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Dirk Nowitzkis (r.) Punkteschnitt liegt aktuell bei 24,7, Kobe Bryants bei 28,0 © getty

Nach vier Siegen in Folge geht es für Nowitzki und Co. gegen den Meister aus Los Angeles. Bryant findet die Mavs nun ebenbürtig.

Von Martin Hoffmann

München - Wirklich ernst haben die Wenigsten Kobe Bryant genommen, als er vor eineinhalb Wochen über den großen Trade der Dallas Mavericks sprach.

"Ohne Frage" würde die Verpflichtung von Caron Butler und Brendan Haywood die Texaner auf eine Stufe mit seinem Team heben, hatte der Superstar der Los Angeles Lakers befunden.

So langsam fängt die Fachwelt sich aber an zu fragen, ob Bryant das nicht einfach nur so dahingesagt hat.

Die Antwort, wie ernst Bryants Worte zu nehmen sind, können Dirk Nowitzki und die Mavericks in dieser Nacht (ab 3 Uhr LIVESCORES) geben - wenn sie ihn und seine Teamkollegen zu Gast haben 194232(DIASHOW: Mavericks auf Spielersuche).

Wie ausgewechselt

Vier Spiele in Serie hat das neu formierten Dallas zuletzt gewonnen. In der Bilanz finden sich Siege gegen Playoff-Anwärter wie Phoenix und Miami und auch über Orlando, das aktuell drittbeste Team der Liga (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Mavericks wirken wie ausgewechselt nach der ausdauernden Krise, in der sie vor dem All-Star Game steckten.

Besonders in der Defensive läuft es plötzlich: Dreimal in Folge hatten die Mavericks vor der kurzen Saisonunterbrechung 117 oder mehr Punkte zugelassen.

In den fünf Spielen punktete kein Team gegen die Texaner mehr dreistellig.

Immer noch wenig Trainingszeit

Der Aufschwung ist bemerkenswert, zumal die Neuzugänge immer noch kaum Gelegenheit hatten, mit ihrem neuen Team zu trainieren.

Trotzdem hat gerade Haywood - durch Erick Dampiers Verletzung mit zusätzlicher Verantwortung beladen - mit zuletzt zwei Double-Doubles schon gut eingeschlagen.

In erster Linie aber ruht die neu gefundene Stärke der Mavericks auf einem Altmeister.

Kidd als Schrittmacher und Störfaktor

Spielmacher Jason Kidd spielt seit dem All-Star-Break so gut, wie er vielleicht noch nie im Mavericks-Trikot aufgetreten war.

14,75 Punkte, 8 Assists, 5,75 Rebounds und 3,5 Steals sammelte er im Durchschnitt während Dallas' Siegesserie.

Die Zahlen sind dabei noch getrübt dadurch, dass Kidd im letzten Viertel gegen Indiana zur Erholung auf der Bank saß.

Und sie vermitteln nur eine Ahnung davon, wie effektiv der 36-Jährige als Schrittmacher in der Offensive und Störfaktor in der Defensive agierte.

Howards Abgang eine Befreiung?

Apropos Störfaktor: Das Hoch der Mavericks wird von Beobachtern auch mit dem Abgang von Josh Howard in Verbindung gebracht.

Der Forward - der sich in Washington nun das Kreuzband gerissen hat - galt auf dem Platz bisweilen als launisch und unzuverlässig, sein Weggang könnte eine Art Befreiung für seine Teamkollegen sein.

In jedem Fall ist die Stimmung bei den Mavericks nun gut wie selten zuvor: "Spaßig" werde der Rest der Saison, glaubt Nowitzki.

Und Guard Jason Terry berichtet: "Ich habe die Jungs noch nie so viel lächeln gesehen."

Hochmotivierte Zugänge

Den Neuzugängen schreibt er daran ausdrücklichen Anteil zu.

Butler, Haywood und DeShawn Stevenson ist der Motivationsschub anzumerken, den der Wechsel aus der relativen Bedeutungslosigkeit in Washington zu den ambitionierten Texanern mit sich gebracht hat.

"Wir bauen hier etwas auf. Hier in Dallas ist das Ziel, einen Titel zu gewinnen", meint Butler.

Und Haywood findet: "Der Himmel ist die Grenze für dieses Team."

Schlüsselrollen für Butler und Haywood

Bleibt die Frage, ob das Duell mit den Lakers diesen Optimismus trüben oder bestärken wird.

Die Neuzugänge werden eine Schlüsselrolle dabei spielen. Haywood wird gefragt sein als Gegenspieler von Andrew Bynum, der in dieser Saison gegen Dallas stets besonders stark war, Butler mit seiner Abwehrhärte als Bremsklotz für Bryant, der in Memphis nach einer Verletzungspause keine Startschwierigkeiten offenbarte.

Butler ist übrigens sicher, dass man die Dallas-Analyse seines ehemaligen Lakers-Kollegen durchaus für voll nehmen kann.

"Kobe würde nichts sagen, was er nicht so meint", glaubt er.

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