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Caron Butler kam 2010 von den Washington Wizards zu den Dallas Mavericks © getty

Caron Butler handelte als Kind mit Drogen und saß 15 Mal vor dem Jugendrichter. Sein Talent führte ihn in ein geregeltes Leben.

Von Martin Hoffmann

München - Butler. Der Name von Dirk Nowitzkis neuem Sidekick lädt zu Wortspielen ein.

Aber Caron Butler hat kein Problem damit. Sein Nachname ist ihm lieber als Spitznamen wie "Tough Juice" oder "Caronamo", er findet ihn passend.

"Ich bin bekannt dafür, Leuten zu dienen, ihnen zu geben, was sie brauchen", hat er einmal erklärt.

Und genau dafür haben die Mavericks den Flügelspieler aus Washington geholt: Er soll ihren Star-Akteur Dirk Nowitzki offensiv wie defensiv entlasten, zum zweiten Stützpfeiler der Texaner werden.

Ein ungleiches Duo

Das Traum-Duo in spe besteht aus zwei Spielern, deren Lebenswege nicht unterschiedlicher hätten sein können. 204265(DIASHOW: Die Bilder aus der NBA)

Hier Nowitzki, das jederzeit behütete und geförderte Ausnahmetalent aus Würzburg.

Dort Butler, den seine Begabung abgebracht hat von einer scheinbar hoffnungslosen Verbrecher-Karriere.

Drogendeals mit elf

Butler, Sohn einer alleinerziehenden Mutter, war in seiner Heimatstadt Racine in Wisconsin frühzeitig auf die schiefe Bahn geraten.

Mit elf Jahren dealte er das erste Mal mit Drogen, stand nach eigener Schätzung 15 Mal vor dem Jugendrichter, bevor er 15 wurde.

Der Tiefpunkt: Als er 14 war, wurde Butler zu 16 Monaten Jugendhaft verurteilt. In seinem Schulspind waren eine ungeladene Pistole und Kokain gefunden worden.

Weggefährten erzählten US-Medien später, das Kokain hätte nicht ihm gehört, sondern einem Freund, den Butler gedeckt hätte.

Knastspielchen für Süßigkeiten

Unter staatlicher Aufsicht wandelte sich Butler. Er begann, Bibelverse zu studieren - und kultivierte in der Besserungsanstalt seine Leidenschaft für den Basketball.

"Es war mein Ticket nach draußen", erklärte er später.

Butler spielte hinter Gittern seine Mithäftlinge aus, knöpfte ihnen so Süßigkeiten ab. Es war eine erste Andeutung, was in ihm steckte.

Nach seiner vorzeitigen Entlassung verfolgte er eine vielversprechende Schulsportkarriere und jobbte nebenbei in einem Fast-Food-Laden, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Ein Dealer als Gönner

Butlers Lebensweg machte trotzdem noch einige Irrungen durch: Im Januar 1998 fand die Polizei 15 Gramm Crack in der Garage von Butlers Familienanwesen. Butler beteuerte, er habe nichts mit dem Fund zu tun. Der zuständige Ermittler glaubte ihm und ließ ihn davonkommen. Eine jahrelange Haftstrafe blieb ihm erspart.

Im selben Jahr finanzierte Butler ein früherer Dealerfreund das Schulgeld für eine Privatschule, die ihn aufs College vorbereitete.

"Er wollte, dass ich runter von diesen Straßen komme", so Butlers Schilderung. Der Gönner landete bald darauf wieder im Gefängnis.

Schrille Töne beim Draft

Butler wurde an der Universität von Connecticut ein All American, führte die UConn Huskies in das Elite-8-Turnier der NCAA.

Butler wurde NBA-Star - und erlebte dabei mit, wie das Leben der falschen Freunde von einst dahinging. Vier seiner Gang-Gefährten wurden im Lauf der Jahre auf der Straße erschossen.

Butler wurde 2002 an Position von den Miami Heat gedraftet und fiel gleich mit schrillen Tönen auf. Er gelobte am Draft-Tag, es den neun Teams, die ihn nicht nahmen, für den Rest seiner Karriere heimzuzahlen.

Millionen-Deal unter Tränen

Die forschen Sprüche waren ein Überbleibsel seiner Jugendjahre - wie auch seine Art zu spielen. Butler ist gefürchtet für seine Aggressivität auf dem Platz.

Auch der Namen "Tough Juice", gewählt von Ex-Trainer Eddie Jordan, hat seine Berechtigung.

Butler war 2005 über den Umweg L.A. Lakers in Washington gelandet. Er unterschrieb 2005 dort unter Tränen einen 46-Millionen-Dollar-Vertrag, kam 2007 und 2008 ins All-Star-Team.

Süchtig nach Strohhalmen

Der Basketball stützte Butlers Reifeprozess außerhalb des Platzes: Mittlerweile ist er Vater dreier Kinder und versucht durch soziales Engagement andere davon abzuhalten, seinen Gang- und Drogen-Irrwegen zu folgen.

Eine Abhängigkeit aber verfolgt Butler bis heute. Er ist süchtig danach, auf Strohhalmen herumzukauen.

Seine bevorzugten Kauobjekte: die Trinkhalme von McDonald's.

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