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Caron Butler wurde bis zu seinem 15. Lebensjahr 15 Mal verhaftet © imago

Caron Butler geriet in den letzten Wochen in die Kritik. Gegen die Memphis Grizzlies meldet er sich eindrucksvoll zurück.

Von Nikolai Kube

München - Magere 9,2 Punkte im Schnitt in den vergangenen fünf Spielen. Mal fehlte das letzte Quäntchen Glück im Abschluss, mal fand er überhaupt nicht ins Spiel.

Caron Butlers Kritiker waren kaum mehr zu überhören.

Doch der Small Forward der Dallas Mavericks, der mit über zwei Metern Körpergröße dieser Bezeichnung so gar nicht gerecht wird, gab beim überzeugenden Sieg der Texaner gegen die Memphis Grizzlies die passende Antwort.

Butler warf sich den Frust von der Seele und stellte selbst Teamkollege Dirk Nowitzki in den Schatten: 23 Punkte und sechs Rebounds, der 103-Kilokoloss war bester Mann auf dem Parkett. (zur Sport1.de-Nowitzki-Watch)

Butler lässt die Kritik kalt

Für Butler selbst war seine Leistungsexplosion keine Überraschung.

"Tough Juice", wie Ex-Wizards Coach Eddie Jordan Butler in Bezug auf seine Einstellung und Hartnäckigkeit nannte, sagte nach der Partie: "Ich hatte eine schwierige Phase, aber ich bin immer optimistisch geblieben."

Im selben Atemzug verpasste er seinen Kritikern einen Seitenhieb: "Einige haben schon panische Stimmung verbreitet. Aber das hat mich nicht interessiert."

"Tough Juice" im Formtief

Wirft man ein Blick auf die Fakten, waren die Einwände gegen Butlers Leistung durchaus berechtigt.

Der ehemalige Spieler der Washington Wizards, der am 13. Februar gemeinsam mit Brendan Haywood und DeShawn Stevenson im Tausch für Josh Howard, Drew Gooden, James Singleton und Quinton Ross zu den Mavericks gewechselt war, markierte bei den letzten beiden Pleiten gegen Orlando und Oklahoma nur drei bzw. acht Zähler - unterdurchschnittlich.

Denn mit 16,2 Zählern pro Partie ist die "Nummer 4" der Mavs hinter Dirk Nowitzki und Jason Terry immerhin drittbester Scorer seiner Mannschaft. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der bislang besten Saison seiner Karriere 2007 in der US-Hauptstadt brachte es Butler auf 19,1 Punkte und 7,4 Rebounds pro Partie.

Videoanalyse als Erfolgsgarant

Und genau daran will "Tough Juice" nun wieder anknüpfen. "Ich will auch in den kommenden Spielen meinem Team helfen", sagte Butler.

Ob er auch dann wieder auf die alt bewährte Videoanalyse zurückgreifen wird, verriet Butler nicht. Für das Spiel gegen die Grizzlies brachte das Studium der TV-Bilder zumindest den Erfolg zurück:

"Ich habe mit dem Trainer eine Videoanalyse gemacht und beobachtet, wie die gegnerischen Teams gegen mich verteidigen", so der Forward. 221965(DIASHOW: Die 24. NBA-Woche)

Lobeshymnen von den Kollegen

Apropos Trainer. Rick Carlisle zeigte sich von der Leistung seines "Problemfalls" begeistert.

"Er hat ein super Spiel abgeliefert, hat defensiv ordentlich gearbeitet und in der Offensive gepunktet", sagte der Coach und schickte ein Sonderlob hinterher: "Noch wichtiger war, dass er immer ein Auge für die Mitspieler hatte."

Und die Lobeshymnen rissen nicht ab. "Caron hatte viel Kraft, war sehr konzentriert und wusste, dass er ein großes Spiel benötigt", stellte Teamkollege J.J. Barea fest, "das ist ihm gelungen".

Angstgegner Portland wartet

Nun liegt es an Butler, seine Leistung auch in den kommenden Wochen abzurufen.

Und für die macht sich der "Big Man" keine Sorgen: "Wenn wir Normalform erreichen und jedes Spiel mit der richtigen Einstellung angehen, werden wir eine erfolgreiche Saison hinlegen."

Im Kampf um Platz zwei im Westen benötigen die Mavericks gegen Angstgegner Portland einen Butler in "Memphis-Form".

Sollte der Ex-Wizard dann erneut überzeugen, werden auch die letzten Kritiker verstummen.

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