vergrößernverkleinern
Bald Teamkollegen? Dirk Nowitzki (r.) und Washingtons Caron Butler © getty

Die Klatsche in Denver erhöht den Handlungsdruck auf die Mavericks. Im Fokus steht offenbar ein All-Star aus Washington.

Von Martin Hoffmann

München - Mark Cuban weilte am Dienstag bei einem Schultanzabend seiner älteren Tochter.

Es dürfte seine leicht zu strapazierenden Nerven geschont haben.

Wäre der Besitzer der Dallas Mavericks stattdessen nach Denver gereist, er hätte die schwerste Schlappe seines Teams seit mehr als acht Jahren miterleben müssen.

Die 91:127-Klatsche bei den Nuggets war die heftigste der Mavericks seit einer 87:124-Pleite in Houston im November 2001, als Nowitzkis Teamkollegen noch Steve Nash, Michael Finley und Shawn Bradley hießen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

Und sie befeuert eine Woche vor der Trade-Deadline am kommenden Donnerstag die Debatte, ob Nowitzki neue Teamkollegen braucht. 199075(DIASHOW: Die Bilder der NBA-Woche)

Kein einmaliger Fehltritt

Dagegen helfen auch nicht die diversen Erklärungen, die Dallas zu seiner Verteidigung vorbringen kann.

Das anstrengende Spiel bei den Golden State Warriors am Tag zuvor, die erschöpfende 1500-km-Reise nach Denver, die Verletzungen von Erick Dampier und Shawn Marion.

Alles Faktoren, mit denen sich ein böser Fehltritt erklären lässt. Aber der Fehltritt fügt sich eben ein in eine Reihe von Misserfolgen seit dem Jahreswechsel.

Keine guten Aussichten

11 von 21 Spielen hat Dallas im Jahr 2010 verloren - vor allem wegen der zuletzt chronisch schwachen Abwehr.

Schlimmer noch: Gegen fünf der sieben Teams, die gegenwärtig im Westen auf den Playoff-Plätzen liegen, gab es zuletzt Niederlagen.

Was nichts Gutes für die Postseason verheißt.

"Viele Flirts, keine Anträge"

Cuban hat schon deutlich gemacht, dass die aktuelle Krise die Wahrscheinlichkeit erhöht hat, dass Dallas noch auf dem Trade-Markt aktiv wird.

"Wo wir vorher vielleicht nicht zugehört hätten, hören wir nun zu", ließ er wissen.

Viel weiter scheinen die Bemühungen auch noch nicht zu sein, bevor die Mavericks beim All-Star-Wochenende die Gelegenheit haben, direkt mit anderen Teams ins Gespräch zu kommen 195744(DIASHOW: Die All-Stars der NBA).

"Es gibt viele Flirts, aber keine Heiratsanträge", flüsterte ein Insider der "Dallas Morning News" zu.

Butler statt Martin?

Der Flirt mit Kevin Martin - Top-Scorer der Sacramento Kings - ist dabei offenbar abgekühlt.

Die Mavericks hätten in Gesprächen mit den Kings "nicht aggressiv gedrängt", berichtet "CBS".

Demnach steht bei Dallas ein anderer Flügelspieler im Mittelpunkt des Interesses: Caron Butler, 29, von den Washington Wizards.

Auch Iguodala gehandelt

Der zweimalige All-Star (Punkteschnitt: 16,9) trägt wegen seiner engagierten Spielweise den Ehrentitel "Tough Juice" - und ein Ende seiner Zeit in der Hauptstadt erscheint nicht abwegig.

Die Wizards stehen nach der Affäre um den suspendierten Gilbert Arenas wohl vor einem Umbruch, der am Trade-Markt bemerkbar werden dürfte.

Heiß gehandelt wird in Dallas auch Andre Iguodala, 26 Jahre alt, Shooting Guard und Top-Scorer der Philadelphia 76ers (Punkteschnitt 17,3).

Howard auf dem Absprung?

Als Top-Kandidat für einen Weggang aus Dallas gilt Josh Howard, der nach den Verletzungsproblemen der Vorsaison aktuell die schwächste Spielzeit seiner Karriere durchlebt.

Der einstige Top-Mann hinter Dirk Nowitzki ist aktuell nur noch sechster Mann, trotzdem würde er wohl leicht zu vermitteln sein.

Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus, kann aber per einseitiger Arbeitgeber-Option noch für ein Jahr zum Preis von 11,8 Millionen Dollar verlängert werden.

"Die Puzzlestücke sind hier"

Geht es nach den offiziellen Verlautbarungen aus dem Team, will die Mannschaft aber gar nicht verändert werden.

"Die nötigen Puzzlestücke sind hier", erklärte Jason Terry nach der Denver-Pleite: "Es geht darum, dass wir neue Energie tanken und unsere Gelegenheiten wieder ergreifen."

Ähnliches hatte auch Nowitzki schon erklärt (STATISTIK: Die Sport1.de-Nowitzki-Watch).

Und auch Trainer Rick Carlisle meinte in Denver: "Ich mag dieses Team." Auch wenn es ihm das gerade recht schwer macht.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel