einen Portlands Brandon Roy, der durch seine Verletzung die Berufung des deutschen Nationalspielers ins All-Star-Team erst möglich machte.
Zum anderen Kamans Freundin. Mit der hatte der Center der Los Angeles Clippers am Sonntag eigentlich einen Valentinstags-Ausflug geplant.
Der fällt nun flach. "Ich hoffe, sie versteht das", erklärte der 27-Jährige sogleich entschuldigend (DIASHOW: Die All-Stars der NBA).
Leicht fader Beigeschmack
So wichtig dem 2,13-m-Mann seine Herzensdame auch ist: Die Möglichkeit, erstmals beim Stelldichein der NBA-Elite in Dallas dabei zu sein, hat Priorität.
Auch wenn die Nominierung für Kaman ein leicht faden Beigeschmack hat.
"Es ist für mich nur eine Art halbes All-Star-Game", erklärte Kaman, dem es lieber gewesen wäre, direkt nominiert zu werden.
Trotzdem sei er "aufgeregt", den Westen vertreten zu dürfen.
Kräftiger Entwicklungssprung
Verdient hat sich Kaman das Ticket nach Dallas durch einen kräftigen Entwicklungssprung, den er in dieser Saison hingelegt hat.
Der offensichtliche Aspekt ist seine Punktausbeute, die mächtig in die Höhe geschnellt ist: von durchschnittlich 12,0 in der Vorsaison auf 20,2 in dieser.
Aber Kaman ist nicht nur bester Scorer seines Teams - er ist auch dessen bester Verteidiger.
Unverzichtbarer Stützpfeiler
Aaron Barzilai, Statistik-Analyst in Diensten der Memphis Grizzlies hat ermittelt, dass es keinen Spieler in der Liga gibt, dessen Abwesenheit die Abwehr seines Teams mehr schwächt als die Kamans.
Abzulesen ist das auch daran, dass die Clippers in dieser Saison alle sechs Spiele ohne Kaman verloren haben.
Beides Fakten, die natürlich auch etwas über die Qualität von Kamans Ersatzleuten aussagen - aber eben auch über seine Stärke.
Mike Dunleavy, General Manager der Clippers und bis vor kurzem auch ihr Coach, macht Kamans Fortschritte vor allem an einem Punkt fest: "Sein Kopf. Er versteht besser, was um ihn herum passiert, er liest das Spiel besser."
Bryants Einsatz steht in Frage
Womöglich wird in der Western Conference noch ein weiterer Platz frei.
Die Teilnahme von Superstar Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers an dem Saison-Highlight ist ungewiss.
Der Shooting Guard hat die jüngsten zwei Spiele des Meisters wegen einer Knöchelverletzung verpasst.
"Versuche nicht durch eine Wand zu laufen"
Eine klare Aussage, ob es bis Sonntag reicht, konnte er bislang nicht machen.
Um jeden Preis die Zähne zusammenbeißen will er aber nicht: "Ich versuche nicht, durch eine Wand zu laufen, nur damit ich durch eine Wand gelaufen bin."
Wenn klar wäre, dass sich die Blessur verschlimmern würde, sollte er auflaufen, "dann werde ich nicht spielen".
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