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Larry Ellison (l.) soll 2000 kurzzeitig reichster Mann der Welt gewesen sein © imago

Golden State soll den Besitzer wechseln. Der 28 Milliarden Dollar schwere Software-Mogul Larry Ellison will den Klub haben.

Von Marwan El-Eid und Martin Hoffmann

München - Gerüchte gab es schon lange, jetzt ist es offiziell: Die Golden State Warriors stehen zum Verkauf.

Am Montag gaben die Warriors bekannt, dass sie das Unternehmen Galatioto Sports Partners mit der Abwicklung des Franchise-Verkaufs betraut haben.

Viele sehen darin endlich eine gute Nachricht inmitten der sportlichen Misere der Kalifornier. Denn das Team von Coach Don Nelson gewann in dieser Saison bislang nur 19 seiner 70 Spiele.

Als Vorletzter der Western Conference und drittschlechtestes Team der Liga liegen sie weit abgeschlagen von den Playoff-Plätzen entfernt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

28 Milliarden Dollar schwer

Während der jetzige Besitzer, Chris Cohan, sich lange in Schweigen hüllte, hatte sich bereits im Januar ein potenzieller Käufer zu Wort gemeldet: Larry Ellison, Gründer und Präsident des US-Softwarekonzerns Oracle, Konkurrenzfirma von Dietmar Hopps SAP.

Ellison sagte damals Finanz-Analysten gegenüber, dass er versuche das Team zu kaufen, "aber bedauerlicherweise Basketball-Mannschaften nicht feindlich übernommen werden können" 216573(DIASHOW: Die 22. NBA-Woche).

Derzeit befindet sich Selfmade-Milliardär Ellison mit einem geschätzten Vermögen von 28 Milliarden US-Dollar auf Platz sechs unter den reichsten Menschen der Welt.

Cohan hat es weniger mit den Finanzen: Er schuldete dem Finanzamt im Jahr 2007 160 Millionen Dollar.

Jahrelang falsch geführt

Nach Ansicht vieler ist Golden State jahrelang falsch geführt worden.

So befand etwa Ex-Leistungsträger Stephen Jackson, im November nach Charlotte gewechselt: "Die Organisation ist unberechenbar. Sehr unberechenbar."

Als Ellison im Januar zu Gast in der Heimstätte der Warriors - der Oracle Arena - gegen die Cleveland Cavaliers war, hielt ein Anhänger ein Plakat mit der Aufschrift hoch: "Lieber Larry Ellison, bitte kaufen sie das Team. Danke."

Sollte Ellison sein Vorhaben tatsächlich umsetzen, dürfte man auf alle Fälle gespannt sein.

Der schwerreiche Sportfanatiker hat mit anderen Unternehmungen schon für Aufsehen gesorgt.

Ellison ist Spiritus Rector von BMW Oracle Racing, das am 14. Februar 2010 den altehrwürdigen America's Cup gewann.

"Hasse es, Zweiter zu sein"

Allerdings fiel das nur noch wenigen auf, weil dieser Sieg völlig von einem schier endlosen juristischen Hickhack mit Konkurrent Alinghi um das Regelwerk des Wettbewerbs in den Hintergrund gedrängt wurde.

Ellisons ist ein fanatischer Siegertyp. "Ich hasse es, Zweiter zu sein", hat er einmal erklärt.

Drittletzter zu sein, wird ihm auf Dauer auch nicht behagen.

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