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Rick Carlisle ist seit Juni 2008 Cheftrainer der Dallas Mavericks © getty

Der Star der Mavs zieht sich nach seinem Platzverweis gegen die Clippers den Zorn seines Trainers zu. Cuban nimmt ihn in Schutz.

Von Nikolai Kube

München - Schnurstracks verließ er die American Airlines Arena, auf Antworten warteten die Journalisten vergeblich.

Dirk Nowitzki war sichtlich bedient, als er kurz nach der Halbzeit von Schiedsrichter Bill Kennedy wegen zweier technischer Fouls vorzeitig zum Duschen geschickt wurde (zum Sport1.de-Nowitzki-Watch).

Vermutlich hatte der deutsche Nationalspieler Angst, erneut das Falsche zu sagen - wie 9 Minuten und 16 Sekunden vor Ende des dritten Abschnittes beim 106:96-Heimsieg der Dallas Mavericks gegen die Los Angeles Clippers.

Schiri Kennedy: "Bam! Da hast du dein Foul!"

Nowitzki forderte lautstark ein Foul gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Drew Gooden, nachdem dieser den Deutschen vor einem Offensivrebound klar geschubst hatte.

Der Referee war wenig begeistert, brüllte in Richtung des Mavs-Stars "Bam! Da hast du dein Foul!", und zeigte auf Nowitzki 216573(DIASHOW: Die 22. NBA-Woche).

Der Deutsche aber schimpfte weiter. Die Quittung kassierte Nowitzki mit dem zweiten technischen Foul innerhalb weniger Sekunden und dem damit verbundenen Platzverweis.

Es war die dritte Herausstellung seiner zwölfjährigen Profi-Karriere und die erste seit dem Gastspiel bei den Utah Jazz am 26. Dezember 2008.

Carlisle mächtig angefressen

Der Forward zog sich damit nicht nur den Ärger des Schiedsrichters zu. Auch sein Trainer Rick Carlisle reagierte sauer: "Das war eine blöde Aktion von Dirk. Er weiß, dass er einen Fehler begangen hat."

"Wenn du ein technisches Foul bekommst, nimmst du es zur Kenntnis und hakst die Sache ab", kritisierte Carlisle seinen Star.

Nowitzki sei einfach zu wichtig für die Mannschaft, um sich so etwas leisten zu können, so der Coach, "er hat das Team damit in einer schreckliche Situation gebracht".

Cuban schimpft auf den Schiri

Ganz anders sah Mark Cuban die Situation. Der Mavs-Besitzer schimpfte, von der Tribüne aus, das komplette dritte Viertel wie ein Rohrspatz auf den Schiedsrichter. Nach der Partie wollte Cuban davon aber nichts wissen, er habe nur "positive" Kritik geäußert.

Wie wichtig Nowitzki für die Mavericks ist, zeigten die Minuten nach der Herausstellung des Forwards.

Neun Zähler betrug der Vorsprung der Texaner als "Dirkules" den Platz verließ, wenige Augenblicke später musste Dallas einem Vier-Punkte-Rückstand hinterhecheln.

Gooden liebäugelt mit Rückkehr

"Es war ein großer Vorteil für uns, dass Dirk vom Platz gestellt wurde. Vor allem, wenn man sieht, wie furios er zu Beginn gespielt hat", stellte auch "Streitauslöser" Drew Gooden fest.

Gooden ging nach der Partie mit den Mavericks, die den Big Man im Februar weggetauscht hatten, auf Schmusekurs.

"Ich wollte nicht weg. Ich hatte hier ein Ziel, und ich wollte das zu Ende bringen", sagte der 28-Jährige der Dallas Morning News. Allerdings habe er dem Trade, der die Mavs besser mache, nicht im Weg stehen wollen. Er hoffe, dass die Tür für eine Rückkehr im Sommer offen sei.

Mitspieler springen in die Bresche

Nowitzki trumpfte zu Anfang der Partie groß auf und erzielte 18 Punkte in 19 Minuten. Als der Deutsche nicht mehr zur Verfügung stand und die Mitspieler den Schock überwunden hatten, sprangen dann doch noch andere für ihn in die Bresche.

"Die anderen Jungs haben sich gesteigert", lobte auch Mavs-Coach Carlisle den Rest seines Teams.

Und Geburtstagskind Jason Kidd, der mit 26 Punkten eine persönliche Bestleistung aufstellte, sagte: "Ohne unseren besten Spieler mussten wir alle mit anpacken. Als Dirk gegangen war, glaubte ich heute mal den Dirk spielen zu können."

Elf Spiele bis zu den Playoffs

Dies gelang und so sicherten sich die Mavs einen wichtigen Erfolg im Kampf um Platz zwei in der Western Conference.

Da die Denver Nuggets ihre Partie bei den Knicks überraschend verloren, ist die Bilanz (47-24) der beiden Teams nun genau ausgeglichen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Point Guard Jason Terry weiß deshalb um die Bedeutung der kommenden elf Spiele: "Jede Partie kann entscheidend sein."

Angstgegner Portland wartet

In der Nacht auf Freitag müssen Nowitzki und Co. zu Angstgegner Portland reisen. Gegen die Trail Blazers gab es in dieser Saison in beiden Spielen nichts zu holen.

"Danach geht es nach Golden State und anschließend gegen Denver. Das sind drei große Spiele für uns", blickte Terry in die nahe Zukunft und schickte eine Kampfansage hinterher: "Wir wollen alles gewinnen."

Ein Nowitzki auf dem Feld wäre bei dieser Mission sicher eine große Hilfe.

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