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Dirk Nowitzki wurde in seiner Karriere bislang neunmal ins All-Star-Team berufen © getty

Die Mavericks spielen so stark wie in ihren goldenen Jahren 2006 und 2007. Nowitzki hält sein Team gar für stärker als damals.

Von Martin Hoffmann und Marwan El Eid

München - Es ist eine Weile her, dass die Dallas Mavericks so erfolgreich waren, wie sie es aktuell sind.

Der 125:112-Triumph in Minnesota bedeutete den zwölften Sieg hintereinander. Eine längere Serie (17 Siege) hatte es zuletzt 2006/07 gegeben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Mavericks 2010 erinnern an die der goldenen Jahre: An 2006, als sie in den NBA-Finals standen, an 2007, als die Regular Season als bestes Team abschlossen.

Für Dirk Nowitzki muss sein aktuelles Team den Vergleich auch nicht scheuen.

"Der Kader ist stärker aufgestellt als der, mit dem wir in die Finals eingezogen sind", vergleicht er die Mannschaft mit dem damaligen Finalisten.

"Die Liga ist ein Biest"

Wobei die Feststellung einen Haken hat: "Die Liga ist auch besser geworden. Sie ist ein Biest."

Doch die Mavericks wirken so gut präpariert wie lange nicht, das Biest zur Strecke zu bringen.

Die Initialzündung für den Aufschwung der zuvor lange Zeit kriselnden Mavericks - vor der Siegesserie war die Jahresbilanz 2010 mit zehn Siegen aus 21 Spielen negativ - war eindeutig der große Trade kurz vor dem All-Star-Wochenende.

Neuzugänge haben eingeschlagen

Der abwehrstarke Center Brendan Haywood und der offensiv wie defensiv zuverlässige Flügelakteur Caron Butler haben eingeschlagen wie erhofft.

Die immer wieder als "zu weich" verschrienen Texaner sind mit den beiden harten Hunden weit unangenehmer zu spielen als vorher.

Und ihre Ankunft hat auch die "alten" Mavericks beflügelt: Spielmacher-Routinier Jason Kidd spielt seit dem Trade so gut wie noch nie im Dallas-Trikot.

Und auch der durch Butler und Haywood entlastete Nowitzki spielt befreit auf, soeben ist er zum Spieler der Woche in der Western Conference gekürt worden (zum Sport1.de-Nowitzki-Watch).

Aufschwung verselbstständigt

Inzwischen hat sich der Aufschwung der Mavericks verselbstständigt.

Butler hatte zwischenzeitlich wegen einer allergischen Reaktion auf ein Medikament gefehlt, Haywood ist derzeit mit Rückenproblemen außer Gefecht.

Es kann den Mavericks aber im Moment nichts anhaben.

Genauso wenig, dass sich Jason Terry, der zweitbeste Scorer des Teams (17,0 Punkte pro Spiel), mit einem Jochbeinbruch für unbestimmte Zeit ins Mavs-Lazarett verabschiedet hat.

Nicht zu reden davon, dass Center Erick Dampier seit der Oklahoma-Niederlage mit einer Fingerverletzung fehlt.

Gefährlich auch ohne Center

In Chicago und Minnesota trat Dallas ohne einen etatmäßigen Center an, was sich in der Abwehr auch bemerkbar machte. Dafür sammelten die Mavericks beide Male allerdings auch über 120 Punkte.

Mit geschlossenem Auftreten wurden die Ausfälle kompensiert: Fünf Spieler punkteten in beiden Partien zweistellig.

Einer springt stets in die Bresche

Und dazu wuchs jeweils ein Überraschungskandidat über sich hinaus.

In Chicago verblüffte der französische Rookie-Guard Roddy Beaubois als Antreiber mit allein 18 Punkten im dritten Viertel.

Bei den Timberwolves ackerte sich Arbeitsbiene Shawn Marion - noch einer, der Dallas durch seine Ankunft im Sommer robuster gemacht hat - mit 29 Zählern und 14 Rebounds ins Rampenlicht.

"Wir finden immer unseren Weg, den Verletzungen zu trotzen und am Leben zu bleiben", befand er hinterher: "Das ist das Kennzeichen eines großen Teams."

Und wiederholte zur Versicherung der Zuhörer und seiner selbst noch einmal: "Eines großen Teams!"

Die Serie kann weitergehen

Mittlerweile sind die Mavericks mit einer 44:21-Bilanz das zweitbeste Team im Westen.

Die Voraussetzungen für einen guten Startplatz für die Playoffs sind bestens - ebenso wie die für einen Fortlauf der Fabelserie.

In der Nacht zum Donnerstag (2.30 Uhr LIVESCORES) geht es zu Hause gegen New Jersey, den Prügelknaben der Liga, danach reisen in New York und Chicago auch keine Elite-Teams an.

Trotzdem bleibt die Frage, wie die Mavericks verkraften, wenn die Serie reißt und die Euphoriewelle unter ihnen wegbricht.

Nowitzki weiß, dass das Biest noch längst nicht bezwungen ist.

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