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Gilbert Arenas wurde 2001 als 31. Draftpick von den Golden State Warriors verpflichtet © getty

Waffenmann Arenas kommt mit einer Geldbuße, Sozialarbeit und nächtlichem Hausarrest davon. Der Wizards-Star mimt den Reuigen.

Von Michael Spandern

München - Gilbert Arenas verließ den D.C. Superior Court in Washington am Freitag als freier Mann, halbwegs zumindest - und auf Bewährung.

Voraussichtlich ab Montag muss der 28-Jährige, der des illegalen Waffenbesitzes geständig ist, einen Monat lang in einer offenen Anstalt übernachten. Tagsüber hat er 400 Stunden Sozialarbeit abzuleisten, und zwar nicht in Basketball-Camps, verfügte das Gericht.

Die Geldbuße von 5000 US-Dollar, die Multi-Millionen-Verdiener "Agent Zero" an Verbrechensopfer zahlen muss, fallen da kaum ins Gewicht.

"Ein dummer und unreifer Akt"

Am 21. Dezember des Vorjahres soll er seinen Teamkollegen Javaris Crittenton im Streit um einige Hundert Dollar Pokerschulden in der Umkleidekabine des heimischen Verizon Centers mit vier Pistolen bedroht haben.

Der dreimalige All-Star bestreitet dies, nicht aber, einige Waffen im Spind gehortet zu haben - angeblich, um sie von seiner Tochter fernzuhalten. 182997(DIASHOW: Die abgestürzten Stars)

Die Auseinandersetzung der Wizards-Profis sei "ein dummer und unreifer Akt" gewesen, befand Richter Robert E. Morin und nahm dem Vergehen, auf das bis zu fünf Jahre Haft stehen, die Schärfe.

"Friedfertig und tief anständig"

Da Arenas allerdings keine Gewalttaten auf dem Kerbholz hat, drohten in seinem Fall höchstens zwei Monate hinter Gittern.

"Die Beweise sagen aus, dass Sie beide sich nicht respektiert fühlten", sagte Morin. "Aber anstatt sich wie reife Erwachsene zu verhalten, haben Sie den Streit eskalieren lassen."

Doch Morin führte mehrere entlastende Umstände an: Es gäbe keine Hinweise, dass seine Waffen oder die halbautomatische von Crittenton geladen gewesen seien. In Virginia habe Arenas einen Waffenschein, zudem habe der Angeklagte mit der Polizei kooperiert und sich schuldig bekannt.

Und Arenas, gekleidet in einem dunkelblauen gestreiften Anzug, präsentierte sich vor der Jury als der "friedfertige und tief anständige Mann", als den sein Anwalt Kenneth L. Wainstein ihn beschrieb.

Kindheit in Armut

Und Wainstein bereitete den Entlastungsgrund mangelnde Reife geschickt vor: Arenas habe in seiner von Armut geprägten Kindheit einen schrägen Humor gelernt und emotionalen Schmerz häufig hinter einem Lachen versteckt.

In der Umkleidekabine sei es dann zu dem "äußerst fehlgeleiteten Bubenstreich" gekommen, der von den Medien hochstilisiert werde.

"Es tut mir sehr leid, dass all dies geschah", so der extravagante Point Guard. "Jeden Tag wünsche ich mir beim Aufwachen, es wäre nicht geschehen." Dass er vor sieben Jahre on Kalifornien schon eine Bewährungsstrafe in einem Waffenfall verbüßte, ließ er unerwähnt.

Gültigkeit des Vertrags strittig

Arenas, der von der NBA wie Crittenton für den Rest dieser Saison ohne Gehalt gesperrt wurde, muss allerdings weiterhin um die Gültigkeit seines Sechs-Jahres-Vertrags über 111 Millionen Dollar fürchten.

Die Spielergewerkschaft hat allerdings bereits angekündigt, gegen eine eventuelle Annullierung vorzugehen. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Die Wizards, drittschlechtestes Team der Liga, hielten sich nach dem Urteil bedeckt, was die Zukunft von Arenas angeht: "Wir glauben, dass das Urteil helfen kann, diese seit drei Monaten währende unglückselige Situation abzuschließen", teilten Präsident Ernie Grunfeld und die Besitzer-Familie Pollin mit.

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