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Antoine Wright kam im Februar gemeinsam mit Jason Kidd aus New Jersey zu den Mavericks © getty

"Jet" oder "Stack"? Oder doch Devean George? Beim Kampf um die Zweier-Position greift in Dallas ein weiterer Kandidat ein.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Am Dienstag nach dem 108:82-Sieg über die Washington Wizards fühlten sich bei den Mavericks alle als Gewinner.

Ob der neue Coach Rick Carlisle, der mit dem ersten Preseasonspiel recht zufrieden war, Josh Howard, der nach seinen Eskapaden einen doch warmherzigen Empfang in der American Airlines Arena erhielt, oder Jason Kidd, der 24 Minuten lang das von Carlisle ausgegebene hohe Tempo ohne Probleme vorgeben konnte.

Und das Wichtigste: Dirk Nowitzki hat wieder Spaß bei den Mavericks. Letzte Saison sei es der "mürrischen" Mannschaft schwer gefallen, sich immer hundertprozentig auf das Spiel zu konzentrieren, aber jetzt bereitet uns es wieder richtig Freude.

"Das lässt uns automatisch mit mehr Einsatz spielen, sowohl in der Defensive als auch im Angriff?, sagte der 30-Jährige. "Wir sind deshalb auf dem richtigen Weg, auch wenn die Saison nicht einmal richtig angefangen hat."

Der größte Gewinner war dennoch ein anderer: Antoine Wright.

Terry und Stackhouse nur auf der Bank

Der 24-Jährige durfte überraschend von Beginn an auf der Shooting-Guard-Position auflaufen, verdrängte Jerry Stackhouse, Jason Terry und Devean George auf die Bank und zeigte eine klasse Vorstellung:

9 Punkte, 3 Steals, 4 Assists, 2 Rebounds sammelte Wright in 19 Minuten und verwandelte zudem alle vier Wurfversuche aus dem Feld.

Zudem wusste er in der Defensive zu überzeugen. Gleich beim ersten Ballbesitz der Wizards verteidigte er DeShawn Stevenson so gut, dass der Guard gegen die 24-Sekunden-Regel verstieß.

"Er hat toll verteidigt. Er hat ein paar Pässe abgefälscht, einige Steals geholt und er kann die Gegner gut unter Druck setzen", lobte der Trainer seine Preseason-Entdeckung.

"Ich bin bereit"

Beim zweiten Vorbereitungsspiel bei den Chicago Bulls in der Nacht auf Freitag (2.30 Uhr) erhält Wright deshalb eine weitere Chance von Beginn an, auch wenn der abwiegelt.

"Es ist nicht wichtig, ob ich von Anfang an spiele, sondern dass ich in der Rotation bin und meine Spielminuten erhalte. Aber bei den ersten beiden Partien der Preseason in der Startaufstellung zu stehen, ist natürlich etwas sehr Großes für mich."

Dennoch ist Wright der Meinung, dass er bereit dazu ist, diese Position auch während der Saison einzunehmen. "Ich bin soweit, dass ich mir den Job schnappe und was daraus mache", gibt sich der Jüngste der vier Kandidaten selbstbewusst.

Wright mit kleinem Vorteil

Dem Trio Stackhouse, Terry und George wurden für den Saisonstart weitaus größere Chancen als Starter auf der Zwei ausgerechnet, wobei George als klarer Außenseiter ins Rennen ging.

Im Training Camp hatte sich dann jedoch Wright ins Rampenlicht bei Coach Carlisle gespielt.

"Er hat ein hervorragend mittrainiert und er hat sich schnell im Team zurechtgefunden", zeigte sich Carlisle begeistert.

Wright hat zudem einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Trio: Der Zwei-Meter-Mann kennt das Zusammenspiel mit Jason Kidd aus deren Zeit in New Jersey.

Allerdings muss Wright über längere Zeit und nicht nur in der Preseason beweisen, dass er eine echte Alternative ist.

Carlisle hat sich noch nicht entschieden, ob er auf der Shooting-Guard-Position unbedingt auf einen großen Spieler setzt - Stackhouse, George und Wright messen alle um die zwei Meter - oder ob er dem 1,87-Meter-Zwerg Terry den Vorzug geben wird.

Trotz all der Ungewissheit, ist Eines zumindest schon mal sicher: Die zuvor schon hart umkämpfte Position Zwei ist noch einmal spannender geworden.

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