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Gregg Popovich (l.) holte mit den San Antonio Spurs viermal den NBA-Titel © getty

Der Trainer der Spurs packt die Verbal-Attacke aus, um seine Spieler vor dem zweiten Duell mit den Mavs wachzurütteln.

Von Ingo Weber

München - Für den maximalen Erfolg ist den Trainern in der NBA jedes Mittel recht. Ob ein Griff in die Trickkiste oder verbale Attacken, die Motivations-Methoden sind vielfältig.

Spurs-Coach Gregg Popovich hatte nach der Niederlage gegen Dallas in Spiel eins behauptet, einige seiner Spieler hätten "agiert wie Hunde".

Für Dirk Nowitzki ist die Reaktion Popovichs nicht sonderlich überraschend: "Er hatte nie Angst davor, solche Aussagen zu treffen. Außerdem hat er als Trainer das Recht dazu. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigen wird", sagte der Deutsche der "Dallas Morning News".

Jefferson und Hill enttäuschen

Ob die Reaktion nun positiv oder negativ sein wird, wird sich in Spiel zwei in der Nacht auf Donnerstag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) zeigen. (SERVICE: Der Playoff-Baum)

Es wird jedoch deutlich, dass der US-amerikanische Trainer mit serbischen Vorfahren seine Grenzen testet, um aus dem einen oder anderen seiner Spieler einen Leistungsschub heraus zu kitzeln.

Gerade Richard Jefferson dürfte sich angesprochen fühlen. Der Small Forward erzielte in der Regular Season 16 Punkte im Schnitt gegen Dallas, am Sonntag waren es in 32 Minuten gerade einmal vier. 226444(DIASHOW: Erste Playoff-Runde)

Parker wieder von der Bank?

Auch George Hill hat seine Chance in der Starting Five nicht genutzt und wird sich zu Beginn von Spiel zwei voraussichtlich auf der Bank wieder finden.

"Ich hatte nicht das Gefühl, dass er noch entscheidende Impulse geben kann", begründete Popovich seine Entscheidung, Hill fast die komplette zweite Spielhälfte nicht mehr zu berücksichtigen.

Der wiedergenesene Tony Parker wäre die erste Alternative. Doch der Franzose, der bis zu seinem Handbruch in der Startformation stand, scheint mit seiner Funktion als sechster Mann zufrieden zu sein.

"Ich habe dem Trainer gesagt, solange ich im letzten Viertel spiele, bin ich zufrieden", sagte Parker der "San Antonio Express-News".

Nowitzki mit drei Mann gedoppelt

Dirk Nowitzki rechnet nach seinem Glanzstück zum Playoff-Auftakt mit mehr Aufmerksamkeit der Spurs-Defensive.

Bereits gegen Ende von Spiel eins wurde der Power Forward gedoppelt und teilweise sogar mit drei Spielern attackiert. 226196(DIASHOW: Nowitzkis unvollendeter Traum)

"Ich wurde von drei Mann bewacht. Darauf muss ich mich wieder einstellen und in diesem Fall eben meine Mitspieler bedienen", bleibt Nowitzki gelassen.

Dass Popovich ihn mit einer neuen Abwehr-Variante überraschen könne, schließt der Topscorer der Mavericks aus: "Er hat in zehn Jahren schon einiges versucht, um mich zu stoppen. Da gibt es nichts, was ich noch nicht gesehen habe."

Center in der Pflicht

Neben Nowitzki wird es sicher auch auf die Tagesform von Erick Dampier und Brendan Haywood ankommen.

Die beiden Center kamen zusammen auf 15 Punkte, angelten sich 18 Rebounds und engten den Aktionsradius von Tim Duncan so gut es ging ein.

"Wir haben zwei Spieler, die Tim das Leben schwer machen können. Das ist ein großer Vorteil für uns", sagte Haywood.

Für Dampier ist die unterschiedliche Spielweise, mit der Haywood und er zu Werke gehen, ein positiver Faktor: "Die Gegner können sich nur schwer darauf einstellen."

"Wir müssen uns steigern"

Wenngleich Mavs-Coach Rick Carlisle im Vergleich zu Popovich leisere Töne anschlug, war er sich trotzdem bewusst, dass man den Sieg nicht überbewerten sollte und die Vorstellung aus Spiel eins, im nächsten Duell schon zu wenig sein könnte.

"Wir müssen und steigern", richtete sich sein Appell an seine Spieler.

Wer stoppt Ginobili?

In der Tat stellt sich die Frage, ob die Mavericks noch einmal von 25 erfolgreichen Freiwürfen oder 17 Turnover profitieren können.

Immerhin resultierten daraus 45 Punkte, also fast die Hälfte der Ausbeute.

Spiel eins brachte außerdem die Erkenntnis, dass Dallas die Kreise von Manu Ginobili noch mehr einschränken muss.

Der Argentinier kam auf 26 Punkte und erzielte damit knapp zehn Zähler mehr, als durchschnittlich in der Hauptrunde (16,5).

Beaubois vor Playoff-Debüt?

Shawn Marion wird Hilfe benötigen, die zwangsläufig und hauptsächlich von Jason Kidd kommen wird.

Der Aufbauspieler und "Oldie" stand mit 41 Minuten Spielzeit länger auf dem Feld, als alle anderen Spieler und es gilt abzuwarten, ob er neben seinen Offensivaufgaben die Kraft besitzt, um in der Defensive seinen Mann zu stehen.

Carlisle wird wohl nicht umhin kommen, für die kommenden und kräftezehrenden Aufgaben weitere Bankspieler zu integrieren.

Rodrigue Beaubois musste am Sonntag noch zuschauen. Mit 40 Punkten gegen die Golden State Warriors Ende März hatte sich der Franzose aber nachdrücklich für höhere Aufgaben empfohlen.

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