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Kenyon Martin wurde 2000 von den New Jersey Nets an erster Stelle gedraftet © getty

Gebuttertes Popcorn auf den weißen Polstern seines Geländewagens treibt den Power Forward der Denver Nuggets zur Weißglut.

Von Rainer Nachtwey

München/Denver - Den Klubverantwortlichen der Denver Nuggets dürfte das Lachen und Popcorn im Halse stecken geblieben sein.

Was als April-Scherz gedacht war, entwickelte sich zu einem Wutausbruch Kenyon Martins in der Nuggets-Kabine.

Der verletzte Power Forward wurde Opfer eines Streichs und ließ mit Beschimpfungen und Drohungen den Sieg seiner Mannschaft über die Portland Trail Blazers in Vergessenheit geraten.

Ehemaliger Balljunge als Übertäter

Was war passiert?

Martin war mit seinem Range Rover zur Partie gegen Portland gefahren (Dantley lehrt Nuggets das Siegen).

Ein ehemaliger Balljunge, der mittlerweile als Fahrer für Martins Teamkollege J.R. Smith arbeitet, füllte das Innere des Geländewagens mit gebuttertem Popcorn aus!

Sitze und Armaturen von Martins Range Rover sind weiß.

Martin droht mit Boykott

Nachdem der 32-Jährige das Übel entdeckt hatte, stapfte er wutentbrannt in die Umkleidekabine und holt zu einer Generalbeschimpfung aus.

"Das ist nicht witzig. Ich werde herausfinden, wer das war. Ich werde demjenigen eine Abreibung verpassen. Ich werde euch allen eine Abreibung verpassen", ließ Martin als Schimpftirade los und garnierte diese mit wüsten Flüchen. "Ich nehme das persönlich. Das solltet ihr mir besser glauben."

Damit nicht genug. Der Starter auf der Vier ging sogar soweit, dass er damit drohte, Spiele seiner Mannschaft zu boykottieren. "Wenn sich bis zu den Playoffs keiner gemeldet hat, werde ich nicht spielen", wiederholte Martin mehrmals. "Das solltet ihr mir besser glauben." 219122(DIASHOW: Die 23. NBA-Woche)

Martin angefressen

Doch nicht die Flecken auf den Polstern waren es, die Martin in Rage brachten, sondern die Tatsache, dass jemand während des Spiels ungehindert an sein persönliches Hab und Gut gelangen konnte und nicht daran gehindert wurde.

"Irgendjemand hätte das sehen müssen. Ob Sicherheitsleute oder Klubangestellte - keiner hat was dagegen unternommen", sagte sein Berater. "Was wäre denn gewesen, wenn einer etwas richtig Böses vorgehabt hätte?"

Balljunge gibt Streich zu

Immerhin gestand der Übertäter seinen misslungenen Scherz, entschuldigte sich bei Martin und übernahm die volle Verantwortung. Den Schaden werde er natürlich bezahlen, sagte der ehemalige Balljunge (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Das war ein Aprilscherz, der völlig aus dem Ruder gelaufen ist", sagte ein Klubverantwortlicher. "Der Junge hat gedacht, dass es lustig ist, aber dem ist nicht so."

Alles wieder in Butter

Seine Teamkollegen nahmen Martin den Ausraster in der Kabine nicht krumm und scherzten beim Training bereits wieder mit ihm. "Kenyon hat am Training teilgenommen. Zwischen ihm und der Mannschaft ist alles wieder in bester Ordnung."

Und auch die Playoffs wird Martin nicht verpassen, es sei denn, seine Kniebeschwerden sind bis dahin noch nicht ausgeheilt.

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