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Kevin Durant (r.) hat seinen Punkteschnitt von 24,5 auf 29,8 gesteigert © getty

Oklahoma City war vor kurzem noch das schlechteste Team der NBA, nun mischt es die Liga auf. Dahinter steckt mehr als nur Durant.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist nicht viel mehr als ein Jahr her, da erschienen die Oklahoma City Thunder wie ein hoffnungsloser Fall.

Mit 29 Niederlagen aus 32 Spielen gestartet, hatten sie in Sachen Erfolglosigkeit nahtlos angeknüpft an die jämmerliche Endzeit ihres früheren Selbst, der Seattle SuperSonics.

Wie sich die Zeiten ändern: Heute mischen die Südstaatler mit ihrem aufstrebenden Superstar Kevin Durant die Liga auf.

Neun Spiele in Folge hatten die Thunder vor der Niederlage gegen Phoenix gewonnen, sie liegen mit einer Bilanz von 33:22 Siegen stramm auf Playoff-Kurs.

Langfristige Planung, sprunghafte Entwicklung

Oklahoma Citys Erfolgsgeschichte ist beispiellos, noch nie hat ein NBA-Team seine Bilanz von einer Saison auf die nächste so sehr verbessert, ohne sich mit einem Topstar verstärkt zu haben.

Der Aufschwung der Thunder hat andere Gründe. Er fußt auf einer Mischung aus kluger, langfristiger Planung und der sprunghaften Entwicklung seiner Protagonisten.

Allen voran natürlich Kevin Durant, der in seiner dritten NBA-Saison endgültig zu einem Großkaliber gereift ist.

"Durantula" wird vielseitig

Seinen Scoring-Schnitt hat der Forward von 24,5 auf 29,8 gesteigert, in 29 Spielen hintereinander hat er nun die 25-Punkte-Marke geknackt.

Aber Durant ist längst mehr geworden als der Punktgarant, der er schon seit seinem Rookie-Jahr ist.

Die "Durantula" stellt mehr und mehr ihrer Defensivschwächen ab, die früher dazu geführt hatten, dass sein Team mit ihm auf dem Platz stets deutlich mehr Punkte kassierten als ohne ihn.

MVP-Titel ist drin

Experten registrieren viele kleine Detailverbesserungen in der Abwehrarbeit: Dass er seine riesigen Arme (Spannbreite: 2,28 m) beim Verteidigen häufiger ausbreitet, dass er im Kraftraum die vormals dünnen Beine gestählt hat und weit schwerer von den Beinen zu holen ist.

Generell attestiert ihm Trainer Scott Brooks eine deutlich größere Wettkampfhärte: "Man kann das nicht in Statistiken ausmessen. Man sieht es in seinen Augen."

Die erste All-Star-Nominierung war der Lohn für Durant, sogar auf den MVP-Titel werden ihm Außenseiterchancen eingeräumt.

Die Thunder-Fans schreien die drei Buchstaben schon jedes Mal, wenn Durant an die Freiwurflinie tritt.

Junger GM formte junges Team

Durant ist der Hauptdarsteller von Oklahoma Citys Erfolgsgeschichte, ihr Regisseur sitzt hinter den Kulissen.

Seit General Manager Sam Presti im Juni 2007 das Ruder übernommen hat, formt er das Team entschlossen nach seinem Bilde.

Der mit 32 Jahren jüngste GM der Liga hat keinen Stein auf dem anderen gelassen, hat um Durant ein völlig neues Team aufgebaut, das genauso jung und erfolgshungrig ist wie er.

Kein Stammspieler der Thunder ist älter als 26. Durant und Spielmacher Russell Westbrook sind 21, Forward Jeff Green 23.

"Erfahrung ist wichtig"

Erfolgreiches Abwehr-Credo "Erfahrung ist wichtig in dieser Liga", weiß Brooks: "Aber noch wichtiger ist Einsatz. Und den haben die Jungs."194232(DIASHOW: Wechselbörse - die Trades im Überblick)

Diesen Einsatz lenkt der Nachfolger des glücklosen P.J. Carlesimo aber auch in die richtigen Bahnen.

Brooks hat den Thunder gemeinsam mit seinem als Abwehr-Guru gerühmten Assistenten Ron Adams Disziplin und ein konsequentes Defensiv-Credo eingeimpft.

Die Abwehrstärke ist ungewöhnlich für ein junges Team - und ist noch mehr als Durants individuelle Klasse das Erfolgsgeheimnis des Teams.

Trades? Nicht nötig

Ein Anzeichen, wie gut es für die Thunder läuft, waren auch Prestis Aktivitäten vor der Transfer-Deadline.

Wo er in den vergangenen beiden Jahren stets umtriebig war und sein Team mit Trades umbaute, tat er diesmal: nichts.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Er vertraut darauf, dass sein Team nun auf dem rechten Weg ist. Und er hat allen Grund dazu.

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