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Antoine Walker wurde 1996 an sechster Stelle von Boston gedraftet © getty

Antoine Walker hatte ausgesorgt, als er in der NBA ankam. Doch Spiel- und Verschwendungssucht haben den Ex-All-Star ruiniert.

Von Ingo Weber

München - Er war es gewohnt, dass ihm die Fans zu Füßen lagen.

Er war ein Star, nahm dreimal am All-Star-Game teil, war 2003 bis 2004 Teamkollege von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks und gewann 2006 die Meisterschaft mit den Miami Heat.

Doch 2009 änderte sich das Leben von Antoine Walker schlagartig. Bereits im Januar wurde er betrunken hinter dem Steuer erwischt, ein Urteil in diesem Fall ist noch nicht gesprochen.

Im Juli folgte dann die Nachricht, die alle Fans des 33 Jahre alten Power Forwards erschütterte (DIASHOW: Die 21. NBA-Woche).

"Man verliert schnell den Überblick"

Er hatte in drei Casinos in Las Vegas Schuldenberge in Millionenhöhe angehäuft und schrieb nicht gedeckte Schecks aus.

"Wenn man so viel Geld verdient, wie ich in meiner Karriere, verliert man schnell den Überblick", erklärt Walker.

110 Millionen Dollar hatte er in 13 NBA-Jahren erwirtschaftet. Das Geld ist ebenso dahingegangen wie sein Können auf dem Platz.

Bentleys, Hummer, Hauskäufe

Walker, der neben dem Basketball, Zusatzeinnahmen im Handel mit Adidas-Produkten machte, sagte, er wisse nicht genau, was von seinem Vermögen noch übrig geblieben sei: "Es kommt darauf an, mit wie viel Schulden ich aus der Sache raus komme."

Walkers großzügige Art mit Geld umzugehen - selbst für NBA-Star-Verhältnisse - war der Öffentlichkeit schon immer bekannt. Sein Fuhrpark beinhaltete diverse Bentleys und Hummer. "Ich will nichts beschönigen: Ich habe eben ein teures Leben geführt", räumte Walker ein.

Dabei sorgte er mitunter für viele seine Freunde, kaufte seiner Mutter einen 2,5 Millionen Dollar teuren, herrschaftlichen Wohnsitz in Chicago.

"Geld und Ruhm waren sein Untergang"

Mittlerweile stehen seine Immobilien in Chicago zum Verkauf, bei seinem früheren Agenten Mark Bartelstein stehen noch Schulden in Höhe von 600.000 Dollar aus.

Eine Freundin erinnert sich: "Er hat ein großes Herz. Aber Geld und Ruhm waren sein Untergang. Er ist schnell spielsüchtig geworden."

Auch Walker bestätigt, dass er immer für seine Umwelt da war: "Es war für mich immer schwer 'Nein' zu sagen, wenn mich jemand nach etwas fragte."

Walker hatte ausgesorgt

Im Juli kapitulierte er endgültig, als er im Harrahs Casino in South Lake Tahoe seine Verluste nicht mehr bezahlen konnte.

Auch für seinen Ex-Coach Cedric Maxwell ist die Entwicklung Walkers unverständlich. "Als er sein Debüt in der NBA feierte, war er kein Zocker."

Als er 1999 seinen Profivertrag bei den Boston Celtics unterschrieb, dachten alle in seinem Umfeld, dass er sich nie wieder Sorgen um Geld machen müsse.

Der Vertrag garantierte ihm 71 Millionen Dollar in sechs Jahren. Doch alles kam anders.

Versprechen an die Casinos

Um das Gefängnis zu vermeiden, musste der Power Forward versprechen, die Schulden bei den Casinos binnen drei Jahren zurückzuzahlen.

Alle seine Autos musste er verkaufen, alles was er besaß, wurde zu Geld gemacht.

"Ich bin sehr enttäuscht von mir und fühle mich nicht gut", sagte Walker und gelobte Besserung: "Ich weiß, dass es nicht leicht wird, aber mein Lebensstil muss sich dramatisch ändern."

Sportlich enttäuscht in Puerto Rico

Offenbar hat er verstanden. Momentan besitzt er zwei Autos und spielt in Puerto Rico bei den Guaynabo Mets, die aber nicht garantieren, dass sein Vertrag Ende März verlängert wird.

"Er hat unsere Erwartungen nicht erfüllt", sagte Mets-Manager Marcelino Garcia, die mit ihm den nationalen Titel holen wollten.

Was Walkers Zukunft bringt, sollte er nicht in Puerto Rico bleiben, ist offen.

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