vergrößernverkleinern
Deron Williams (l.) erzielte gegen die Thunder starke 42 Punkte © getty

Nervenaufreibendes Spiel: Die Jazz beweisen gegen die Thunder den längeren Atem. Milwaukee und Miami machen die Playoffs perfekt.

Von Nikolai Kube

München - Knapper, spannender, hochklassiger und emotionaler geht's kaum.

Die Utah Jazz hatten den längeren Atem und siegten im Duell der Mavericks-Konkurrenten um Platz zwei im Westen gegen die Oklahoma City Thunder mit 140:139 nach Verlängerung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In keiner Partie dieser NBA-Saison wurden mehr Punkte erzielt.

Deron Williams erwischte einen fabelhaften Abend. Dem Guard der Jazz gelang mit 42 Zählern nicht nur eine persönliche Bestleistung, sondern auch der entscheidende Treffer 1,1 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung.

Pfeife des Schiedsrichters bleibt stumm

"Es war ein extrem wichtiger Sieg für uns, weil sie uns direkt auf den Fersen waren", sagte Williams.

Bitter für die Thunder: Kevin Durant, mit 45 Punkten Topscorer der Partie, stieg im Gegenzug zu einem Drei-Punkte-Wurf hoch - und wurde behindert. Doch der fällige Pfiff der Schiedsrichter blieb aus.

Durant und Co. waren außer sich, bedrängten die Referees, bis diese schließlich, von Sicherheitsleuten beschattet, in den Tunnel geführt wurden. Emotionen pur. 221965(DIASHOW: Die 24. NBA-Woche)

Oklahoma fällt zurück

Nach dem Duschen hatten sich die Gemüter aber bereits wieder beruhigt: "Der Schiri hat nicht gepfiffen, damit müssen wir leben. Er hatte die bessere Sicht", sagte Thunder-Coach Scott Brooks.

Neben Durant konnte bei Oklahoma noch Russel Westbrook (27 Punkte) überzeugen. Bei Utah blühte Carlos Boozer (28 Punkte, 15 Rebounds) an der Seite Williams' auf.

Die Jazz (51-27) übernehmen damit wieder Platz zwei im Westen, haben allerdings ein Spiel mehr auf dem Konto als die Konkurrenten Dallas, Phoenix und Denver (alle 50-27). Oklahoma liegt mit 2,5 Spielen Rückstand auf Rang sieben.

Chicago Bulls - Milwaukee Bucks 74:79

Die Milwaukee Bucks haben die Playoff-Teilnahme perfekt gemacht.

John Salmons führte sein Team gegen die Chicago Bulls mit 26 Punkten zum 79:74-Auswärtssieg. Den Grundstein für den Erfolg legten die Bucks im zweiten Viertel, das sie mit 28:9 für sich entschieden.

"Wir sind dabei. Es fühlt sich toll an", sagte der ehemalige Bulls-Spieler Salmons, "wir haben heute zwar nicht viel getroffen, aber unseren Job erledigt".

Die Enttäuschung bei Chicago, das als Neunter im Osten weiter um die Playoff-Teilnahme bangen muss, war riesengroß: "Wir haben keine guten Pässe gespielt, schlechte Entscheidungen getroffen und deshalb verloren", sagte Point Guard Derrick Rose, der mit 12 Punkte nicht an seine Normalform anknüpfen konnte.

Bester Scorer bei den Bulls war Luol Deng mit 16 Zählern.

Cleveland Cavaliers - Toronto Raptors 113:101

Toronto, Chicagos Konkurrent um den letzten Playoff-Platz im Osten, musste ebenfalls einen Rückschlag hinnehmen.

Bei Angstgegner Cleveland kassierten die Raptors eine 101:113-Niederlage - und verloren zudem Chris Bosh.

Der Forward wurde von Antawn Jamison in einem Zweikampf mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen. Und der Verdacht bestätigte sich: Bosh zog sich eine Fraktur des Oberkiefers sowie der Nase zu und steht den Raptors vorerst nicht zur Verfügung.

"Wir müssen weiterkämpfen, egal ob mit, oder ohne ihn", sagte Jarrett Jack, der mit 23 Punkten treffsicherster Schütze bei Toronto war.

Die Cavs, die zum elften Mal in Serie zuhause siegten, hatten in Jamison (20 Punkte) ihren besten Akteur. LeBron James kam auf 19 Zähler und 13 Assists.

Durch die Pleite der Raptors (38-39) haben die Miami Heat (43-34) ihren Platz in den Playoffs sicher. Die Cavs (61-17) bleiben das beste Team der NBA.

New York Knicks - Boston Celtics 104:101

Überraschung im Madison Square Garden. Die New York Knicks feierten einen 104:101-Erfolg gegen die Boston Celtics und verhinderten damit die 50. Saisonniederlage.

Bostons Coach Doc Rivers sagte wutentbrannt: "Wir waren völlig unkonzentriert und haben völlig verdient verloren."

Die Celtics fanden vor allem gegen Earl Barron, der zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder in der Startaufstellung stand, unter dem Korb keine Mittel. Der Forward schnappte sich starke 18 Rebounds und versenkte acht seiner 13 Würfe (17 Punkte).

"Man bekommt nicht viele Gelegenheiten, um zu zeigen, was man drauf hat. Daher habe ich versucht, meine Chance zu nutzen", sagte Barron glücklich. Teamkollege Danilo Gallinari erwischte einen noch besseren Abend und markierte 31 Punkte - persönliche Bestleistung.

Bei den Celtics punkteten mit Ray Allen (17), Kevin Garnett, Kendrick Perkins (beide 14) und Paul Pierce (13) vier Spieler zweistellig.

Weitere Ergebnisse:

Philadelphia 76ers - Detroit Pistons 103:124Washington Wizards - Golden State Warriors 112:94Charlotte Bobcats - Atlanta Hawks 109:100Memphis Grizzlies - Houston Rockets 103:113Sacramento Kings - San Antonio Spurs 86:95

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel